Die Antwort

Mir bleibt noch etwas Regen in diesem
aufgeräumten Gefäß, weggeschlossen zwar,
aber nicht unerreichbar, wenn ich einen
Stuhl auf den anderen stelle.

Die Trockenheit unter der Zunge ist
für ein besonderes Klima verantwortlich.
Als könnte man leise eine Treppe
hinab schweben, keine Spuren im Staub.

Mittags schälten sich die Passanten aus dem Laub,
die Straße aber blieb bestehen.
Die Folgen eines Bisses,
ein Fetzen Luft zwischen den Zähnen,
mit allen brillanten Brechungen vereint.

Jetzt endlich kaufte sie den Stuhl,
um den Ereignissen beizuwohnen.
Heute weiß ich es nicht,
aber morgen werde ich mich gefragt haben.

Diese Welt erdulden oder eine andere illuminieren? Über die Bedeutung und den Nutzen des Horrors

In seiner interessanten Abhandlung in Buchform, Danse Macabre (1981), stellte Stephen King die folgende Theorie über die grundlegende und beständige Anziehungskraft des Horrors auf:

Warum soll man sich schreckliche Dinge ausdenken, wenn es doch so viel wirklichen Schrecken in der Welt gibt?

Die Antwort scheint zu sein, dass wir uns Horror ausdenken, um mit dem wirklichen Übel fertig zu werden.

Ganz passend für jemanden mit einem so königlichen Namen gab uns der King in dieser Passage praktisch die Eine Theorie, um sie alle zu knechten, die eine Idee, die zur einfachen Antwort auf die Fragen nach dem inneren und beständigen Reiz des Grauens werden sollte. Unzählige Schöpfer und Konsumenten solcher Unterhaltung haben in den letzten drei Jahrzehnten die Logik des Kings so weit wiederbelebt, dass sie zu einem praktischen Bezugspunkt geworden ist, den jeder Horror-Fan auspacken kann, wenn seine oder ihre krankhaften Vorlieben in Frage gestellt werden. Warum Horror? Weil unsere Seelen ein Überlebenstraining brauchen, um sich für den Ernstfall zu wappnen, sobald der Ernstfall auf uns zukommt, versteht sich! Diese Welt erdulden oder eine andere illuminieren? Über die Bedeutung und den Nutzen des Horrors weiterlesen

Der Pionier

 

Da es ihm nun schon einmal passiert war,
wollte er es natürlich auch verschweigen.
Dass sich vor ihm Brücken bildeten,
wenn er auf ein Hindernis zusteuerte,
das kam erst später. Also saß er auf der Küchenbank, drückte
sein Gesicht in die Suppe und erinnerte sich an all seine Taten,
bei denen er die rechte Hand nicht eingesetzt hatte, verschluckte
sich an mehreren Wintern, trug diesmal jedoch nicht so dick auf.
„Ich sterbe“, dachte er, was immer das zu bedeuten hatte.
„Ich sterbe im Saloon zu Memphis.“

Und damit war der Fall erledigt.

W. F. Harvey

Es mag etwas überraschen, einen so sträflich vergessenen Autor wie William Fryer Harvey gleich neben einige der größten Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts zu stellen, denn kaum je hört man selbst aus Kreisen, die sich vermeintlich etwas mit der phantastischen Literatur auseinandersetzen, von ihm reden. 1955 lobte ihn die Times und betrachtete ihn als gleichwertig mit MR James und Walter De La Mare. Es ist nicht so, dass man immer etwas auf solche Aussagen geben müsste, aber man hätte erwarten können, dass sich das interessierte Publikum zumindest selbst davon überzeugt. Aber das geschah nicht, und so finden sich bis heute kaum nennenswerte Spuren von ihm. Obwohl Harvey dafür gefeiert wurde, im ersten Weltkrieg sein Leben aufs Spiel gesetzt zu haben, als er einen im lecken und vollgelaufenen Maschinenraum eines Zerstörers eingeklemmten Maat operierte, obgleich die Gefahr bestand, dass der Zerstörer auseinander brach – wofür er die Tapferkeitsmedaille bekam -, bleibt er doch für seine Geistergeschichten in Erinnerung, die zu den besten gehören, die je geschrieben wurden. Viele literarische Riesen haben sich diesem Genre verbunden gefühlt, und deshalb ist es umso bemerkenswerter, gerade in diesem Feld ein Zeichen zu setzen; aber Harvey Stil fühlt sich an wie ein dunkles Schattenbild der Geschichten Sakis (Hector Hugh Munro) und verdienen es, gefeiert zu werden.

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Die Rückläufigen Ängste der Konz

 

Tanze, Konz,
Tanze in der Milch menschlicher Kindheit!

Brosamen-Skizze, Katarakt-Design, Wildflächenstraße,
Reh-Hirsch kreuzt beim Rasieren das Waschbecken des
Grauens. Her mit der Hand, du Wildwuchs der
Posaune! An den Schunkel-Liedern erstickt die
Gefällige Masse, der Spasmen-Fanclub. Das
Blöde Licht spottet der Morgenwäsche, dem
Eingeölten After, der rasierten Zwetschge.

So ein Tag, so butterbroten wie heute. Im Porno
Kino: Minnie Maus mit Dildo.

Das Veloziped ronderte und rumpte über die
Schlank anzusehende
Straße ohne Kurve, ohne Gerade, ohne Teer, ohne Fuß
Gänger, überhaupt gab es keine Straße &
Das Veloziped war vielmehr ein Bein in Socken,
Oder zwei Beine, vom Rumpf getrennt, die über
Ein Waschbrett stompten & Geräusche machten,
Als würde Seifenlauge gemischt. Aber hinten
Krächzte ein Hahn, stellen Sie sich das vor!

Fand der Metzger seinen Dollar wieder, den er
In einer Schweine-Fud vor dem Finanzamt versteckt hatte?
Aber ja, Konz, aber ja! Gegrillt
Eines Tages & ganz speckig. Die Rückläufigen Ängste der Konz weiterlesen