Denis Scheck: Schecks Kanon

Es ist nicht so einfach, eine Hundertschaft Werke auszuwählen, wenn man über Genre- und Zeitgrenzen seine Pfeife ausbeutelt. Scheck scheint diesbezüglich gar kein deutscher Literaturkritiker zu sein, denn er besitzt Geist, Witz – und ihm fehlt das ignorant Deppenhafte etwa jener Gestalten des Literarischen Quartetts. Scheck kommt aus der Komparatistik und sein Spruch: „Ich weiß, was ich tue!“, stimmt vollumfänglich. Er hat sich nie in der Gosse der Schubladen aufgehalten, genießt vielmehr, was wirklich zählt. Einer Meinung mit ihm muss man längst nicht immer sein, aber man sollte ihm zuhören, weil er die Literatur wirklich liebt, unbenommen von ihrer lebensrettenden Funktion spricht. So findet sich Lyrik, Jugendbuch, Fantasy, Kriminalliteratur und Comic neben bekannten Klassikern. Einen „wilden Kanon“ legt der Kritiker vor und weiß um die „Frivolität“ dieses Unterfangens. Interessant sind in dieser Hinsicht immer die Diskussionen darüber, was dem ein

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt!