Superman – Der Mann aus Stahl

Ein merkwürdiges Schauspiel bot sich auf dem Titelblatt der ersten Ausgabe von Action Comics im April 1938 seinen Lesern. Ein seltsam gekleideter Mann mit rotem Umhang hielt ein ganzes Auto über seinen Kopf.

Action Comics #1
Action Comics #1, © DC

Auf seiner Brust prangte ein rotes “S” auf gelbem Grund. Der Stil mag sich im Laufe der Jahrzehnte geändert haben, aber der Mann aus Stahl wurde immer in den gleichen Farben gezeigt: rot, gelb und blau.

In einer stillen Nacht im Jahr 1933, irgendwo in einem Vorort von Cleveland, saß ein 18-jähriger Junge namens Jerry Siegel schlaflos in seinem Zimmer. Draußen rauschte der Wind durch die Baumwipfel, und das Dröhnen der Großen Depression hing über der Stadt wie ein bleierner Nebel. Drinnen, bei schwachem Licht, tippte Jerry fieberhaft auf seiner Schreibmaschine. Es war keine gewöhnliche Geschichte, die er da schrieb. Es war die Geburt eines Traums, und der Anfang einer Legende.

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Alan Moore: Der Magier aus Northampton

Alan Moore
Kredit: Kazam Media/REX Shutterstock (Alan Moore)

Alan Moore als einen zornigen Literaten zu bezeichnen, scheint verlockend einfach. Doch auch wenn sich in seinen Äußerungen immer wieder Spuren von Empörung finden, wird diese Zuschreibung seiner Komplexität kaum gerecht. Geboren am 18. November 1953 in Northampton als Sohn einer Druckerin und eines Brauereiarbeiters, trägt Moore die Eigenheiten seiner Heimatstadt tief in seiner Vorstellungskraft mit sich. Northampton, diese unspektakuläre englische Mittelstadt, besitzt eine Geschichte, die gleich Lava unter einer scheinbar ruhigen Oberfläche schwelt. Moore hat sie zum zentralen Bezugspunkt seiner kreativen Mythologie erhoben. Nur wenige einflussreiche Autoren haben ihre Herkunftsorte derart stark in ihrer Arbeit verankert wie er. Die viktorianischen Straßenpflaster aus From Hell oder die elisabethanischen Geisterstimmen in seinem Roman Voice of the Fire zeugen von dieser Bindung. Für Moore ist Northampton das, was Dublin für James Joyce war: eine Landkarte der gesamten Realität. 

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Unheimliche Puppen

Ein Mädchen spaziert an der Hand ihrer Mutter die belebte Straße entlang, während es in der anderen Hand eine zerlumpte Puppe hält, die es achtlos über den Gehweg schleift. Als dein Blick auf die Puppe fällt, schleicht sich ein eigenartiges Gefühl bei dir ein. Für einen kurzen Moment scheint die Puppe ihren Kopf zu drehen und starrt direkt in deine Richtung.

Annabelle
Annabelle

Warum kommen uns Puppen oft so unheimlich vor? Liegt es an ihren leeren, emotionslosen Augen? An der verletzlichen Nähe zu einem arglosen Kind, das sie stets begleitet?

Puppen gibt es seit vielen Jahrhunderten. Ursprünglich fertigten Stammesfrauen sie aus Gräsern in Menschenform, um ihre kleinen Mädchen zu beschäftigen. Mit der Zeit entwickelten sich diese Spielgefährten weiter, wurden immer detailgetreuer und manchmal erschreckend lebensecht. Auch Jungen haben eine Vorliebe für Puppen, die sie natürlich Actionfiguren nennen. Doch hin und wieder scheinen diese Spielzeuge eine düstere Rolle im Leben eines Kindes zu spielen.

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Comics – Ein Medium im Aufstieg

Comicbibliothek von Michael Studt

Comics verfügen seit jeher über spezifische Vorteile gegenüber anderen Medienformen – etwa ihre jahrhundertealte Tradition sowie ihre beinahe universelle Verbreitung. Die Annahme, dass Comics das kommende Jahrhundert dominieren könnten, lässt sich nur dann angemessen verstehen, wenn man anerkennt, dass sie bereits in früheren Jahrhunderten eine bedeutende Rolle gespielt haben, insbesondere in jenen Epochen, die vor der weitverbreiteten Alphabetisierung lagen.

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London after Midnight

Lon Chaney

Lon Chaney war ein Ausnahmetalent als Schauspieler, aber auch ein Meister der Maske. Er hob den Einsatz von Make-up im Film auf ein neues Niveau, indem er komplexe und transformative Looks schuf, die es ihm ermöglichten, eine beeindruckende Bandbreite an grotesken Charakteren zu verkörpern, darunter ikonische Rollen in Filmen wie Der Glöckner von Notre Dame, Das Phantom der Oper und Die unheiligen Drei. Sein berüchtigter Koffer, randvoll mit Schminkutensilien, Werkzeugen und Schnüren, wurde geradezu legendär.

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