Folge 35: Lucky Luke (Schneller als sein Schatten)

Wenn Lucky Luke hier in unserer Liste auftaucht, dann ist damit die Figur gemeint, die von 1955 – 1977 von Rene Goscinny getextet und von Morris gezeichnet wurde. Jeder modernistische Eingriff wird hier ignoriert, weil er in den seltensten Fällen der Figur gerecht wird und – ganz im Gegenteil – sie bis in unsere Tage hinein sogar zerstört hat. Das gleiche Phänomen ist innerhalb der Asterix-Bände zu beobachten.

Dieses Highlight der französisch-belgischen Comic-Schule wurde 1946 vom Grafikkünstler Morris (Maurice de Bévère) geschaffen, der zunächst sowohl zeichnete als auch schrieb. Lucky Luke begann als semi-seriöser Comic mit einem schroffen Cowboy-Helden, vielen Schießereien und gelegentlichen Todesfällen.

Morris schickte seine Panels mit der Post von New York nach Europa, wobei sie manchmal verloren gingen und Morris von vorne anfangen musste. Tatsächlich hat der Künstler in solchen Fällen nicht versucht, zu zeichnen, was er noch in Erinnerung hatte, sondern entwarf eine völlig neue Geschichte. Seine Recherchen waren so ergiebig, dass kein Mangel an Ideen herrschte.

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Folge 34: 100 Jahre Hercule Poirot – Das fehlende Glied in der Kette

Mit zwei Milliarden Büchern, die in über 100 Sprachen übersetzt wurden, ist Agatha Christie die unangefochtene Königin des Kriminalromans, die weltweit meistverkaufte Romanautorin und die wohl erfolgreichste weibliche Bühnenautorin aller Zeiten. Im Oktober 2020 jährte sich die Veröffentlichung ihres ersten Romans “Das fehlende Glied in der Kette” zum 100ten Mal, und damit auch das Erscheinen des legendären Hercule Poirot, dem kleinen Mann mit dem tadellos gepflegten Schnurrbart, der mit Hilfe seiner  “kleinen grauen Zellen” jedes Verbrechen lösen konnte. 

Mit zwei Milliarden Büchern, die in über 100 Sprachen übersetzt wurden, ist Agatha Christie die unangefochtene Königin des Kriminalromans, die weltweit meistverkaufte Romanautorin und die wohl erfolgreichste weibliche Bühnenautorin aller Zeiten. Im Oktober 2020 jährte sich die Veröffentlichung ihres ersten Romans “Das fehlende Glied in der Kette” zum 100ten Mal, und damit auch das Erscheinen des legendären Hercule Poirot, dem kleinen Mann mit dem tadellos gepflegten Schnurrbart, der mit Hilfe seiner  “kleinen grauen Zellen” jedes Verbrechen lösen konnte. 

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Das Kartenmaterial der Fantasy-Literatur

Karten sind dem Fantasyfan genauso wichtig wie die phantastischen Elemente einer Geschichte selbst. Auch das Artwork spielt eine entscheidende Rolle, so dass man durchaus behaupten kann, Fantasy-Leser tendieren zu einer nahezu ganzheitlichen Erfahrung. Viele folgen ihren Helden sozusagen parallel zu dem, was sie lesen, mit dem Finger auf der Landkarte oder werfen zumindest einen Blick auf die Karte, um zu sehen, wo sie sich der nächste Außenposten, die Taverne oder Stadt befindet. Auch wenn heute Karten immer mehr aus der Mode kommen, ist der Tenor doch weit verbreitet, dass Karten eine gute Sache sind. Es gibt sogar Umfragen, aus denen hervorgeht, dass manche ein Buch, in dem keine Karte enthalten ist, gar nicht kaufen würden. Das klingt ziemlich verrückt, oder nicht? Kein Mensch würde auf die Idee kommen, vor dem Fernsehapparat zu sitzen, mit einer Karte in der Hand – oder sich den Film, gibt es keine Karte dazu, nicht anzusehen. Mittlerweile geht der Trend ohnehin dahin, keine Karten mehr ins Buch zu drucken, denn nur eine wirklich gute Karte bringt der Geschichte eine weitere Dimension ein, eine schlechte Karte hingegen könnte vom Leser als Kurzsichtigkeit des Autors ausgelegt werden, die Schwächen eines fragilen Konzepts hervorheben und die Aufmerksamkeit auf den schlechten Stil lenken.

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