Das Dilemma der Phantastik
Man hat sich lange sehr gewundert und viel darüber spekuliert, warum im deutschsprachigen Raum was man als Fantastische Literatur bezeichnet so einen schlechten Stand habe, dass sie samt und sonders in das Reich des Trivialen abgeschoben wird, und dabei doch mancher über die Genregrenzen hinaus angesehene Klassiker der Fantastik aus den Federn deutschsprachiger Autoren stammt. Erwähnen wir Hoffmann, Kafka, zum Beispiel, denkt niemand an schundverpackte Taschenbücher mit reißerischen Titeln, die im Sortiment eines Zeitungsstands besser aufgehoben wären, als in den Regalen der Hochliteratur – keineswegs! Und anderswo, im Angelsächsischen, Spanischen, Frankophonen etwa, ist man diese vehemente Abkehr des Feuilletons, der Akademiker und der anspruchsvollen Autoren selbst von dem Fantastischen nicht gewohnt. Woran liegt es also bei uns? Was ist mit der deutschsprachigen Fantastik geschehen, dass sie nun ein Schmuddelkinddasein fristet? Und noch vorneweg: ist das denn überhaupt so?