Die obskuren Welten der Fantasy und ihr Selbstverständnis

Bevor wir beginnen, lassen Sie mich Ihnen zeigen, worum es geht. Der Berg unter unseren Füßen heißt Fatum. Es ist der höchste Gipfel dieses Gebirgszugs, den die letzten Zwergenstämme, die tief in seinem Inneren ihre unheiligen Maschinen aus der Glut der Lava ziehen, den Großen Falz vor dem Abgrund nennen. Ich hoffe, Sie sind schwindelfrei. Falls nicht, bleiben Sie besser hier stehen, während ich die übrigen von Ihnen zur Brüstung der Aussichtsplattform bringe, um Ihnen die schier endlosen Weiten dieser magischen Welt zu präsentieren. Das Land, welches direkt am Fuß der Falz liegt, nennt sich schlicht Das ewige Schlachtfeld. Es hatte vielleicht einmal einen anderen Namen. Aber so genau weiß das niemand mehr.

Interview mit Simona Turini

PHANTASTIKON

Hallo Simona, ich lasse die Floskeln mal weg und frage gleich: Warum sollte man TRÜMMER (jüngst erschienen bei Amrûn) lesen?

SIMONA

Hallo Michael, gute Frage… Nun, wenn man Lust auf eine spannende, blutige und rasante Zombie-Geschichte mit Hippies, Einsiedlern und merkwürdigen Wendungen hat – frei von den üblichen Zivilisten, die auf merkwürdige Wege an Waffen gelangen & aus noch merkwürdigeren Gründen damit umgehen können – dann ist »Trümmer« die richtige Wahl. Die Untoten halten sich zugegebenermaßen ein klein wenig im Hintergrund, aber glaubt mir: Das bedeutet nicht, dass sie nicht trotzdem mächtig viel Ärger machen können!

Die Spur des Hexers

Die Spur des Hexers

Heute geht es um Wolfgang Hohlbein und seinen Hexer von Salem. Das war eine Roman-Serie, die von 1985 bis 1987 im Bastei-Verlag erschien, vorher aber schon im legendären Gespenster-Krimi startete, auch wenn es dort nur zu sechs Ausgaben kam. Später wurde die Serie im Taschenbuch weitergeführt und zum Schluss wurden 24 überarbeitete Bücher daraus. Hohlbein musste sich in vielen kindischen Kommentaren der Kritik aussetzen, dass er sich ordentlich bei Lovecraft bedient hat. Interessanterweise ist das genau der Sinn der Sache, aber im Gegensatz zu den Vielen, die heutzutage versuchen, wie Lovecraft zu klingen oder sogar Lovecraft zu sein, spinnt Hohlbein eine ganz eigene Variante im kosmischen Horror zusammen, die natürlich auf Unterhaltung abzielt – auf was denn sonst? Ich möchte mir an dieser Stelle die Serie eine Zeitlang anschauen und beginne mit dem Buch Die Spur des Hexers. Hohlbein hat erst 1990 den eigentlichen Beginn seiner Geschichte veröffentlicht. In diesem Prequel treffen wir Robert Craven nur am Rande an, denn er ist dort erst drei Jahre alt. Hauptakteur ist demnach dessen Vater Roderick Andara.

Weiterlesen

Interview mit Vincent Voss

VV: Ich finde, Vampire sind personifiziert, wohingegen Untote das als Gefahr selten sind. Deshalb kann man sie gut als Metapher und/oder als eine Art Urangst nutzen. Zum einen sind sie als Urangst ziemlich roh und ehrlich. Und im Gegensatz zum Bild, das wir von Vampiren haben, auch wirklich ekelerregend, ohne dabei ihre Menschlichkeit einzubüßen, wie zum Beispiel ein Ghoul oder Werwolf.

Das Dilemma der Phantastik

Man hat sich lange sehr gewundert und viel darüber spekuliert, warum im deutschsprachigen Raum was man als Fantastische Literatur bezeichnet so einen schlechten Stand habe, dass sie samt und sonders in das Reich des Trivialen abgeschoben wird, und dabei doch mancher über die Genregrenzen hinaus angesehene Klassiker der Fantastik aus den Federn deutschsprachiger Autoren stammt. Erwähnen wir Hoffmann, Kafka, zum Beispiel, denkt niemand an schundverpackte Taschenbücher mit reißerischen Titeln, die im Sortiment eines Zeitungsstands besser aufgehoben wären, als in den Regalen der Hochliteratur – keineswegs! Und anderswo, im Angelsächsischen, Spanischen, Frankophonen etwa, ist man diese vehemente Abkehr des Feuilletons, der Akademiker und der anspruchsvollen Autoren selbst von dem Fantastischen nicht gewohnt. Woran liegt es also bei uns? Was ist mit der deutschsprachigen Fantastik geschehen, dass sie nun ein Schmuddelkinddasein fristet? Und noch vorneweg: ist das denn überhaupt so?

Goblin Press – Die Horror Fabrik

Wer in Deutschland den einen oder anderen Fantastik-BuchCon besucht hat, den in Marburg etwa oder den in Dreieich, dürfte bereits über das Ouevre der Goblin Press gestolpert sein, so wie es mir geschehen ist. Hier werden Bücher für Bibliophile angeboten, die kurioserweise mit den denkbar einfachsten Mitteln hergestellt werden. Mit Klemmschiene gebunden sind Goblin-Bücher üblicherweise nicht mehr als einhundert Seiten stark, die Seiten selbst sind einfach gedruckt und gefalzt. Die Falz zeigt nach außen, wodurch in einer Art Innenleben verborgene Seiten entstehen, auf denen sich mitunter Dinge befinden, die nur ein mutiger Schnitt am Produkt hervorholen wird.

Cyberpunk

“Dreckige Straßenschluchten, sporadisch erhellt von grell zuckenden Neonreklamen. Und der Regen, dieser ständige Regen. Die Welt ist zwar nicht untergegangen, aber bis in die tiefsten Schichten hinein toxisch. Der Großteil der Menschheit fristet ihr Dasein in den überbevölkerten Sprawls, während in den hohen Wolkenkratzertürmen über dem Unrat die Reichen ihre Wirtschaftsimperien verwalten.”

Inhalte, Illustrationen, dargestellte Bilder & Fotos sind urheberrechtlich geschützte Werke ihrer jeweiligen Eigentümer*innen.

© 2026 phantastikon.de | Alle Rechte vorbehalten.