• Das Höllenhaus
    Die unendliche Bibliothek,  Gothic Novel,  Thriller

    Gothic Novel und Thriller: Richard Matheson – Das Höllenhaus

    Eines lässt sich gleich zu Beginn sagen: wer eine gute Spukhaus-Geschichte zu schätzen weiß, ist hier richtig, denn tatsächlich hat Matheson mit seinem Höllenhaus eine der besten des Genres geschrieben. Das wusste auch Stephen King zu schätzen, als er sagte, dass Matheson derjenige war, der den Horror aus einer vergangenen Zeit in ein bekanntes Jetzt katapultierte. King lebt schließlich in Maine, und genau dort spielt Mathesons Roman. Unterteilt ist das Buch nicht in klassische Kapitel, sondern durch Datumsangaben und Uhrzeiten, wobei letzteres immer ein Unterkapitel bildet. Die Geschichte spielt im Dezember 1970 und beginnt am 18. Dezember um 15:17 Uhr. Wer hier eine traditionelle Geistergeschichte erwartet, wird überrascht sein. Das…

  • Ikonographie
    Helden, Versager und andere Ikonen

    Harry Potter (Der Zauberlehrling)

    Ein sensationeller Erfolg Auch wenn bei einer Abstimmung über die beliebtesten Charaktere in J. K. Rowlins berühmter Serie, die von dem Verlag Bloomsbury durchgeführt wurde, Serverus Snape vor Hermine Granger als eindeutiger Gewinner hervorging, darf das nicht darüber hinweg täuschen, dass Herry Potter selbst zu einer der größten fiktionalen Popikonen aller Zeiten gezählt werden kann. Die Abstimmung – bei der er nur den vierten Platz belegte – zeigt aber eines: Wenn man von dieser unglaublichen Erfolgsgeschichte in Buch und Film spricht, dann ist das bei Weitem nicht Harry allein zu verdanken. Dumbledore, Ron Weasley, Sirius Black, Dobby – all diese Figuren bilden den Brunnen, aus dem eine jener Figuren erwuchs,…

  • Jonathan Strange
    Die unendliche Bibliothek,  Historischer Roman,  Phantastik und Fantasy

    Susanna Clarke: Jonathan Strange & Mr. Norrell

    Susanna Clarkes Debütroman Jonathan Strange & Mr. Norrell eroberte im Jahr 2004 mit starker Unterstützung eines selbstbewussten Verlegers die Genrewelt im Sturm und verdrehte sogar einigen Mainstream-Literaten den Kopf. Teils historische Fantasy, teils alternative Geschichte, ein bisschen Schwert und Zauberei mit einem Hauch von Gothic, gewann der Roman mehrere Preise und wurde in seinen ersten Jahren seines Erscheinens mehrfach neuaufgelegt. Bücher von derart gereifter Imagination und mit kulturell relevanten Aussagen innerhalb eines großen historischen Umfangs, geschrieben in einer stilvollen Prosa, gibt es nicht oft zu bestaunen. Es ist die Geschichte der Wiedergeburt der Magie in Großbritannien in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Und sie kehrt nicht in der Form zurück,…

  • Texte

    Wayward

    Der Instinktlose blieb stehen in einem Feld aus Flecken. Die räuberische Kraft war geboren. So barst eine große Population aus den Maulwurfhügeln, in Eisen geklemmt wie Ritter nicht. Wahrhaftig seemännisch, wahrhaft sauertief. Ein Ringen begann. Es glaubt kein Fiebertross an einen Eunuchen. Ich befand mich außerhalb der Rufweite meiner behelmten Launen. Wayward. In einer Welt von außerordentlicher Länge käme ein Zerfall ganz recht. Bündig wie Gartenblumen schiene mir die Schneise geschlagen, um hinzugehen, zu verweilen und darüber hinaus nichts zu tun.

  • Die Knochenuhren
    Die unendliche Bibliothek,  Phantastik und Fantasy

    David Mitchell: Die Knochenuhren

    Vor ein paar Jahren hatte Mitchells Wolkenatlas für nicht gerade wenig Furore gesorgt. Dennoch. Seine Romane hinterließen stets ein Gefühl des Unvollständigen, von zu vielen Ecken und Kanten. Denn so einzigartig beispielsweise die Handlung von Die tausend Herbste des Jacon de Zoet auch ist, hat sie etwas Mühe, ihre verschiedenen Standpunkte zu einer Einheit zu verschmelzen. Der Wolkenatlas ist ein großartiger Mischmasch unterschiedlichster Genres, krankt aber daran, die Stimmen seiner Figuren kaum zu unterscheiden. Chaos ist ein exzellentes Debüt, hat aber das Problem, die überschwängliche Prosa mit seinen angestrebten Themen in Einklang zu bringen. Mit Die Knochenuhren von 2014 hat Mitchell jedoch alles auf den Punkt gebracht. Die Kanten wurden…

  • Geister und Gespenster
    Themen

    Erotik im literarischen Horror

    Der Sexus bestimmt unser Handeln. Das jedenfalls nehme ich stark an, entspringt meiner Wahrnehmung, die ich habe, blicke ich mich um, beobachte ich, wie Wesen und Dinge auf mich wirken. Was mit mir und ihnen geschieht, interagiere ich, empfange ich – ganz nüchtern formuliert – Informationen, die mir meine Umwelt bietet, weil ich ihr meine anbot und versendete. Meine Umwelt. Eine Welt um mich herum. Eine, in der ich jemand anderem Umwelt bin. In der mir der Andere Umwelt ist. Und das in aller Pluralität. Der Andere. Die Anderen. Das Andere. Das Unbekannte, das mich konfrontiert. Das im Dunkeln Liegende. Zu Erforschende. Nicht selten Angst machende. Der Horror in der…

  • Der Vampir im Laufe der Geschichte
    Themen

    Der Vampir im Laufe der Geschichte

    Vampire haben eine umstrittene Geschichte. Einige behaupten, dass diese Kreaturen “so alt wie die Welt” seien. Aber neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass unser Glaube an Vampire und Untote im 18. Jahrhundert geboren wurde, als die ersten europäischen Berichte über dieses Phänomen erschienen. Wir wissen, dass 1732 das Annus Mirabilis des Vampirs war. In diesem Jahr wurden 12 Bücher und vier Dissertationen zu diesem Thema veröffentlicht. Der Begriff “Vampir” taucht laut dem Gothic-Experten Roger Luckhurst ebenfalls in diesem Jahr zum ersten Mal auf. Aber archäologische Entdeckungen von ungewöhnlichen Bestattungen in Europa in den letzten Jahren legen nahe, dass der Glaube an Vampirismus und an Wiedergänger bereits vor 1500 die Menschen…

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