Frank N. Furter: He’s just a sweet transvestite

Tim Curry, für den die Rolle des extravaganten, promiskuitiven und spektakulär unheimlichen Paradiesvogels aus transylvanischer Galaxie der obligatorische Fluch und Segen wohl gleichsam bedeutete, – seit über vierzig Jahren Mister Frank N. Furter, das dürfte eine nicht immer glücklich machenden Ewigkeit sein – , war in seiner grotesk-frivolen Maske fleischgewordenes Revoluzzer-Pendant zum etablierten Gentleman-Vampir. Er wurde in den 1970ern zur Ikone der Schwulen-Szene, darüber hinausgehend noch: Tim Curry/Frank N. Furter galt als Symbolfigur für ausgelebte Exzentrik, provokant ungezügelte Leidenschaft und einer in Lack, Leder und Rüschen verpackten Selbstdarstellung und zugleich erotischer Selbstgefälligkeit.

Suspiria / Dario Argento

Über 40 Jahre alt glauben viele Cineasten, dass das Original ein heiliges Kunstwerk ist, dem man nicht das Wasser reichen kann. Die satten Farben, die höhlenartigen Sets, der haarsträubende Soundtrack und der erschreckende Ton des Films machen ihn zum Zentrum eines wahrhaftigen Kults. Für mich ist SUSPIRIA ohnehin einer der besten Filme aller Zeiten.

Superstar Lassie: Hund der Wunder, Held der Träumer

Timmy Martin trug karierte Hemden und sah ein bisschen aus wie mein kleiner Bruder in älter. Das verlor sich aber. Lassie sah aus wie gemalt, und das verlor sich nie. Sie gehörte zu meinen drei wesentlichen Wünschen. Die waren wohl recht vernünftig für mein Alter. Damals, als noch alles möglich, kaum etwas unfassbar und nichts unberechenbar schien. Hoffnung war Ziel, Traum war Alltag, Phantasie war Logik. Was sonst?

Die ganz und gar bezaubernde Jeannie

Jeannie. Die aus dem Fernsehen. Die in einer Flasche wohnt, einmalig schön ist und zaubern kann. Ich stellte mir vor, wie ich in dem rosafarbenen Anzug aussehen würde, – feengleich vermutlich, bezaubernd im Sinne des Erfinders, überirdisch gut allemal – , und träumte mich einfach weg, bis mein Großvater hüstelnd trommelte und sein alter müder Hund mich vorwurfsvoll anstupste. Die beiden wollten nach Hause.

Thomas Ligottis Tankstellen-Jahrmärkte (Gas Station Carnivals)

Ungewöhnlich innerhalb einer seiner Erzählungen zweimal lachen zu müssen. Das hatte ich nicht erwartet. Doch so erging es mir mit der Kurzgeschichte Tankstellen-Jahrmärkte (im Englischen: Gas Station Carnivals), die aus der Sammlung The Nightmare Factory (1996) stammt. Und so konnte ich mich recht schnell entscheiden, mit welcher phantastischen Schauderphantasie Ligottis ich hier zuerst ins Feld ziehen würde.

Geschichten in Geschichten in Scott Lynchs Gentelman-Bastard-Serie

Geschichten in Geschichten. Dies ist eine der ältesten Strukturen des Geschichtenerzählens, die bis ins alte Ägypten reichen. Allein der westliche Kanon hat – beginnend bei den Canterbury-Erzählungen über Hamlet bis zu Italo Calvons Unsichtbaren Städten – eine Fülle namhafter Werke hervorgebracht, die dem Reiz, Narrative ineinander zu schachteln, nicht widerstehen konnten. Autoren spekulativer Literatur wie Margarete Atwood oder Neil Gaiman sind ebenfalls in der Lage, diese Disziplin anzuwenden und dadurch mit einer wunderbaren Wirkung zu versehen.

Lars von Triers Antichrist

Lars von Triers 2009 erschienenes Psychodrama, das sich dem Publikum – schaut man es unter dieser Prämisse – auch in Form einer pathologischen Studie darbietet, setzt dem Horror in ganz eigener Weise Hörner auf. Es ist nicht allein nur eine Studie, die sich die uns hier gezeigte Paarbeziehung zum Gegenstand genommen hat, um einen abnormen Verlauf nachzuzeichnen, es ist auch eine, die sich die nach und nach offenbarte und somit festgehaltene Krankheitsgenese der beiden zum Anlass nimmt, das womöglich eigentliche Thema von Interesse herauszupellen. Und zwar beim Zuschauer. Der vielleicht, wie ich es tue, nach dem Wissensstand der medizinischen Psychologie von heute fragt, vor allem aber nach ihrer Praxis und Anwendung. Eine Studie also, die sich den Patienten anschaut, der ihre heutigen Dienstleistungen in Anspruch nimmt.

Die fabelhafte Hasenpfote

Hier haben wir also die erste Geschichte von Carl Barks vorliegen, die er sowohl selbst geschrieben als auch gezeichnet hat. (Die Story zu „The Victory Garden“, mit der die Barks-Zehnseiter-Ära beginnt, wurde ihm nämlich noch von Western Publishing zugeschickt.) Barks war mit „Die fabelhafte Hasenpfote“ („The Rabbit’s Foot“) am 23. Dezember 1942 fertig, erschienen ist sie aber erst im Mai des darauffolgenden Jahres.

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