Die Spur des Hexers / Wolfgang Hohlbein

Roderick Andara befindet sich seit zehn Jahren auf der Flucht vor einem namenlosen Grauen, das ihn, einen Abkömmling der Hexen von Salem, nicht zur Ruhe kommen lässt. Als Jahrmarktsmagier verdingt er sich, um seine Identität zu verschleiern und um ständig in Bewegung zu bleiben und doch seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Seine Frau Jenny – und Mutter des jungen Robert Craven – ist vor wenigen Jahren bei einem rätselhaften Schiffsunglück ums Leben gekommen. Weil er seinem Sohn die strapaziösen Reisen einerseits, und die Gefahr andererseits, nicht mehr zumuten will, bringt er Robert nach Walnut Falls zu einer Pflegemutter, die er in einem einjährigen Briefkontakt auf Herz und Nieren abgeklopft hatte.

Scarlett O’Hara: Traumfrau, Emanze, Edelluder

Unbemüht gedacht könnte man sagen, Scarlett O’Hara sei das wohl berühmteste Luder des vergangenen Jahrhunderts. Mitnichten eine ordinäre Schlampe, sondern ein Exemplar der absolut faszinierenden und damit zweifellos seltenen Spezies. Zum Niederknien schön, beneidenswert willensstark und zur Verzweiflung der Edelmütigen, zum Entsetzen der Warmherzigen ganz besonders egoistisch, berechnend und kühl. Eben ein Luder. Wohlgemerkt: Unangestrengt gesagt.

Die Enwor-Saga von Wolfgang Hohlbein

Interessanterweise macht Hohlbein im vormals EndWorld genannten Kosmos das, was Stephen King später mit seinem Dunklen Turm machen sollte (auch wenn man beide Welten nun wirklich nicht miteinander vergleichen kann); er verlässt unsere Erde nicht, um sein Setting zu entfalten, sondern setzt seine Abenteuer in die Zukunft, direkt in eine Zeit hinein, da es unsere Zivilisation schon seit vielen Zehntausend Jahren nicht mehr gibt. Aber das war nicht das einzige Innovative.

Die Enwor-Saga

In den 80er Jahren haben einige sehr interessante Werke der Fantasy ihren Ursprung. Stephen King begann sein gewaltiges Epos Der dunkle Turm, Stephen R. Donaldson legte seinen Thomas Covenant vor. Und es gab noch andere, die heute zur Grundlage dieses Genres zählen, alles in allem aber war es ein Tasten im Dunkeln. Die meisten Autoren zeigten sich von Tolkien inspiriert, der wie ein Magnet alle Ideen an sich zu reißen schien. Deutsche Autoren waren ohnehin nicht auf dieser Landkarte verzeichnet.

Stephen King Re-Read: Feuerkind

Als Firestarter (Feuerkind) im Jahre 1980 veröffentlicht wurde, war Stephen King bereits ein echtes Phänomen. Er lebte in seinem berühmten Herrenhaus in Bangor, Maine, verdiente mehr Geld als er ausgeben konnte und sein neuer Vertrag mit New American Library war ein echter Glücksfall. Sie behandelten ihn dort besser als jemals bei Doubleday, aber was wirklich zählte: sie verstanden es besser, seine Bücher zu verkaufen. Ob es an seinem massiven Alkoholkonsum liegen mochte, oder an seiner neu hinzugewonnenen Kokainsucht; die Bücher, die er in dieser Periode seines Schaffens schrieb gehören zum dunkelsten und gemeinsten, aber auch zu den weniger umfangreichen Romanen seiner Karriere. Außerdem enthüllten sie eine wesentliche Tatsache über King: er schrieb überhaupt keinen Horror.

Stephen King Re-Read: Schwarz

Der große Protagonist hier ist Roland Deschain von Gilead, ein Revolverheld im Stil des alten Westens und letzter Spross eines verschwundenen Königreichs. Seine Mission, um nicht zu sagen, seine Besessenheit ist es, den zentralen Fixpunkt im Herzen aller Existenz zu erreichen, den dunklen Turm, den die Legionen des Chaos zu zerstören suchen und damit die Welt – alle Welten – zu vernichten suchen.

Der verführerische Fremde in dunklen Gassen: H.P. Lovecrafts „Er“

Die Realität selbst ist sinnentleert und schrecklich, oder etwa nicht? Wunder und Geheimnisse sind kraftvolle Verlockungen für den poetischen Geist. Es ist gar nicht so übel, ein unbewohntes New York der Vergangenheit zu imaginieren. Es ist sogar wundervoll, einen Blick auf die koloniale Vergangenheit zu werfen. Wenn der Erzähler nur damit zufrieden gewesen wäre! Doch der wünscht sich eine Vorschau auf die ferne Zukunft, die sich als sein schlimmster Alptraum entpuppt: New York wurde von gelben, schielenden Menschen übernommen, die zu einer seltsamen Musik tanzen. Wie die Männer von Leng! Wie die geistlosen Äußeren Götter! Lovecraft, so scheint es, hatte nicht viel für den Tanz übrig.

Die Stadt der singenden Flamme

Diese Geschichte, 1931 zum ersten Mal publiziert, drückt sich kunstvoll vor einer schlussendlichen Interpretation. Die möglichen Auslegungen erhöhen stattdessen das Fragenpotential gegenüber einer Natur, die von der menschlichen Fantasie herausgefordert wird. Die bedingungslose Ästhetik, psychologische und metaphysische Tiefen, die auf direktem Wege die Erfahrung stärkster Sehnsüchte zulässt, die hinter der Alltagsrealität liegt und die für gewöhnlich nur halb wahrgenommen werden können.

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