Holden Caulfield – Der Fänger im Roggen

Wie Holden Caulfield die Welt sieht, so will er sie auch sehen. Eine Welt, die man absolut unpassend finden sollte. Grundsätzlich schon ziemlich hassen müsste. Scheint, als habe er sich fest vorgenommen, alles nervtötend und verkehrt zu finden. Scheint, als wäre das auch berechtigt. Uns würde er höchstwahrscheinlich auch hassen. Zumindest frustriert betrachten und den Kopf schütteln. Könnte gleichfalls sein, wir wären ihm egal. Sollte uns das kränken? Wo wir ihn doch vergöttern, diesen kleinen Mistkerl, der lächerliche drei Tage verreiste und glatt eine Weltreise daraus machte. Einmal um den Globus. Ein Jahrhundert-Trip. Ein Weg, gepflastert mit Skepsis, Erwartung, Ratlosigkeit. Mit Wollen, Meinen, Fluchen, Sinnieren, Suchen. Fündig werden?

Der große schwarze böse Hund

Die Geschichte vom kleinen Hund und dem großen Schatten habe ich noch nicht erzählt. Ich wüsste nicht, dass jemand sie kennt, zumindest nicht so, wie ich sie kenne. Vielleicht gibt es sie auch gar nicht. Was ich bedauern würde, weil sie diesen Hunger auf ihre ganz besondere Art erklären könnte. Diese Gier. Diese Verfressenheit. Wäre sie wahr wie all die anderen Geschichte, die den falschen, den guten Lügnern entstammt, dürfte die vom kleinen Hund und seinem Schatten Angst machen. Richtig Angst.

Eisbegonien könnten es sein

Sie könnten die kleine böse Inspiration für eine große böse Sache sein. Meiner Schwester käme das nicht in den Sinn. Seit diesem unsinnig heißen Sommer ist sie begeistert von Eisbegonien. Die Botaniker unter uns werden das milde lächelnd abzeichnen, diese Blumen sind Rambos in der Hitze und segensreich für Gießmuffel. Eisbegonien machen sich überall hervorragend: Auf Hinterhöfen, Gräbern, in Vorgärten und Balkonkästen. Denkbar eben auch durchaus in Horrorgeschichten.

Fang nie was mit einer Klientin an

Zudem sei unbestechlich, nett und fair und unbewaffnet, träum’ was Schönes und merk’ dir das genaue Gegenteil. Denn so soll es natürlich (nicht!) sein im Film Noir. Dort liebt man die Straßen der Nacht, wedelt mit dreckigen Geldscheinen, die man sich nicht sauber denken muss und will, traut nichts und niemandem und liebt, wenn überhaupt, in erster Linie sich selbst. Seine Knarre, seine Kippe, seinen Whisky, seine Wut. Aber dann…

Rambo…und noch eins: Scheiß was auf die Welt!

Der Sohn der Nachbarin hatte ein Poster von einem durch den Urwald hechtenden Rambo mit Maschinengewehr und wilden Augen über dem Bett, stemmte Hanteln, ließ seine Locken wuchern und wickelte sich ein am Hinterkopf geknotetes Tuch um die Stirn. Dann machte er doch lieber Zivildienst im Krankenhaus, trug Birkenstock, und seine Mutter schnitt ihm die Haare. Er wurde später Banker und Vater von drei Töchtern. Vielleicht heulte er heimlich.

Winnetou: Edelmann der Superlative

Karl May proudly presents: Winnetou leibhaftig. Überirdisch gut. Ein herrlicher Mann mit reiner Seele, hinreißender Redner von tadelloser Gestalt mit schmaler, elastischer Taille und breiten, kräftigen Schultern, sanft gebogener Nase und ungeheuerlicher Macht in den dunklen, ehrlichen Augen… der Schnitt seines ernsten, männlich schönen Angesichtes fast römisch zu nennen, die Farbe seiner Haut ein mattes Hellbraun, mit einem leisen Bronzehauch übergossen, am Hals eine dreifache Kette von Krallen der Grizzlybären, welche er mit Lebensgefahr selbst erlegt hatte…

Al Bundy: So einen kann es nur einmal geben

Sein gequältes Grinsen steht für das Steak, das er nie kriegt. Für den Sex, den er nicht will. Für das Geld, das er nicht hat. Und NO MA’AM steht für National Organization of Men Against Amazonian Masterhood , ergo „Nationale Organisation von Männern gegen Amazonen-Machtausübung“. Solch einen Blödsinn befürwortet man selbstredend nicht. Taten wir auch nicht. Bei Al Bundy blieben wir politisch neutral.

Mister Spock: Logisch, dass solch ein Kerl fasziniert

Die NASA nannte ihn Inspiration. Ein großes Wort für eine fiktive Figur. Aber mein Reden. Ich nenne ihn auch so, weil es selbst in bescheidenem Sinne passt. Schlicht und direkt gesprochen, nur Inspiration. Das reicht für einen ungelenken Hofknicks. Bloß nicht zu viel Trara. Mr. Spock würde eine logische Huldigung bevorzugen. Wenn überhaupt. Wie die vernünftig praktiziert werden könnte? Ich schätze mal, das nicht zu erkennen. Und bin mir zumindest in dem Punkt klar, dass solch eine nutzlose Antwort ihm missfallen würde. Weil er da ganz speziell ist. Wissender. Sehr viel schlauer. Kreativer. Einfach besser. Und überhaupt:

Scarlett O’Hara: Traumfrau, Emanze, Edelluder

Unbemüht gedacht könnte man sagen, Scarlett O’Hara sei das wohl berühmteste Luder des vergangenen Jahrhunderts. Mitnichten eine ordinäre Schlampe, sondern ein Exemplar der absolut faszinierenden und damit zweifellos seltenen Spezies. Zum Niederknien schön, beneidenswert willensstark und zur Verzweiflung der Edelmütigen, zum Entsetzen der Warmherzigen ganz besonders egoistisch, berechnend und kühl. Eben ein Luder. Wohlgemerkt: Unangestrengt gesagt.

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