Eisbegonien könnten es sein

Sie könnten die kleine böse Inspiration für eine große böse Sache sein. Meiner Schwester käme das nicht in den Sinn. Seit diesem unsinnig heißen Sommer ist sie begeistert von Eisbegonien. Die Botaniker unter uns werden das milde lächelnd abzeichnen, diese Blumen sind Rambos in der Hitze und segensreich für Gießmuffel. Eisbegonien machen sich überall hervorragend: Auf Hinterhöfen, Gräbern, in Vorgärten und Balkonkästen. Denkbar eben auch durchaus in Horrorgeschichten.

Lange Schicht und einfach kein Ende

Manchmal ist das Leben herrlich unkompliziert. Da findet man bei der lästigen Suche nach irgend etwas Wichtigem und vermutlich prinzipiell Überflüssigem ein ramponiertes Taschenbuch, und wohlig warm wird’s ums Herz. Nachtschicht. Ich hab es zuerst gelesen, mein Bruder, der schon gierte, als Zweiter, es folgten Wolle Menzel, Thorsten Soundso und Mechthild „Mecki“ Strothmann.

Alien – Xenomorphe

Besonders interessant ist, dass das Alien, laut seiner filmischen Genese, als eine biologische Waffe dienen sollte. Inwiefern es sich dabei aber doch in ihrem Ursprung um eine bereits natürlich vorkommende Spezies handelt, die von einer alten Menschenrasse vielleicht nur genetisch modifiziert wurde, so, dass sie auf die DNA ihres Wirtes reagiert, wurde noch nicht genau geklärt. Auch erfahren wir über dieses Menschengeschlecht und ihre Motivation bisher leider nur sehr wenig.

Warum lesen wir Horrorliteratur?

Als ich gefragt wurde, ob ich an einer Kolumne mitwirken wolle, dachte ich, dass ich wohl über kosmischen Horror schreiben würde – immerhin veröffentliche ich ein Lovecraft-Magazin (The Lovecraft eZine). Ich hatte den Artikel bereits fertig, als ich bemerkte, dass ich nicht bei der Sache gewesen bin. Ob nun besser oder schlechter: ich schrieb einfach auf, was mich wirklich beschäftigte.

Das ist nicht lustig, aber schließlich geht es hier um Horror. Mein Lexikon definiert das als „auf Erfahrung beruhender, schreckerfüllter Schauder, Abscheu, Widerwille.“

Darren Aronofskys „mother!“

Am 5. September 2017 feierte dieses psychologisch herausragende transzendentale Drama Premiere. Es wurde bei den 74. Filmfestspielen in Venedig gezeigt. Am 14. September kam es zu uns in die Kinos. Nicht wenig Applaus, aber auch jede Menge Buh-Rufe hat es geerntet. Als misogyn oder platt-feministisch wurde es bewertet. Gar biblisch wurde es ausgedeuet.

Wolfman heult…und heult sein Lied des Todes

So ein Wolf hat seine besonderen Geschichten. Er begleitet Odin. Er ist wachsam, reissend und blutgierig, heißt Geri und Freki und läßt als Fenriswolf den Donnergott untergehen. Er jagt an der Seite von Diana, Artemis und Ischtar, die für ihre mächtigen Rudel Menschen in Wölfe verwandeln. Er ist Ahnherr von Dschingis Khan, Reitttier der Riesinnen, Totem der Kelten. Weiser Schöpfer der Schoschonen. Gott des Totenreichs, Symbol geheimnisvoller, dunkler Mächte. Angebetet von den Ägyptern, gefürchtet, verflucht im finsteren Mittelalter. Mächtige Dämonen werden nach ihm benannt. Grimm nennt ihn “das böseste aller Tiere”.

Jede (gute) Literatur ist dem Horror verbunden

Nichts in der Welt der Belletristik ist vergleichbar mit den täglichen Grausamkeiten, die die Menschheit sich selbst zufügt, oder mit dem scheinbar chaotischen und sicherlich gefühllosen Universum, das eine hässliche Axt aus Naturkatastrophen, Krankheiten und Tod schwingt. Wer den echten und nackten Horror erfahren will, die muss sich nur in der Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts umschauen – und der wird sich nach Stephen King sehnen.

Genre-Literatur – vor allem Horror und Noir – zeigt die dunklen Seiten des Lebens durch die Technik der Fantasy und einen grimmigen, fatalistischen Pessimismus. Horrorfilme neigen dazu, das wahre Grauen unter dem Deckmantel der Metapher zu verschleiern. Zombies, Vampire oder übernatürliche Monster, die Tod und Chaos bringen wollen, sind, so cartoonhaft sie auch sein mögen, nur Masken für die wahren Schrecken des Lebens. Die Noir-Literatur bahnt sich ihren Weg durch Korruption, Politik und Mord. Manchmal ist es einfach nur Galgenhumor, eine Art, dem Tod die Zähne zu ziehen, aber im besten Falle haben beide Genres eine einzigartige Art, ein Urteil über unsere wirkliche Welt zu fällen.

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