Den Horror nach Hause bringen

Vergiss die Blutflecken auf dem Flur zum zweiten Schlafzimmer – das war nur ein Mythos, erfunden von meinem sadistischen Onkel, um mich und meine Schwester mit schlaflosen Nächten zu peinigen. Niemand ist je in diesem Schlafzimmer gestorben, ganz egal, was er behauptete. Nein, der wirkliche Spuk hat seine Wurzeln tiefer in dieser Geschichte, eine wahre Geschichte, die auf das Jahr 1912 zurückzuführen ist, ein Datum, das in den aufwändigen Eisenklopfer an der Tür geätzt ist.

Das Scheitern der Furcht

Die Protagonisten sind weder angehende Hollywood-Größen noch durch Gymnastik gestählte Körper, die im Film in unterschiedlichen Phasen der Nacktheit gezeigt werden: es sind alltägliche Leute, die den Hauptteil des Films in Parkas rumlaufen. Das Dokumentarfilm-Motiv ist mittlerweile selbst zu einem Klischee verkommen, aber wir sehen noch immer die gleichen jungen Stahlkörper, die in Scheiben geschnitten und zu Würfeln gepresst werden, auf ihrem unvermeidlichen Weg in das nächste Sequel. Nicht wirklich beängstigend. Genauso wenig wie die literarische Seite der Gleichung – selbst durch die versiertesten Händen (und ich glaube, dass wir eine kleine Renaissance des Genres erleben) – gelingt es kaum, mich zu verunsichern.

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