Das Phantom von Versailles

In der langen Geschichte der menschlichen Wahrnehmung gibt es Ereignisse, die sich einer einfachen Erklärung entziehen. Sie existieren in einer Grauzone zwischen dem, was wir für Realität halten und Illusion, zwischen dem, was wir für Wissenschaft halten und Mystik. Eine solche Begebenheit ereignete sich an einem drückenden Augustnachmittag des Jahres 1901, als zwei englische Akademikerinnen namens Eleanor Jourdain und Charlotte Moberly, auf den gepflegten Wegen des Schlosses von Versailles wandelten – und sich, wie sie nicht ganz zu Unrecht glaubten, unversehens in eine andere Zeit versetzt sahen. Ihr Bericht, später in dem Buch An Adventure publiziert, wurde zu einer der bemerkenswertesten und kontroversesten Erlebnisse der paranormalen Literatur.

Stephen King – Der amerikanische Meister

Die Kontroverse um den literarischen Wert von Stephen King muss hier nicht wiederholt werden (obwohl wir dies im Laufe der Besprechungen seiner Werke tun müssen), der Autor hat sich von Anfang an selbst in die Falle manövriert: Wer sein eigenes Werk als das literarische Äquivalent eines Burgers mit Pommes bezeichnet, wird von einem leichtgläubigen Publikum schließlich auch so wahrgenommen. Das Problem an der Sache: Es stimmt nicht. Zwar ist es nicht falsch, King nicht zu mögen oder nicht lesen zu wollen (man pflegt seine Abneigungen, ob begründet oder nicht), aber eine echte Kritik kann nur entstehen, wenn man eine Ahnung hat, wovon man spricht.

Micky Maus und die Irokesenkette

Heute ist mir die Maus kein Faktor mehr, aber als ich neun Jahre alt war, lag mir Micky Maus mehr als die Ducks. Das lag vor allem an der Geschichte „Micky Maus und die Irokesenkette“ von Romano Scarpa aus dem LTB Nr. 9, 1960 veröffentlicht, die ja tatsächlich auch unter Kennern als eine der besten Maus-Geschichten überhaupt gilt. Man wusste damals nicht viel über die Zeichner und Autoren, aber jeder, den ich kannte, der las das Lustige Taschenbuch.

Memories of Ice / Steven Erikson:

Auch „Memories of Ice“, das dritte Buch der Serie “Malazan Book of the Fallen” (Das Spiel der Götter) fühlt sich an, als würde man den höchsten Berg der Erde besteigen. Blanvalet macht daraus die beiden Bände Die eisige Zeit und Der Tag des Sehers. Wir kehren auf den Kontinent Genabackis zurück (wo sich Buch 1 entfaltete). Viele Charaktere aus dem ersten Buch tauchen hier wieder auf, wie zum Beispiel die bemerkenswerten Publikumslieblinge Anomander Rake, Der schnelle Ben, Kruppe, Tool, Toc der Jüngere und Elster mit dem ganzen Rest der Brückenverbrenner.

Voltaires Kalligraph / Pablo De Santis

„Voltaires Kalligraph“ erzählt die Geschichte von Dalessius, der im Alter von 20 Jahren von Voltaire als Kalligraph und Archivar eingestellt wird. Obwohl der maschinelle Druck die Handschrift bereits weitgehend verdrängt hat, ist sie für viele Dokumente nach wie vor unverzichtbar – insbesondere für eilige oder einmalige Schriftstücke. Dieser Konflikt zwischen Mensch und Maschine zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman.

Der menschenfressende Baum von Madagaskar

Die Kryptozoologie und Kryptobotanik sind voller schillernder Erzählungen über mysteriöse Kreaturen und ungewöhnliche Pflanzen. Während das legendäre Ungeheuer von Loch Ness und der sagenumwobene Bigfoot in der Öffentlichkeit weit bekannt sind, gehören die erzählten Geschichten über menschenfressende Bäume auf Madagaskar oder die gefürchteten mongolischen Todeswürmer zu den weniger verbreiteten, aber nicht minder schaurigen Legenden.

Die drei ??? und die flammende Spur / M. V. Carey

Es ist schwierig für die neue Autorin, die in ein etabliertes Werk einsteigen und alles erkennbar beibehalten muss, während sie gleichzeitig Änderungen vornehmen will, die ihre eigene Sicht der Dinge zu rechtfertigen versucht. Das gleiche Problem stellt sich jedes Mal auch bei James Bond, wenn der Staffelstab weitergegeben wird. Mary Virginia Carey, die vierte Autorin im Bunde, muss sich etablieren, nachdem die drei Detektive bereits 14 Bücher auf dem Buckel haben.

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