Der grüne Mann

Der Grüne Mann ist ein Waldgeist, der seit Hunderten, vielleicht sogar Tausenden von Jahren in der Folklore verankert ist. Die Legende vom Grünen Mann stammt angeblich aus Europa, doch es gibt Geschichten und Belege dafür auf der ganzen Welt. Googelt man nach diesem Wesen, findet man eine Fülle von Informationen über seine Motive und Skulpturen, die in Kirchen in ganz Europa zu sehen sind. Doch hinter der Legende des Grünen Mannes steckt mehr.

Während der Grüne Mann in der heutigen Zeit als Gartenkunstwerk betrachtet wird, war er für unsere heidnischen Vorfahren einst ein Waldgott und der ultimative Wächter des Waldes.

Kathedrale Chartres
Grüner Mann, Kathedrale Chartres
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Das gläserne Archiv des Exils: Die Evolution von Supermans Festung der Einsamkeit

Selbst Gelegenheitslesern sind die spektakulären Bilder gigantischer Eiskristalle in der Arktis vertraut, doch für Comic-Enthusiasten ist die Festung der Einsamkeit weit mehr als ein beeindruckender Rückzugsort. Sie dient als chronologisches Archiv der DC-Geschichte und als Reflexion von Supermans Innerem – eine Mischung aus gemütlichem Hobbyraum und beunruhigendem außerirdischen Mausoleum.

Superman Eltern
Superman mit Eltern

Von der Berghütte zum Hochsicherheits-Tresor

Die Festung der Einsamkeit war nicht immer ein glitzernder Eispalast. In ihren frühen Tagen, erstmals vorgestellt in Superman #17 (1942), diente sie als geheime Zuflucht in den Bergen – praktisch eine luxuriöse Rückzugsmöglichkeit für den Mann aus Stahl, ausgestattet wie eine erstklassige Junggesellenwohnung. Erst in Action Comics #241 von 1958 nahm sie die ikonische Form an, die wir heute kennen und lieben: eine beeindruckende Basis in den unendlichen Weiten der Arktis.

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Green Lantern – Willenskraft als Superkraft

Ein glorreiches Konzept, vier menschliche Träger, ein kosmisches Korps und das ambitionierteste Mythologie-Projekt, das DC je unternommen hat.

EIN KONZEPT SUCHT EINEN TRÄGER — und findet vier

All-American Comics #16
All-American Comics #16

Green Lantern existiert zweimal – und das ist der Schlüssel zur Figur. Der erste Green Lantern, Alan Scott, erschien 1940 in All-American Comics #16 und wurde von Martin Nodell und Bill Finger erschaffen – ja, demselben Bill Finger, der Batman miterfand, aber nie den angemessenen Ruhm dafür erhielt. Alan Scotts Ring hatte magische Kräfte, seine Laterne war aus dem Metall eines gefallenen Meteoriten und seine Geschichte hatte wenig mit dem zu tun, was Green Lantern heute bedeutet.

Das Konzept nahm 1959 Gestalt an, als Showcase Comics im Silbernen Zeitalter einen Neustart wagte. John Broome und der Künstler Gil Kane schufen Hal Jordan, einen Testpiloten der Air Force, der von einem sterbenden außerirdischen Wächter einen grünen Ring erhält. Dieser Ring ist weniger ein Produkt der Magie als vielmehr ein Meisterwerk der Technologie. Er gilt als das mächtigste Werkzeug im Universum und funktioniert ausschließlich durch die Willenskraft seines Trägers. Dabei wird dieser nicht vom Schicksal auserwählt, sondern durch seinen Charakter bestimmt: Der Ring sucht jemanden aus, der frei von Furcht ist.

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Der Golem – Zwischen Mythos, Schutz und Verantwortung

Im Reich der Mythen und Legenden, wo Realität und Fantasie ineinanderfließen, steht der Golem als Symbol für das jüdische Volk, für Schutz und zugleich für Knechtschaft – ein von Menschenhand geschaffenes Wesen. Diese Figur entstammt der reichen Folklore Mittel- und Osteuropas und wird aus Erde, Lehm oder Schlamm geformt. Nicht durch natürliche Prozesse, sondern durch komplexe religiöse und magische Rituale wird sie zum Leben erweckt – ein Ausdruck von Einfallsreichtum und Verzweiflung jener, die ihre Gemeinschaften in Zeiten existenzieller Bedrohung schützen wollen.

Der Begriff „Golem“ leitet sich vom hebräischen gelem ab, was so viel wie „Rohmaterial“ oder „ungeformte Materie“ bedeutet. Der Golem wird meist als riesenhafte Tonfigur mit menschlicher Gestalt dargestellt. Trotz seiner körperlichen Stärke mangelt es ihm an Intelligenz – er kann lediglich einfache Anweisungen ausführen.

Rabbi Loew
Rabbi Loew erschafft den Golem

Sein Äußeres ist ebenso beeindruckend wie unheimlich: eine hoch aufragende Gestalt, deren lehmener Körper mit mystischen Zeichen und hebräischen Buchstaben bedeckt ist. Besonders bedeutsam ist das Wort „emet“ – Wahrheit –, das ihm Leben verleiht. Wird jedoch der erste Buchstabe entfernt, bleibt nur „met“ – Tod –, wodurch der Golem in seinen ursprünglichen Zustand, den leblosen Lehm, zurückkehrt. Diese Umkehrbarkeit ist nicht nur ein magisches Detail, sondern ein Symbol für die Vergänglichkeit allen Geschaffenen.

Obwohl der Golem fest in der jüdischen Tradition verwurzelt ist, existieren auch in anderen Kulturen ähnliche Motive. In der griechischen Mythologie etwa erschafft Pygmalion eine Statue, in die er sich verliebt, und die zum Leben erwacht. In der hinduistischen Überlieferung erschafft der Gott Vishnu in Gestalt von Narasimha ein golemartiges Wesen, um einen Dämon zu bezwingen. Solche Parallelen zeigen, wie tief verwurzelt die Vorstellung vom künstlich geschaffenen Leben im kollektiven Menschheitsbewusstsein ist – und wie stark der Golem die Fantasie über Generationen hinweg inspiriert hat, von Legenden über Literatur bis hin zu Film und moderner Kunst.

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Der Urknall des Mediums: Jack Kirby

Über einen Künstler, der das Superheldengenre mehrfach neu erfand. Sein Einfluss ist inzwischen so tiefgreifend, dass er selbst unsichtbar geworden ist.

Die Lower East Side und das Überleben als Schule

Jacob Kurtzberg wurde am 28. August 1917 als Sohn österreichisch-jüdischer Einwanderer im Elend der New Yorker Lower East Side geboren. Die Welt, in der er aufwuchs bestand aus dicht bevölkerten Mietskasernen, Straßengangs und der täglichen physischen Gewalt des Alltags in Armut. Das Bewusstsein, dass Amerika zwar das gelobte, aber auch ein hartes und gleichgültiges Land war, hat sich direkt Direktheit in seine Vorstellungskraft eingeschrieben. Sein gesamtes Werk ist davon durchzogen. Kirby hat nie vergessen, woher er kam. Und er hat nie aufgehört, die Energie dieser Herkunft in Bilder zu übersetzen, die etwas von diesem ursprünglichen Überlebensdrang enthalten.

Jack Kirby
Credit: Suzy Skaar

Aus pragmatischen Gründen nannte er sich ab den frühen 1940ern Jack Kirby. Das taten viele andere jüdisch-amerikanische Künstler seiner Generation ebenfalls. Sie betrachteten angloamerikanische Namen als Eintrittskarte, weil die Industrie jeden Hauch von Fremdheit bestrafte. Diese Namensänderung ist ein kleines, aber signifikantes Detail. Kirby begann seine Karriere mit der Erkenntnis, dass er sich anpassen musste, aber dennoch seine Individualität bewahren konnte. Sein ganzes Leben lang hat er daran gearbeitet, sich immer weiter zu verbessern, bis sein Stil so gut wurde, dass man ihn nicht mehr von anderen unterscheiden konnte.

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Chris Claremont & die politische Imagination des Superheldencomics

Suffolk, New York und die Herkunft eines politischen Auges

Christopher Simon Claremont wurde am 25. November 1950 in Bury St Edmunds, Suffolk, England, geboren und immigrierte als Kind mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten. Das Gefühl, fremd zu sein, sollte sein ganzes späteres Werk prägen. Er wuchs in New York auf, studierte am Bard College und arbeitete in den 1970er Jahren als Redaktionsassistent bei Marvel Comics. 1975 übernahm er die Serie Uncanny X-Men, die damals nicht mehr gut lief. Doch er schrieb sie bis 1991, ohne eine Pause zu machen. Das ist in der Geschichte des amerikanischen Seriencomics fast ohne Beispiel

Chris Claremont während der Galaxy Con Richmond in Richmond, VA im März 2026
Chris Claremont während der Galaxy Con Richmond in Richmond, VA im März 2026

Um die Tragweite dieser Leistung zu verstehen, muss man wissen, wie es um die X-Men stand, als Claremont 1975 die Serie übernahm. 1963 von Stan Lee und Jack Kirby begründete wurde die Serie nach zwölf Jahren eingestellt, da sie sich nicht verkaufte. Sie erschien nur noch in Reprint-Heften. Die Figuren – Cyclops, Marvel Girl, Iceman, Beast und Angel – waren freundliche, generische Teenager, deren mutante Andersartigkeit kaum mehr als ein dramaturgisches Mittel war. Claremont übernahm, im wahrsten Sinne des Wortes, eine tote Serie und verwandelte sie in das kulturell bedeutsamste Superheldencomic des letzten Viertels des 20. Jahrhunderts.

Claremont hatte kein Talent fürs Zeichnen, weil er ausschließlich Autor war. Auch technisch war er nicht besonders versiert. Aber erbrachte eine politische Vorstellung mit und ein Gespür dafür, dass die Geschichte der X-Men eine Allegorie der amerikanischen Bürgerrechtsgeschichte ist.

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Harley Quinn – Vom Fandom erschaffen

Eine Nebenrolle, die dann die Hauptrolle übernahm

Arleen Sorkin
Arleene Sorkin; Foto von Emerson College Archives and Collections.

Harley Quinn ist die einzige Figur dieser Dokumentationsreihe, die in einer Zeichentrickserie für Kinder debütierte, was entscheidend für ihre Identität ist. Als Paul Dini und Bruce Timm sie im September 1992 für Batman: The Animated Series schufen, brauchten sie für die Episode Joker’s Favor eigentlich nur eine weibliche Assistentin des Jokers. Eine Nebenfigur. Einen Witz. Harley Quinn sollte nur in einer Episode auftreten.

Allerdings war die Resonanz so unmittelbar und eindeutig, dass sie wiederkehrte, denn nicht nur das Publikum mochte sie, auch Dini und das ganze Produktionsteam fanden gefallen an ihr. Es dauerte nicht lange, da wurde sie zur Hauptfigur und schließlich zum Publikumsphänomen. Dini und Timm erkannten ihr Potenzial und bauten es aus. Sie verpassten Harleen Quinzel eine Vergangenheit als Psychiaterin am Arkham Asylum, eine gefährliche Obsession für ihren berühmtesten Patienten und eine einzigartige Stimme: Arleen Sorkins Interpretation wurde das akustische Fundament der Figur und ihre Energie und Wärme überstiegen in jeder Folge mit Leichtigkeit den geschriebenen Text.

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Die Macht des Ortes in gotischen Settings

Man mag sich fragen, was das Geheimnisvolle an einer gotischen Umgebung ausmacht, eine gewisse Empfänglichkeit für das Schöne der Vergänglichkeit vorausgesetzt. Es ist das Zusammenspiel von Licht und Schatten, das Flüstern des Unbekannten und die uralte Anziehungskraft von Gebäuden, die den Lauf der Zeit erlebt haben und in denen jeder Stein ein Geheimnis birgt. Die sich abzeichnenden Strukturen, das ferne Heulen und die nebelverhangene Luft schaffen eine Umgebung voller Spannung, und es ist diese Vorahnung, die den Betrachter anzieht und ihn nach mehr verlangen lässt, nach der Entschlüsselung der verborgenen Schichten.

Manderley
Manderley
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Silver Surfer – Norrin Radd von Zenn-La

Ungeplant

Fantastic Four #50

Die Entstehung des Silver Surfer ist eine der schönsten Schöpfungsgeschichten des amerikanischen Comics, weil es nämlich keine gab. Jack Kirby zeichnete im Frühjahr 1966 die dreiteilige Galactus-Geschichte für Fantastic Four #48–50. Plötzlich, ohne Absprache mit Stan Lee und ohne entsprechende Anmerkung im Skript, erschien auf einer Seite eine neue Figur. Ein silberfarbenes, nacktes Wesen auf einem kosmischen Surfbrett, das durch die Sterne reitet und dem unvorstellbar mächtigen Galactus vorausgeht wie ein Herold dem König. Als Lee das fertige Artwork öffnete und die Figur sah, war er, nach eigener Aussage, sofort überwältigt.

Kirby erklärte später, dass der Herold als dramatisches Konzept notwendig war. Galactus brauchte jemanden, der seine Ankunft ankündigt und zwischen dem Kosmischen und dem Menschlichen vermittelt. Warum dieser Herold jedoch genau so aussah – also silbern, glatt, und ohne Gesicht im eigentlichen Sinne, auf einem Brett wie ein einsamer Surfer auf einem Ozean ohne Ufer, kam aus einer Intuition, die Kirby nicht in Worte fassen konnte. Es war das Bild, das einfach entstehen musste. Und es war von Anfang an mehr als nur eine Nebenfigur.

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The Flash – Geschwindigkeit ist alles

The Flash
Jay Garrick, © DC

Obwohl er nicht zur berühmten Trias BatmanSuperman und Wonder Woman gehört, ist der Flash insgeheim die wichtigste Figur im DC-Universum. Und das hat nichts mit Geschmack zu tun. Natürlich gibt es immer Geschichten, die nicht den persönlichen Vorlieben entsprechen, aber über die Bedeutung der Figur wird wohl niemand ernsthaft diskutieren wollen. Sie war die treibende Kraft hinter so vielen Innovationen und Markenzeichen, die heute fester Bestandteil des DC-Universums und der Comicwelt insgesamt sind. Es ist durchaus legitim und möglich, die Geschichte der DC-Comics (und in geringerem Maße auch die der Mainstream-Superheldencomics) mit dem roten Blitz als Maßstab darzustellen.

Der Flash erschien im Januar 1940 als dritter der bekanntesten DC-Charaktere im Goldenen Zeitalter der Comics. Er wurde nach Batman, aber kurz vor Green Lantern geschaffen. Außerdem war er ein ganz anderer Charakter als der, den man aus der aktuellen Flash-Comicserie oder sogar aus der Fernsehserie kennt (auf die wir weiter unten eingehen werden). Der erste Flash war ein Typ namens Jay Garrick.

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