Dämonen im Land der Dämmerung

Tatsächlich sind keine Dämonen im Land, das es nicht gibt. Von ihnen erzählt die Autorin nicht. Sie erzählt von einem einsamen Jungen, von einem winzigen fliegenden Herrn, von toten kleinen Menschen und greisen Unterirdischen mit roten Augen. Im Land der Dämmerung ist eine Kurzgeschichte von Astrid Lindgren, und ich denke heute noch, dass genau diese Geschichte die richtige für mich gewesen ist. Obgleich sie vermutlich nicht dafür gedacht war, mir jene Angst vertraut zu machen, die meine Phantasie seit jeher wortlos nickend begleitet hat, ohne mich selbst irgendwann so derart fassungslos verstummen zu lassen.

ASMR

„Wie bei einer Zwiebel mit ihren verschiedenen aufeinanderfolgenden Hautschichten. Wie bei einer Geheimgesellschaft, die eine weitere Geheim-Geheimgesellschaft in sich versteckt, oder wie bei diesen wunderbaren Matrjoschka-Puppen (in den 1970er Jahren, als jeder Haushalt sowas im Wohnzimmer stehen hatte, sagten wir irrtümlicherweise Babuschka dazu, wir wussten es nicht besser): Jede dünne Schicht der Realität kann entfernt werden und birgt eine weitere Wahrheit in sich.“

Diese Lust, Angst zu machen

Genial jung, gewünscht wild, gefühlt böse sind T.C. Boyle und seine Leute in Greasy Lake. Zu so einer großartigen Truppe habe ich nie gehört. Ich war schüchtern als Kind, viel zu vernünftig als Teenager und langweile mich als Erwachsene. Sofern ich nicht lese, schreibe und gucke, wonach mein Kopf giert. Das wäre somit geklärt. Boyle kann mich zwar verführen, aber wenn ich ihn zuklappe, brennt immer noch die Nachttischlampe meiner Großmutter, die mich an Milch mit Honig erinnert und an ihr klapperndes Gebiss.

Das Amulett der Mumie – Bram Stoker

Bram Stokers Original: The Jewel of Seven Stars von 1903, das dem Subgenre der Gothic Fiction angehört, genauer: dem Gothic Horror, einer Vermischung der Schauergeschichte mit der Romantik, und vom Bastei Verlag 1981 unter dem Titel Die sieben Finger des Todes verlegt wurde, erschien sechs Jahre nach Veröffentlichung seines heutigen Bestsellerromans Dracula.

Das Phantom der Oper

Seit 1986 immer wieder aufgeführt, fällt einem eher der Name Andrew Lloyd Webber ein, als jener des tatsächlichen Urhebers. Der da hieß: Gaston Louis Alfred Leroux. Der ein französischer Schriftsteller und Journalist war, der seinen Roman Le fantôme de l’opéra 1910 schrieb. Der große Durchbruch dieses Werkes ist jedoch nicht allein Webber zu verdanken, der es gemeinsam mit Richard Stilgoe im Her Majesty’s Theatre in London zum ersten Mal auf die Bühne brachte, sondern auch Rupert Julian, der es schon 1925 über die Leinwand laufen ließ. Weitere Verfilmungen folgten bis heute. Veröffentlicht wurde das Das Phantom der Oper zum ersten Mal in Fortsetzungen in der Zeitung Le Gaulois vom 23. September 1909 bis zum 8. Januar 1910. Zudem existieren 4 Bühnenfassungen des Stücks.

Hinter den Reihen

Vor zwei Jahren bin ich in eine Kleinstadt mit 8.000 Einwohnern gezogen, 20 Meilen von der Grenze zwischen Kansas und Missouri entfernt. Hier kommen die meisten Leute nur vorbei, weil sie woanders hin wollen. Wer nicht hier wohnt, kennt wahrscheinlich nur den Truck Stop am Highway, wo man tankt oder einen Snack zu sich nimmt. Für eine ganze Weile ist das der letzte Vorposten der Zivilisation, den man sieht.

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