Die Brücke im Nebel

Die Brücke im Nebel ist einer der Romane, in denen Léo Malet als sein Alter Ego Nestor Burma am meisten von sich selbst und seiner Jugend verarbeitete. Von seinen Erinnerungen an anarchistische Milieus getrieben, begibt sich der Detektiv zusammen mit einer jungen, schönen Zigeunerin auf die Suche nach dem Mörder eines seit langem bekannten Trödlers. Es handelt sich um einen der düstersten Romane Malets, in dem die Nostalgie nie zu kurz kommt.

Robert Arthur: Die Geister, die ich rief

Die 10 Geschichten in diesem Buch decken eine gewisse Bandbreite des Phantastischen ab. Man könnte sie auch eher als „wunderlich“ anstatt „geisterhaft“ beschreiben. Manche davon lassen sich auch hervorragend weiterträumen. Es gibt keinen Ballast in ihnen, kein unnötiges Wort, ohne dass deshalb irgendetwas zu kurz kommt. Diese unglaubliche Ausbalanciertheit ist Arthurs Markenzeichen und er beherrscht es so gut wie kaum einer aus der Pulp-Ära. Richtig beunruhigend ist tatsächlich die erste Geschichte mit dem Titel „Unsichtbare Schritte“ (Footsteps Invisible), die auch gleichzeitig eine seiner berühmtesten ist.

Durst – Ein Vampirfilm ohne Klischees

Als Park Chan-Wook seinen Vampirfilm “Durst” drehte, wollte er die Knoblauchzehen, Opernumhänge, Holzpfähle und andere schimmelige Genre-Stereotypen weglassen. Er beabsichtigte auch nicht, der gegenwärtigen Flut an Blutsauger-Fabeln mit ihren pubertierenden Helden und Heldinnen, wie etwa “Twilight” oder “True Blood”, noch ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. “Im Westen gibt es diese große Ansammlung von Klischees in Vampirfilmen”, sagte der südkoreanische Autor und Regisseur.

Hitchcock: Eine Dame verschwindet

Hitchcock und die Eisenbahn gehören zusammen wie eine Lokomotive und ihr Tender. Er liebte sie, sie sind in seinem Werk prominent vertreten, am deutlichsten jedoch in Eine Dame verschwindet. Vieles von dem, was hier geschieht, kann nur auf einer Eisenbahnfahrt passieren: Passagiere, die gemeinsam von einer Lawine aufgehalten werden, verschiedene Klassen, die voneinander getrennt werden, Fremde, die sich unterwegs begegnen, ein Lokführer, der im Kreuzfeuer stirbt, ein Waggon, der auf ein Nebengleis geleitet wird, ein unerschrockener Held, der sich außerhalb eines schnell fahrenden Zuges von Waggon zu Waggon kämpft, während andere Lokomotiven an ihm vorbeirauschen, Hinweise in Form eines Namens, der durch den Dampf an einem Fenster sichtbar wird, und eines Etiketts auf einer Teepackung, das kurz an einem anderen Fenster kleben bleibt, und vor allem die erzwungene Intimität dieser rhythmischen Reise, die sich in ihrer eigenen Welt abspielt, unabhängig von der sich verändernden Landschaft draußen.

Urban Fantasy – Teil 3: Die Chronik der urbanen Fantasy

In den 90er Jahren wurden urbane Fantasy-Bücher hauptsächlich für Erwachsene geschrieben. J.K. Rowling änderte das, indem sie urbane Fantasy-Themen in ihre Harry-Potter-Serie integrierte. Die Grundidee der Serie ähnelt derjenigen, mit der Neil Gaiman in Niemalsland gespielt hat, nämlich der Koexistenz zweier Realitätsebenen, einer technologischen und einer magischen . Man kann sogar sagen, dass Harry Potter und der Stein der Weisen (1997) ein Niemalsland für Kinder und Jugendliche ist.

Das blutrote Kleid

Jedes Bild in Das blutrote Kleid des Genreregisseurs Peter Strickland ist bis ins kleinste Detail stilisiert. Eine solche Stilisierung mag die Geduld mancher Zuschauer auf eine harte Probe stellen, aber hier ist ein Maß an schamlosem Selbstbewusstsein vorhanden, das man nur begrüßen kann. Die Handlung dreht sich um ein verzaubertes Kleid und seine unheimlichen Auswirkungen, wenn es von einer Trägerin zur nächsten weitergereicht wird. Das Kleid selbst ist wunderschön anzusehen – seine tiefrote Farbe und die drapierte Silhouette sind unbestreitbar sinnlich, während der Stil des Giallo, der Softcore-Pornografie und des klassischen europäischen Kammerspiels imitiert wird.

Schusters Gespenster: Eine spukhafte Kinderserie aus dem Jahr 1978

Wann immer ich eine Serie oder einen Film aus den guten alten Zeiten ansehe, dann fallen mir vor allem die Farben auf. Ich könnte auch über Düfte reden, aber die sind für Filme eher uninteressant. Die Realität – oder zumindest das, was wir so nennen – hatte andere Farben als heute. Und ich kann euch auch sagen, woran das liegt: es handelt sich nicht um die gleiche Welt. Nehmen wir zum Beispiel Schusters Gespenster. Erinnert sich noch jemand daran?

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