Das Portal zu einem alternativen Universum in „Stadt ohne Namen“

Die Stadt selbst wird hier teilweise als Wesen begriffen, das sich in der unendlichen Weite der Wüste, dem Ich-Erzähler gegenüber Wahrnahme verschafft. In einer unwirtlichen Umgebung, die dem Menschen seit jeher, seit der Verweisung aus dem Paradiese, einiges abverlangt. Ihre wie aus einem Grab ragenden Leichenteile, das Aufkommen jener zu Sonnenunter- und -aufgang immer wiederkehrenden Windstöße (bzw. Sandstürme), die mit einem schaurigen Seufzen oder dämonischen Stöhnen einhergehen, all das lässt sie von ihr künden, ihrer Zeit, die sie einmal hatte, deren Blüte, wie im Text benannt, 10 Millionen Jahre andauerte. Noch ehe der Grundstein zu Memphis gelegt wurde, … als die Ziegel Babylons noch nicht gebrannt waren.

Ein Gespräch mit J. K. Bishop

Die australische Schriftstellerin K. J. Bishop veröffentlichte ihren ersten Roman Die Stadt des Wahnsinns Anfang 2003.

Er wurde für den International Horror Guild und die Australian Aurealis Awards nominiert. 2004 bekam sie den Australian Ditmar Award für den besten Roman und auch als bestes Nachwuchstalent. Im selben Jahr gewann sie den William L. Crawford Fantasy Award für den besten Erstlingsroman.

Carmilla, der Vampir

Viel prämiert ist sie mittlerweile, die Gruselkabinett-Hörspielserie aus der Hörschmiede der Titania Medien, die zu ihrem Einstand 2004 die 1872 erschienene Novelle Carmilla des irischen Autors Joseph Sheridan Le Fanu adaptierte und bis dato unzählige veröffentlichte Hörspiele vorgelegt hat. Von der Schauerromantik bis zur Science-Fiction. Meisterwerke der Phantastik. Brilliant vertont?

Der blonde Eckbert / Ludwig Tieck

Wir sollten sie kennen, die erste deutsche Horrorgeschichte, sollten verstehen, warum sie es ist, und weshalb sie viele andere Autoren und ihre Geschichten, die folgten, beeinflusste. Wir sollten wissen, was an diesem urdeutschen Horror das Eigene und Unheimliche ist, um was für ein Gespür es sich handelt, das sich im Laufe der Jahrhunderte hierzulande innerhalb der schreibenden Zunft weitestgehend verflüchtigt hat. Es ist ein Bewusstsein, das die Denk- und Arbeitsweise von C. G. Jung und Sigmund Freud wesentlich mitbestimmte, ein Bewusstsein, das wieder erwachen will, im Gedenken einer vergangenen Kultur, die ihre mystische Natur lobpreiste, die, anstelle von Verstand und Logik, das Gefühl, die Sehnsucht und die Liebe des Menschen in den Vordergrund stellte.

Esswood House (Peter Straub)

Peter Straub kannte sich nicht nur im Jazz, sondern auch in der Literatur aus. Kein Wunder, dass es in seinem Werk von Referenzen nur so wimmelt. Den unbedarften Leser stört das nicht, weil er nicht weiß, was er da liest, für alle anderen ist diese Art von Rhizomatik ein Gewinn. Straub macht keinen Hehl daraus, dass er seine Denkanstöße aus der Literatur bezieht, die er bewundert und die ihn dann zu eigenen Werken inspiriert.

Die Ungelesenen

Meine Welt ist voller Bücher und doch fühlt es sich manchmal so an, als gäbe es keins. Gerade nach dem Auftauchen am Ende eines langen und intensiven Durchlebens eines Romans kann mir das passieren. Es ist dann ein Blättern und Suchen, ein Anfangen und Weglegen und neues Aufschlagen und wieder Schließen, von Roman zu Storysammlung, zu diesem, zu jenem, von Fantasy zu Horror zu Science Fiction, bis ich auf Klassiker auszuweichen versuche, die doch eigentlich immer lesbar sein sollten.

Das Dilemma der Phantastik

Man hat sich lange sehr gewundert und viel darüber spekuliert, warum im deutschsprachigen Raum was man als Fantastische Literatur bezeichnet so einen schlechten Stand habe, dass sie samt und sonders in das Reich des Trivialen abgeschoben wird, und dabei doch mancher über die Genregrenzen hinaus angesehene Klassiker der Fantastik aus den Federn deutschsprachiger Autoren stammt. Erwähnen wir Hoffmann, Kafka, zum Beispiel, denkt niemand an schundverpackte Taschenbücher mit reißerischen Titeln, die im Sortiment eines Zeitungsstands besser aufgehoben wären, als in den Regalen der Hochliteratur – keineswegs! Und anderswo, im Angelsächsischen, Spanischen, Frankophonen etwa, ist man diese vehemente Abkehr des Feuilletons, der Akademiker und der anspruchsvollen Autoren selbst von dem Fantastischen nicht gewohnt. Woran liegt es also bei uns? Was ist mit der deutschsprachigen Fantastik geschehen, dass sie nun ein Schmuddelkinddasein fristet? Und noch vorneweg: ist das denn überhaupt so?

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