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Ein Gespräch mit J. K. Bishop

K. J. Bishop: First Dance

Die australische Schriftstellerin K. J. Bishop veröffentlichte ihren ersten Roman Die Stadt des Wahnsinns Anfang 2003.

Er wurde für den International Horror Guild und die Australian Aurealis Awards nominiert. 2004 bekam sie den Australian Ditmar Award für den besten Roman und auch als bestes Nachwuchstalent. Im selben Jahr gewann sie den William L. Crawford Fantasy Award für den besten Erstlingsroman.

Die Geschichte handelt von der Heilerin Raule und ihrem Gefährten, dem schelmischen Killer Gwynn – beide auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit – und ihrer anschließenden Reise in die dekadente Stadt Ashamoil. Dort finden sie ein neues Leben und eine sehr interessante Beschäftigung, entdecken aber auch, dass ihre Vergangenheit noch immer auf sie wartet. Es erinnert an Michael Moorcock und M. John Harrisons Viriconium-Reihe und ist ein bemerkenswerter Debütroman, der Gewalt, surreale Stadtlandschaften und dunkle Fantasie zu einer verführerischen und aufregenden Mischung verschmilzt.

David Lynton
: Die Stadt des Wahnsinns wartet mit einem dekadenten, fast postapokalyptischen Gefühl auf, als ob in der Vergangenheit „etwas“ passiert wäre. Das gleiche Gefühl durchdrang bereits Moorcocks Herzog von Köln und Ende-der-Zeit-Bücher. Was glauben Sie, ist die Ursache dafür, dass diese Art der Fantasy so vorherrschend und anziehend ist?

K. J. Bishop: Ich glaube, es ist das alte Motiv des verwüsteten Landes. Es lässt den Leser wissen, dass die Dinge in dieser Welt nicht in Ordnung sind. Gute Regierungsführung ist nicht mehr möglich. Die Szenerie spiegelt den inneren Zustand des Exils der Charaktere wider, die in der Wildnis, im spirituellen Fegefeuer oder einfach nur in der Hölle oder was auch immer umherwandern. Es macht es auch schwieriger für die Figuren, gut zu sein. Es ist einfach, ein Heiliger im Paradies zu sein, wie das Klischee sagt, aber wie verhält man sich, wenn man in einer feindlichen Umgebung lebt? Das Motiv hilft, die Kluft zwischen Gut und Böse zu überwinden. Es gibt den Charakteren auch viel Freiheit. Wenn man die sozialen Zwänge locker lässt, können die Charaktere ziemlich ungehemmt sein in dem, was sie tun und sagen. Es liegt ein Gefühl der Möglichkeiten in der Luft – und das ist ansprechend, denke ich.

Ich hatte nicht wirklich beabsichtigt, im physischen Sinne postapokalyptisch zu schreiben. Was in der Geschichte geschehen war, beruhte auf einem Prozess der Abnutzung und nicht der Katastrophe. Ich wollte ein Gefühl der Auflösung und des Zerfalls von Dingen, alles sollte alt sein. Das Motiv geht auf Eliot zurück und von dort führt es wiederum zu den Evangelisten.

Ich denke, wir haben schon immer in dem Gefühl gelebt, dass in der Vergangenheit „etwas“ passiert ist. Es geht zurück auf den Mythos der Vertreibung aus dem Paradies oder dem Ende des Goldenen Zeitalters. Wir haben dieses unerklärliche Gefühl, dass die Dinge einmal viel besser waren. Es ist wahrscheinlich eine vergrabene Erinnerung an das Leben im Mutterleib oder so. Diese unangenehmen, zerrütteten Landschaften verfremden also das Gefühl, dass es vor langer Zeit eine Katastrophe gegeben hat, während das einzige, was wir wirklich wissen, die Tatsache unserer Geburt ist.

Augsburger Totentanz: Die Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies.

DL: Die schelmische Straßenräuberfigur Gwynn scheint in ihrer Ansicht über das Töten sehr lässig zu sein. Raule hingegen scheint das Leben durch ihre Arbeit als Medizinerin zu betrachten. Ist diese Gegenüberstellung von Leben und Tod eine wichtige Botschaft in der Geschichte?

KJB: Nicht bewusst. Obwohl Gwynn nach einem Gott der Unterwelt benannt ist und durchaus auf einer ikonischen Ebene der Geschichte als Tod mit einem großen T gesehen werden kann. Und das Leben kämpft immer gegen den Tod. Natürlich könnte man auch sagen, dass der Tod gegen das Leben kämpft, aber das Leben ist die Seite des Willens und des Verlangens und Verstehens. Das Leben gibt sich Mühe, während der Tod einfach passiert. So könnte man Gwynns lockere und Raules gewissenhafte Haltung in Bezug auf diesen Kampf interpretieren. So habe ich das zwar noch nie gesehen, aber es macht Sinn!

DL: Hat die australische Landschaft oder eine australische Stadt das Weltbild des Romans beeinflusst?

Ein „Ghat“ in Varanasi (Indien).

KJB: Definitiv. Ein paar lange Fahrten durch das australische Landesinnere gaben mir die Idee des Kupferlandes. Es endete dann als eine Mischung aus verschiedenen Wüsten Australiens, Marokkos und der Landschaft der Spaghetti-Western. Wenn die Charaktere auf ihre Karte schauen und nur eine Wüste nach der anderen sehen, dann ist das eine Karte von Australien. Ich habe auch ein paar Namen entlehnt. Aus Oodnadatta wurde die Eisenbahnkopfstadt Oudnata, und es gibt eine Ghan-Bahn. Die Stadt Ashamoil ist, obwohl in ihr merkwürdige Dinge passieren, für sich genommen kein besonders auffälliger Ort. Im Grunde genommen handelt es sich um eine große Vorstadt. Ich nahm Dinge, die ich hier in Melbourne gesehen hatte, und machte sie etwas exotischer. Zum Beispiel lebe ich in einem alten Vorort, wo Bäume über die Bürgersteige hängen und die Dinge im Allgemeinen etwas bröckelig sind, und Fledermäuse vom Park herüberfliegen. Das wurde zum Vorort, in dem Gwynn lebt, wo der Dschungel die Oberhand gewinnt. Ganz klar gibt es auch Dinge, die nicht australisch sind, wie die Ghats.

DL: Der Charakter des Rev, des niedergeschlagenen Priesters, der mit Gwynn einige wundervolle philosophische Schlachten führt, ist interessant. Er ist ziemlich besessen von Gwynns Erlösung, oder? Woher kam die Inspiration für diese Figur und welche Rolle spielt Religion in Ihrer Welt?

KJB: Der Rev ist zum Teil von unserem Schulseelsorger abgeschaut, als ich noch auf der High School war, ein vollkommen gesunder, sehr netter Mann war. Aber etwas an seine körperlichen Erscheinung, die irgendwie dick und bulldoggenähnlich war – er war Wrestler, bevor er Priester wurde -, brachte den Rev des Buches hervor. Er ist besessen davon, Gwynn zu erlösen, weil ich eine Motivation für ihn brauchte, weiter mit Gwynn zu diskutieren, und die Idee, ein Verdienst durch das Sammeln von Seelen für Gott zu erlangen, ist sehr alt und schien mir sehr passend zu sein.

Religion spielt keine große Rolle in meiner Welt. Ich weiß nicht, ob es in ihr einen Gott gibt oder nicht; ich habe keinen Schöpfungsmythos oder etwas in der Art erfunden. In diesem Buch habe ich Religion für eine gewisse Atmosphäre genutzt

Obwohl ich verschiedene Religionen studiert habe, besuchte ich dreizehn Jahre lang eine christliche Schule, so dass die Mythen des Monotheismus des Nahen Ostens jene Mythen sind, in die ich eingetaucht bin. Ich mag nicht an sie glauben, aber sie haben für mich trotzdem künstlerische Kraft. Bevor ich anfing, das Buch zu schreiben, hatte ich Sufi-Poesie gelesen, und ich war sehr angetan von der Idee einer romantischen Annäherung an das Göttliche, einer Beziehung zwischen Liebenden und Geliebten. Der Rev hat das Herz eines Sufis, denke ich, während seine Kirche viel mehr der mittleren anglikanischen Kirche ähnelt, mit der ich aufgewachsen bin.

Ich hatte auch immer schon ein Faible für Miltons Paradise Lost. Ich las es zum ersten Mal, als ich sechzehn Jahre alt war, und wie viele Leser, dachte ich, dass der Charakter des Satans brillant bearbeitet war, aber dass Milton Probleme damit hatte, die Figur Gottes und die himmlischen Wesen zu porträtieren. Als künstlerische Schöpfungen können Miltons Gott und Messias nicht mit seinem Satan mithalten. Sie sind einfach nur langweilig. Also wollte ich, dass Gwynn einen Konkurrenten hat, der in der Lage ist, das Interesse der Leser zu gewinnen. Ich hoffe, dass der Rev diesbezüglich unterhaltsam genug ist. In diesem Buch war ich mehr an dem interessiert, was die Charaktere glaubten, als daran, was die Wahrheit über einen Gott oder über Götter sein könnte. Wenn ich ein Buch mit Göttern schreiben wollte, dann wären sie vermenschlicht wie hinduistische Götter.

DL: Während sie in einem Krankenhaus arbeitet, hat Raule eine bizarre Begegnung mit einem Krokodilbaby. Wie ist das in die Geschichte eingeflossen?

KJB: Zum Krokodilbaby kam es, weil ich zu diesem Zeitpunkt etwas Magisches in der Geschichte haben wollte, etwas, das eigentlich unmöglich sein müsste, da ich ja die Idee verfolgte, dass die Welt nicht ganz das war, als was sie erschien, oder zumindest nicht das war, was sie vorher gewesen ist. Ich war schon immer scharf auf Bilder der ägyptischen Götter, darunter Sobek, der den Kopf eines Krokodils hat. Ich denke, es ist ziemlich ironisch, dass wir bei all unserem Unwohlsein gegenüber jenen, die nicht zu unserer Vorstellung menschlicher Norm passen, dazu neigen, unsere Götter als physische Ungeheuerlichkeiten darstellen, mit Tierköpfen und zusätzlichen Armen und all dem – und so sehen sie doch eigentlich wirklich wunderbar aus.

DL: Welche Filme haben Sie als Schriftstellerin beeinflusst? Wenn Die Stadt des Wahnsinns je verfilmt werden sollte, sehen Sie dann einen bestimmten Regisseur oder Schauspieler, der Ihre Arbeit auf der Leinwand zum Leben erweckt?

KJB: Filme, die dieses Buch beeinflusst haben, waren Western und Gangsterfilme. Aus diesen beiden Genres ist es schwierig, bestimmte Filme auszuwählen, aber die Dollar-Trilogie gehört sicher dazu, und ein wenig bekannter Yul Brynner-Film namens Treffpunkt für zwei Pistolen, in dem Brynner einen sanften, Klavier spielenden Revolverhelden mit einem französischen Namen spielt, den er für die Stadtbewohner auf eine Tafel schreiben muss. Dann auf der Gangsterseite wahrscheinlich Der eiskalte Engel, Pulp Fiction und Wo Gangster um die Ecke knallen. Besonders die beiden letztgenannten. Ich denke, ich hoffe, dass es ein Element des Lächerlichen bei meinen bösen Jungs gibt. Sie sind nicht notwendigerweise kompetent oder vernünftig. Generell denke ich, dass meine Vorstellung von Städten immer von Stadt der verlorenen Kinder beeinflusst sein wird, und mein Ansatz, über Gewalt zu schreiben, von Uhrwerk Orange.

Es macht viel Spaß, sich das Buch als Film vorzustellen. Mein erster Gedanke ist, dass ich es gerne als Anime sehen würde. Ich weiß nicht, bei wem ich die Regie lassen würde, aber ich möchte Yoshitaka Amano als Designer. Wenn es sich um einen Realfilm handelte, würde ich Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro als Regisseure bevorzugen. Schauspielerin Gina Torres als Raule und Adrien Brody oder vielleicht Michael Wincott als Gwynn (obwohl ich gerne in der Zeit zurückgreifen würde, um einen jungen James Woods oder Christopher Walken zu bekommen). Beth wäre schwer zu besetzen, vielleicht Cate Blanchett.

Oder es könnte ein Bollywood-Musical sein – das würde mir gefallen!

DL: China Mieville schrieb in einen Artikel in der Zeitschrift Locus (Dezember 2003, „The New Weird“) über das Wiederaufleben dekadenter literarischer Fantasy und wie populär sie im Moment ist. Wie fühlt es sich an, Teil einer (meiner Meinung nach) extrem wichtigen Ader des Schreibens zu sein, und wie sehen Sie die Entwicklung dieses speziellen Zweigs des Genres?

KJB: Es fühlt sich komisch an – als ich 1999 mit dem Schreiben von Stadt des Wahnsinns anfing, hatte ich keine Ahnung, dass dekadente literarische Fantasy populär werden würde! Zuerst wurde mir gesagt, dass ich Schwierigkeiten haben würde, das Buch zu verkaufen, weil es nicht genug Fantasy war. Ich denke, Mievilles Erfolg hat anderen Autoren Türen geöffnet, damit ihre Werke auch von den großen Verlagen akzeptiert werden.

Nur für mich persönlich weiß ich nicht, wie viel Arbeit ich in dieser Richtung noch leisten werde. Das nächste Buch ist ganz anders. Aber wie sehe ich die Entwicklung im Allgemeinen? Nun, in gewisser Weise hat sie sich bereits entwickelt, und zwar schon vor einiger Zeit. Denken Sie zum Beispiel an Richard Calder, insbesondere an seine „Tot“-Trilogie (in Deutschland ist nur der erste Teil „Tote Mädchen“ erhältlich. Anm. des Übersetzers). Oder James Havoc, der vom Erdboden verschwunden zu sein scheint (nicht in deutscher Sprache erhältlich. Anm. des Übersetzers), oder Michael Cisco, der bei unabhängigen Verlagen veröffentlicht wird, aber noch nicht im Mainstream, oder Steve Aylett (nicht in deutscher Sprache erhältlich. Anm. des Übersetzers). Wie sich der Genrezweig entwickelt, kann davon abhängen, was die Leserschaft akzeptiert. Ich meine, das ist schon mal passiert. Philip K. Dick war weird. Burroughs war weird. Jeff Noon ist weird. Moorcock ist für immer und einen Tag weird gewesen. Für mich ist Fantasy-Literatur eine Art Barometer für öffentliche Träume und Wünsche. Die Sehnsucht nach Helden scheint ziemlich beständig zu sein, so dass es wahrscheinlich immer einen Platz für heroische Fantasy geben wird.

Besondere Versionen der Fantasy sind immer schon geschrieben worden; das Pikareske gibt es schon seit Ewigkeiten, ebenso wie Volksmärchen über gewöhnliche Menschen, denen seltsame Dinge passieren. Für mich kommt das „New Weird“ aus diesen Traditionen. Die Elemente der Dekadenz und des Grauens finden sich in den Tausendundeiner Nacht und bei den Gebrüdern Grimm. Ich denke, dass das, was beim Schreiben Evolutionen zu sein scheinen, in Wirklichkeit Veränderungen des Massengeschmacks sind. Und danach richtet sich, was veröffentlicht wird.

DL: Was halten Sie von epischer Fantasy? Waren Sie ein Fan von Herr der Ringe?

KJB: Ich war ein Fan von Herr der Ringe, und ich habe immer noch viel Respekt vor Tolkien. Die einzige Post-Tolkien-Epic Fantasy, die ich gelesen habe und die ich wirklich mochte, basieren eher auf Antihelden, Moorcocks Elric-Bücher und Hugh Cooks Chronicles of an Age of Darkness. Ich denke jedoch, dass die Qualität der letztgenannten Serie ungleichmäßig ist; die besten Bücher davon sind wunderbar, witzig, mit einem wunderbarem Stil und intelligent geschrieben. Aber es ist schon eine Weile her, seit ich irgendeine epische Fantasy gelesen habe, also wäre jede Meinung, die ich abgeben könnte, wahrscheinlich hoffnungslos veraltet.

DL: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

KJB: Ich war ungefähr 24 Jahre alt. Ich hatte einen langweiligen Job und begann zu schreiben, um mich selbst zu unterhalten. Ich wollte Künstlerin werden, aber ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich dachte, dass ich nicht sehr gut bin, und als ich anfing zu schreiben, fühlte ich mich bei den Worten besser aufgehoben als mit Bildern.

Originalcover von K. J. Bishop

DL: Es muss aufregend gewesen sein, eine eigene Cover-Illustration für die US-Ausgabe von The Etched City zu entwerfen. Wie kam es dazu?

KJB: Daran kann ich mich im Moment nicht erinnern, aber ich glaube, der Verlag bekam mit, dass ich auch etwas Kunst machte und fragte mich, ob ich das Cover nicht selbst zeichnen wolle. Eigentlich eine gute Sache, die Erlaubnis hierfür zu bekommen.

DL: Du hast auch Cover für andere Autoren entworfen. Wie kam es dazu? Beeinflusst oder inspiriert Ihre Kunst Ihr Schreiben und umgekehrt?

KJB: In allen diesen Fällen hat mich der Autor oder Verleger gebeten, das Cover zu machen. Geoff Maloney hatte auf meiner Website ein Bild gesehen, das ihm sehr gut gefiel, und fragte, ob er es für sein Buch verwenden könne. Ich finde eigentlich nicht viel Überschneidung zwischen meiner Kunst und dem Schreiben. Sie scheinen von ganz unterschiedlichen Orten zu kommen. Manchmal zeichne ich kleine Skizzen meiner Charaktere – das ist alles.

DL: Wie schwierig war es, Ihre Arbeit zu veröffentlichen? Waren Sie bei einem Agenten? Wie hat das alles für Sie angefangen?

KJB: Ich hatte sehr viel Glück. Ich hatte das Buch (zum ersten Mal) im Jahr 2001 fertig gestellt. Ich habe ein paar große Verlage angeschrieben, sie haben nicht angebissen, also habe ich etwas verspätet angefangen, nach einem Agenten zu suchen, und während ich das tat, empfahl Geoff Maloney Prime Books. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung von unabhängigen Verlagen in den USA, aber ich schaute mir ihre Website an und war beeindruckt, sowohl vom Aussehen ihrer Bücher als auch vom Erfolg einiger ihrer Autoren, insbesondere stach Jeff VanderMeer mit Stadt der Heiligen und Verrückten heraus. Sie sahen sich Die Stadt des Wahnsinns an und sagten, sie würden es nehmen. Dann habe ich die meiste Zeit des Jahres 2002 damit verbracht, es neu zu schreiben, mit Trent Jamieson als Redakteur. Nachdem es veröffentlicht wurde, Anfang 2003, zeigten ein paar andere Autoren das Buch einem Agenten, der es aufnahm und an Tor UK und Bantam Spectra verkaufte. Ich denke, dass die umgeschriebene Version eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Original war. Ich denke auch, dass es zwischen 2001 und 2003 einen Klimawechsel im Fantasybereich gegeben hat. Ich vermute, dass China Mievilles Erfolg einige kommerzielle Türen für eine Vielzahl von Fantasyliteratur geöffnet hat, die etwas außerhalb der Konventionen des Genres liegt, wie es in den 90er Jahren definiert wurde (zumindest in den Köpfen der Verleger).

DL: Können Sie uns Einzelheiten über Ihr nächstes Buch mitteilen? Wird es im gleichen Stil wie Die Stadt des Wahnsinns sein?

KJB: Nein, das wird es voraussichtlich nicht sein. Oder besser gesagt, es wird nicht im selben Genre zu finden sein. Es ist wirklich das, was man einen Mainstream-Roman nennen könnte. Aber es scheint mir, dass es einige Gemeinsamkeiten mit Stadt des Wahnsinns hat. Es ist urban, die Charaktere sind eher merkwürdige Individuen, die in ihrer Welt überhaupt nicht herausragen, es geht um die Folgen von Gewalt und um den falschen Weg im Leben, in gewisser Weise geht es um Fiktionen und die Rolle, die sie bei der Gestaltung von Menschen und ihrer Lebensweise spielen können. Und es geht um Menschen, die ein Gefühl des Vertriebenseins verspüren -das zumindest könnte den Lesern der Stadt des Wahnsinns bekannt vorkommen. Dekadenz ist auch dort enthalten, obwohl es die Art von Dekadenz ist, die in den Vorstädten zu finden ist, also ist sie weniger glamourös, wenn auch nur, weil sie uns vertrauter ist.

DL: Haben Sie einen Titel für das Buch? Irgendeine Idee zum Veröffentlichungsdatum?

KJB: Ich habe ungefähr 15 mögliche Titel für das nächste Buch.Zur Veröffentlichung kann ich nichts sagen, aber ich wäre der Muse dankbar, wenn sie etwas schneller wäre.

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