Der blonde Eckbert / Ludwig Tieck

Wir sollten sie kennen, die erste deutsche Horrorgeschichte, sollten verstehen, warum sie es ist, und weshalb sie viele andere Autoren und ihre Geschichten, die folgten, beeinflusste. Wir sollten wissen, was an diesem urdeutschen Horror das Eigene und Unheimliche ist, um was für ein Gespür es sich handelt, das sich im Laufe der Jahrhunderte hierzulande innerhalb der schreibenden Zunft weitestgehend verflüchtigt hat. Es ist ein Bewusstsein, das die Denk- und Arbeitsweise von C. G. Jung und Sigmund Freud wesentlich mitbestimmte, ein Bewusstsein, das wieder erwachen will, im Gedenken einer vergangenen Kultur, die ihre mystische Natur lobpreiste, die, anstelle von Verstand und Logik, das Gefühl, die Sehnsucht und die Liebe des Menschen in den Vordergrund stellte.

Esswood House (Peter Straub)

Peter Straub kannte sich nicht nur im Jazz, sondern auch in der Literatur aus. Kein Wunder, dass es in seinem Werk von Referenzen nur so wimmelt. Den unbedarften Leser stört das nicht, weil er nicht weiß, was er da liest, für alle anderen ist diese Art von Rhizomatik ein Gewinn. Straub macht keinen Hehl daraus, dass er seine Denkanstöße aus der Literatur bezieht, die er bewundert und die ihn dann zu eigenen Werken inspiriert.

Goblin Press – Die Horror Fabrik

Wer in Deutschland den einen oder anderen Fantastik-BuchCon besucht hat, den in Marburg etwa oder den in Dreieich, dürfte bereits über das Ouevre der Goblin Press gestolpert sein, so wie es mir geschehen ist. Hier werden Bücher für Bibliophile angeboten, die kurioserweise mit den denkbar einfachsten Mitteln hergestellt werden. Mit Klemmschiene gebunden sind Goblin-Bücher üblicherweise nicht mehr als einhundert Seiten stark, die Seiten selbst sind einfach gedruckt und gefalzt. Die Falz zeigt nach außen, wodurch in einer Art Innenleben verborgene Seiten entstehen, auf denen sich mitunter Dinge befinden, die nur ein mutiger Schnitt am Produkt hervorholen wird.

Die Unschuldsengel

The Turn of the Screw. Zu Deutsch: Das Durchdrehen der Schraube. Oder: Die Drehung der Schraube, Bis zum Äußersten, Das Geheimnis von Bly ist eine vielrezipierte Novelle von Henry James, die 1898 von Januar bis April als Fortsetzungsgeschichte in der Wochenzeitschrift Collier’s zum ersten Mal erschienen ist. Illustriert wurde die Geschichte von Eric Pape. 1908 erschien die erste Buchveröffentlichung.

Macabros

Macabros war eine Heftromanserie, die von Jürgen Grasmück erdacht und geschrieben wurde. Wie bei seiner Romanreihe Larry Brent verwendete er auch hier das Pseudonym Dan Shocker. Ursprünglich war die Serie als Taschenbuchreihe geplant, aber aufgrund des großen Erfolges von Larry Brent ging der Zauberkreis-Verlag das Risiko ein, sie als Heftromanserie herauszubringen. Alle vier Wochen erschien ein neuer Roman. Macabros startete am 21. August 1973 und wurde mit Band 125 am 10. Mai 1983 eingestellt, da Grasmück aufgrund seiner Krankheit – einer seltenen Form von Muskelschwund – nicht mehr mit dem Schreiben nachkam. Mit seiner Mischung aus Horror, Fantasy und Science Fiction war Macabros zu seiner Zeit einzigartig.

Das Amulett der Mumie – Bram Stoker

Bram Stokers Original: The Jewel of Seven Stars von 1903, das dem Subgenre der Gothic Fiction angehört, genauer: dem Gothic Horror, einer Vermischung der Schauergeschichte mit der Romantik, und vom Bastei Verlag 1981 unter dem Titel Die sieben Finger des Todes verlegt wurde, erschien sechs Jahre nach Veröffentlichung seines heutigen Bestsellerromans Dracula.

Das Phantom der Oper

Seit 1986 immer wieder aufgeführt, fällt einem eher der Name Andrew Lloyd Webber ein, als jener des tatsächlichen Urhebers. Der da hieß: Gaston Louis Alfred Leroux. Der ein französischer Schriftsteller und Journalist war, der seinen Roman Le fantôme de l’opéra 1910 schrieb. Der große Durchbruch dieses Werkes ist jedoch nicht allein Webber zu verdanken, der es gemeinsam mit Richard Stilgoe im Her Majesty’s Theatre in London zum ersten Mal auf die Bühne brachte, sondern auch Rupert Julian, der es schon 1925 über die Leinwand laufen ließ. Weitere Verfilmungen folgten bis heute. Veröffentlicht wurde das Das Phantom der Oper zum ersten Mal in Fortsetzungen in der Zeitung Le Gaulois vom 23. September 1909 bis zum 8. Januar 1910. Zudem existieren 4 Bühnenfassungen des Stücks.

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