Als sie ihn rief, kam der schwarze Reiter / Angela Carter

Es wäre nicht genüge, diese acht Perlen einfach nur Geschichten zu nennen. Wären sie das, könnten wir uns leicht über das Abrupte in ihnen beklagen, geschrieben von einer Virtuosin, die ihr Instrument einfach nur hinlegt, ihr Können längst bewiesen hat, als ob der Nachhall ihrer Legende bereits ausreichen würde. Es gibt in dieser Sammlung Sätze, die sich als poetische Fragmente betrachten lassen. Ihre Erzählungen haben mehr mit der Struktur von Märchen zu tun; hier wirkt eine autoritative Stimme im Hintergrund, die Dialoge vermeidet, scheinbar undurchsichtig Ereignisse werden in einen Prolog und ein Nachspiel gekleidet, so dass sie aus dem Text heraustreten. Hier ist eine Fantasie am Werk, die unter dem Deckmantel historischer Meditationen waltet.

Auf der Suche nach dem wahren Robert E. Howard

Es wird Novalyne Price Ellis nicht leicht gefallen sein, One Who Walked Alone: Robert E. Howard the Final Years zu schreiben. Price Ellis’ Erinnerungen an ihre Beziehung zu Howard (etwa von 1934 bis 1936) sind von ungeschminkter Ehrlichkeit. Sie sind schmerzhaft, manchmal enttäuschend und geradezu frustrierend. Wir können uns in Howards Fantasie flüchten, aber all das ist hier nicht zu finden.

Lob den Übersetzern

Es hat mich unglaublich gefreut, als ich gehört habe, dass die deutsche Übersetzung von Clive Barkers neuem Opus Magnum “The Scarlet Gospels” als “Das scharlachrote Evangelium” im Festa Verlag erscheint; ist Frank Festa doch seit vielen Jahren eine äußerst verlässliche Konstante in Sachen “Horror”, sowohl was die ausgewählten Titel als auch die Aufmachung, das Lektorat und die Qualität der Übersetzungen betrifft.

Die Ratten im Gemäuer / H.P. Lovecraft

Zwischen Ende August und Anfang September 1923 soll Lovecraft diese Erzählung geschrieben haben, denn schon am vierten September vermerkt er, laut Joshi, in einem Brief ihre Fertigstellung. Die Erzählung selbst beginnt mit einem ähnlichen Datum, nämlich dem 16. Juli des Jahres 1923. Der Gegenwartsbezug, ein, wie sich später herausstellte, Markenzeichen des Autors. Es sei „[…] das historisch komplexeste und zugleich aktuellste erzählerische Werk […]; das Lovecraft zu diesem Zeitpunkt zu Papier gebracht hatte.“, schreibt sein treuester Experte in „H. P. Lovecraft – Leben und Werk“ des Weiteren, sie sei eine seiner „[…] Erzählungen, in der er am erfolgreichsten an die überlieferten Muster des Schauerromans anknüpft, wobei er allerdings dessen Standardmotive – das alte Schloss mit der verborgenen Kammer, die Spuklegende, die sich als wahr erweist – weiterentwickelt und modernisiert. Auf die grundlegende Prämisse der Erzählung – dass es möglich ist, den Gang der Evolution rückwärts zu durchschreiten – konnte letztlich nur jemand verfallen, dem die darwinsche Theorie in Fleisch und Blut übergegangen war.“

Das Portal zu einem alternativen Universum in „Stadt ohne Namen“

Die Stadt selbst wird hier teilweise als Wesen begriffen, das sich in der unendlichen Weite der Wüste, dem Ich-Erzähler gegenüber Wahrnahme verschafft. In einer unwirtlichen Umgebung, die dem Menschen seit jeher, seit der Verweisung aus dem Paradiese, einiges abverlangt. Ihre wie aus einem Grab ragenden Leichenteile, das Aufkommen jener zu Sonnenunter- und -aufgang immer wiederkehrenden Windstöße (bzw. Sandstürme), die mit einem schaurigen Seufzen oder dämonischen Stöhnen einhergehen, all das lässt sie von ihr künden, ihrer Zeit, die sie einmal hatte, deren Blüte, wie im Text benannt, 10 Millionen Jahre andauerte. Noch ehe der Grundstein zu Memphis gelegt wurde, … als die Ziegel Babylons noch nicht gebrannt waren.

Ein Gespräch mit J. K. Bishop

Die australische Schriftstellerin K. J. Bishop veröffentlichte ihren ersten Roman Die Stadt des Wahnsinns Anfang 2003.

Er wurde für den International Horror Guild und die Australian Aurealis Awards nominiert. 2004 bekam sie den Australian Ditmar Award für den besten Roman und auch als bestes Nachwuchstalent. Im selben Jahr gewann sie den William L. Crawford Fantasy Award für den besten Erstlingsroman.

Carmilla, der Vampir

Viel prämiert ist sie mittlerweile, die Gruselkabinett-Hörspielserie aus der Hörschmiede der Titania Medien, die zu ihrem Einstand 2004 die 1872 erschienene Novelle Carmilla des irischen Autors Joseph Sheridan Le Fanu adaptierte und bis dato unzählige veröffentlichte Hörspiele vorgelegt hat. Von der Schauerromantik bis zur Science-Fiction. Meisterwerke der Phantastik. Brilliant vertont?

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