Die Todesfee der Grindlay Street (Oscar de Muriel)

Im Zentrum steht erneut das Spannungsfeld zwischen Rationalität und Aberglauben. Frey, der Londoner Gentleman und bekennende Skeptiker, erzählt die Geschichte mit ironischer Distanz und verkörpert die aufstrebende Vernunft der späten viktorianischen Ära. McGray dagegen glaubt fest an Geister und dunkle Mächte und vertritt damit die Seite einer schottischen Volkskultur, die sich nicht von alten Legenden trennen will. Zwischen den beiden entsteht ein ständiger Dialog, der sowohl Witz als auch philosophische Tiefe besitzt.

Der Fluch von Pendle Hill (Oscar de Muriel)

Neujahr 1889: In der Irrenanstalt von Edinburgh gelingt einem Patienten die Flucht, eine Krankenschwester stirbt – und die sture, scharfzüngige Lokallegende „Nine-Nails“ McGray sowie der nüchterne Londoner Exilant Ian Frey nehmen die Verfolgung auf. Der Fall ist von Anfang an von Gerüchten über Okkultes umflort; die Spur führt schließlich über verschneite Landstriche hinweg in den Schatten von Pendle Hill, dem sagenumwobenen Schauplatz der Lancashire-Witchcraft-Prozesse.

Die Schatten von Edinburgh (Oscar de Muriel)

Der viktorianische Krimi, oder die Gothic Mystery, hat mittlerweile eine Vielzahl an Ablegern, so dass man sich wundert, wenn ein neuer Autor für sich beschließt, seine Geschichte ebenfalls in dieser Zeit anzusiedeln. Man fragt sich, ob dieses ganz spezielle historische Setting nicht schon längst überlaufen ist. Meine Antwort darauf ist ein klares Nein, denn auch, wenn es viele Reihen und Romane gibt, die das 19te Jahrhundert aufsuchen, sind wenige davon wirklich herausragend. Es wird wohl kaum möglich sein, die De Quincey-Trilogie von David Morrell vom Thron zu stoßen, aber auch darunter ist noch eine Menge Platz… für Frey und MacGray.

Die blaue Stunde (Paula Hawkins)

Seit ihrem Durchbruch 2015 mit „The Girl on the Train“ hat sich Paula Hawkins als meisterhafte Erzählerin psychologischer Spannungsromane etabliert. „Die blaue Stunde“ bleibt dieser Linie treu und bietet eine Geschichte, die sich langsam entfaltet, dabei aber zunehmend an Intensität gewinnt. Es ist kein klassischer Krimi oder Thriller, sondern vielmehr ein atmosphärisch dichter Roman, der einer kunstvoll geknüpften Intrige gleicht: Man weiß, dass man irgendwann das Zentrum erreichen wird, doch was einen dort erwartet, bleibt lange ungewiss.

Adiós, Hemingway (Leonardo Padura)

Ende der 1990er Jahre erhält Mario Conde Besuch von seinem ehemaligen Arbeitskollegen, der ihm mitteilt, dass auf dem Gelände der Finca Vigía die sterblichen Überreste eines seit etwa 40 Jahren toten Mannes gefunden wurden, der an zwei Schusswunden in der Brust gestorben war. Conde beschließt, sich an den Ermittlungen zu beteiligen, denn er weiß, dass die Gerüchteküche Hemingway beschuldigen wird, wenn der Fall, der aufgrund der zeitlichen Distanz schwer zu recherchieren ist, nicht aufgeklärt wird.

Robert Arthur und die Erfindung der drei Detektive

Es dürfte kaum einen Hörer oder Leser geben, dem Die drei ??? kein Begriff sind. Besonders die mittlerweile etwas älteren “Kassettenkinder” bleiben den berühmten Hörspielen von Europa, die seit 1979 produziert werden, bis heute treu. Natürlich ist die Serie nicht ausschließlich hierzulande bekannt, doch es wirkt fast so, als hätte Robert Arthur sie speziell für uns geschaffen, auch wenn er das nie ahnte und es nicht mehr erfahren konnte, da er bereits 1969 verstarb.

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