Die Knochen und ihr Mädchen

Es ist das erste Mal, dass Camille seine Knochensammlung sieht. Sie schlendert am Rand von Simons Bücherregal entlang und streicht mit ihren Fingern über die Exemplare in den Regalen. Die sanft beleuchteten Knochen erinnern sie an Muscheln, glatt und weiß, seidig unter ihrer Berührung.

Kleine Tierschädel mit Zähnen, die scharf genug sind, um die Haut zu durchbohren. Ein größerer mit gewundenen Hörnern, die Art, über die man in der Wüste stolpern kann, wenn einem das Wasser ausgeht. Einzelne Knochen, ein Glasgefäß mit Zähnen. Der Rest der Wohnung ist dunkel. Sie wirft einen Blick auf Simons schlanke Silhouette am Fenster. Die Sonne geht hinter ihm unter und verschluckt die Stadt. „Ist einer von ihnen menschlich?“

„Frag sie.“

Camille lacht. Die Knochen sind stumm.

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Das College / Ruth Ware

Ruth Ware ist bekannt für ihre großartigen Psychothriller, die an illustren Schauplätzen spielen, die von einem rustikalen französischen Ski-Chalet bis zu einem dekadenten Kreuzfahrtschiff reichen. Ihr Roman The It Girl mag sich daher ein wenig wie eine Abweichung von ihrer gewohnten Form anfühlen. Der Schauplatz ist weniger luxuriös – er spielt (wie der deutsche Titel bereits suggeriert) in den Studentenwohnheimen der Universität Oxford und in den Straßen des heutigen Edinburgh – und obwohl die Geschichte voller gewohnter Spannung ist, ist das Opfer in dieser Geschichte mehr als ein Jahrzehnt vor den Ereignissen gestorben und das Leben ist weitergegangen.

Die wilden Detektive / Roberto Bolaño

Roberto Bolaño ist einer jener Autoren, die ihren berechtigten Ruhm erst posthum erlebten (wie in solchen Fällen üblich, nicht mehr persönlich). Tatsächlich handelte es sich um einen Erfolg von dramatischen Ausmaßen. Nur sechs Wochen vor seinem Tod, im Alter von fünfzig Jahren, wurde er von einer Gruppe seiner Kollegen auf einer Konferenz in Sevilla als einflussreichster Schriftsteller seiner Generation gefeiert.

Die grünen Kinder von Woolpit

Die Geschichte der Woolpit-Kinder ist vielen Menschen bekannt. Unzählige Artikel wurden geschrieben und viele Theorien wurden von verschiedenen Leuten aufgestellt, um zu erklären, was passiert ist. Es gibt so viele Ideen und Interpretationen, dass ich nur kurz auf einige eingehen werde, aber in der Bibliographie am Ende des Artikels habe ich eine Reihe von Quellen aufgelistet, die das Thema viel ausführlicher behandeln.

Die 5 seltsamsten Bücher der Welt

Bücher sind heute hauptsächlich reine Nutzgegenstände. Bibliophile Menschen gibt es nur noch wenige, vor allem, weil man sich „echte“ Bücher kaum leisten kann. Zwar bezeichnen sich viele Sammler nach wie vor als bibliophil, sie sind es aber nicht, sie horten im Grunde eben nur „Nutzgegenstände“.

Der Club Dumas

Zu Beginn lässt sich sagen, dass – Polanski in allen Ehren – der Film “Die neun Pforten” aus dem Jahre 1999 das Buch ziemlich zerstört hat. Meistens ist es so, dass Filme einem guten Buch nichts anhaben können, hier ist es anders. Als der “Club Dumas” 1993 erschien, hat ihn – in Deutschland – niemand wirklich gelesen. Es gibt dann immer diejenigen, die durch den Film auf das Buch aufmerksam werden, was den Verlagen natürlich in die Karten spielt.

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