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Die Kunst der brutalen Prosa: Ein Interview mit Mark Lawrence

Mark Lawrence ist der Autor der Fantasy-Reihe THE BROKEN EMPIRE (dt. Prinz der Dunkelheit, König der Dunkelheit, Kaiser der Dunkelheit – die Bände liegen seit Juni 2014 komplett vor; Red.). Die Bücher sind im gleichen Ton verfasst, den man auch von Joe Abercrombie oder George R.R. Martin kennt. Darin geht es um eine düstere Darstellung des Prinz Honorius Jorg Ancrath, Spross einer Adelsfamilie, die sich geschworen hat, eines Tages die Bereiche unterschiedlicher Königreiche zu einem einzigen zusammenzufassen. Die Prosa, die man darin vorfindet, ist wie ein Schlag in die Magengrube – deutlich, einfach und eindrucksvoll. Lawrence meidet sie traditionell blumige Ausdrucksweise seiner Vorgänger, stattdessen vermittelt er mit einfacher Sprache ohne Umschweife die harte Realität. Dieser Stil eignet sich für ein schnelles Tempo, das den Leser kopfüber in eine Welt der Brutalität und Bösartigkeit stößt, wo Güte ein flackernder Schatten im Lichte des Ehrgeizes und der Rache ist. Die Historie, die in der Erzählung ausgebreitet wird, hält einige wirklich ausgezeichnete Überraschungen parat, zumal wenn der Leser nach und nach die zugrundeliegenden Regeln des Universums begreift.

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Was hat dich als Wissenschaftler, der mit den Problemen künstlicher Intelligenz befasst ist, dazu veranlasst, ein Fantasy-Setting zu wählen und nicht etwa eines der Science Fiction?

Ah! Die meist gestellte Frage an mich, und auch der am häufigsten aufgerufene Blogpost bei mir. Ich muss sagen, ich weiß es nicht einmal genau. Sollte ein Polizist Krimis schreiben, ein Rechtsanwalt über die Tricks einer Anwaltskanzlei, eine Krankenschwester medizinische Dramen? Sollten wir Tüftler unsere dreckigen Wissenschaftler-Stiefel von eurem Fantasy-Teppich fernhalten? Ich glaube, die einfachste Antwort ist die, das meine Liebe zur Fantasy schon vor derjenigen zur Wissenschaft da war – meine Mutter las mir den Herrn der Ringe vor, da war ich sieben. Ich heulte, als Gandalf starb. Beim Schreiben geht es mehr um die Menschen als um das Umfeld, in dem man sie ansiedelt. Ich bin mir sicher, ich könnte Science Fiction schreiben und würde es vielleicht sogar genießen, aber ich genieße es eben etwas mehr, Fantasy zu schreiben.

Hat dir die Arbeit an den Problemen, die es mit der künstlichen Intelligenz gibt, in irgendeiner Weise einen Einblick in die Natur oder die Definition des Bewusstseins verschafft? Gab es ein Aha-Erlebnis, wo dir während der Forschung etwas über menschliche oder tierische Kognition bewusst wurde, das man vorher noch nicht wusste?

Kurze Antwort: „Nein.“

Künstliche Intelligenz ist ein ziemlich irreführender Oberbegriff, den ich verwende, weil die Medien ihn bevorzugen, und die Leute denken, sie wüssten, was er bedeutet… ein wenig. In Wahrheit ist es so, dass nur wenige Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen, mit diesem Begriff hantieren. Was wir tun ist (soweit wir wissen) einen langen Weg zu gehen, um die Fragen des Bewusstseins aufzuspüren, es dreht sich  dabei um eher trockene Bayessche Statistik, die auf Berechnungen beruht, deren Schluss unsere Entscheidungen unterstützen soll. Unter kontrollierten Bedingungen ist diese Technik aussagekräftig und nützlich, aber es gibt eine riesige Kluft zwischen diesen kontrollierten Bedingungen und der allgemeinen Unordnung der realen Welt, wo nur die allerkleinsten Schritte in Richtung intelligentem autonomem Verhalten je übernommen wurden.

Was war dein Aufhänger zu „Prinz der Dunkelheit“? Hast du das Manuskript direkt verkauft oder lief es über eine Agentur?

Ich hatte gar keinen Aufhänger. Als man mich, Jahre nachdem ich es geschrieben hatte, schließlich davon überzeugt hatte, das Manuskript endlich abzuschicken, mailte ich es vier Agenten aus einer Liste. Ich bemerkte erst später, dass jene Agentur, die mich angenommen hatte, auf ihrer Seite ein paar Regeln stehen hatte, wie ein Manuskript eingereicht werden sollte, unter anderem gehörte dazu, im Begleitschreiben etwas über das Buch als Ganzes zu sagen. Ich hatte das wohl völlig vergessen. Ich sagte nur etwas wie „Hallo, ich habe die ersten drei Kapitel meines Buches fertig“, und erwähnte einige Orte, wo ich schon Kurzgeschichten veröffentlicht hatte.

Der Agent reichte das Manuskript dann an Verlage weiter. Er meinte nur, dass ich nicht erwarten sollte, dass man sich bald wieder melden würde. Ein paar Wochen später hatte ich einen Vertrag über drei Bücher in der Tasche. Mir wurde erzählt, jeder ernstzunehmende Fantasy-Verlag in Großbritannien wollte die Rechte haben.

Viele Schriftsteller, die über Nacht berühmt wurden, erzählten hinterher, dass es sich dabei um eine jahrelange Odyssee handelte. Möchtest du erzählen, wie es bei dir dazu kam, dass du gedruckt wurdest?

Auf eine gewisse Weise war es natürlich eine Odyssee und sie dauerte viele Jahre lang, aber es war keine, die jemals auf eine Publikation abzielte, sondern darauf, langsam meine Ausdrucksfähigkeit zu erwerben, oder überhaupt das Interesse, ein Buch zu schreiben. Ich schrieb zu meinem eigenen Vergnügen und hatte nicht die Erwartung, veröffentlicht zu werden.

Ich hatte früh damit begonnen, D&D zu spielen, als in Großbritannien die ersten Spiele-Workshops außerhalb von meiner Schule starteten. Ich war stets der Spielleiter, was meine kreative Seite herausbildete und mein Interesse an der Fantasy festigte. Nach der Universität half ich ein ganzes Jahr lang dabei, ein Fantasy-Spiel, das man per Mail spielen konnte, mitzuentwerfen. Das wurde zum Hobby für die nächsten zehn Jahre. Das half mir natürlich noch mehr, meinen Stil zu verbessern, ich musste mehrere Handlungsstränge verwalten, es mussten viele Beschreibungen gemacht, Intrigen eingebaut, Kämpfe dargestellt werden usw. Als ich in die Staaten zog, hatte ich keine Zeit mehr für dieses Spiel und schrieb stattdessen Kurzgeschichten. Die teilte ich auf Online-Plattformen, wo man die Werke anderer kritisierte und selbst kritisiert wurde. Kurzgeschichten wurden längere Geschichten und diese wurden Bücher. Das geschah also dort.

In den Rezensionen deiner Romane äußerten manche Leser die Skepsis darüber, ob so ein junger Hauptcharakter (Jorg Ancrath ist bei Beginn der Abenteuer kaum überhaupt ein Teenager) die Geschichte tragen kann. Warum hast du dich für diese Figur entschieden?

Ich habe gesehen, dass die Leute bezweifeln, dass ein so junger Charaker zu derartigen physikalischen Leitungen überhaupt fähig ist, oder dass er einen solchen Einfluss auf seine Gefährten ausüben kann. Dem widerspreche ich.

Es gibt mehrere einfache Gründe für meine Wahl. Erstens kam die Inspiration für mein Buch von Burgess‘ Uhrwerk Orange, in dem der gewalttätige Protagonist etwa im selben Alter ist, und eine Bande älterer Tunichtgute anführt. Zweitens – und wahrscheinlich aus den gleichen Gründen wie Burgess – wählte ich das junge Alter, weil dadurch:

  • die Schuldfrage seiner Verbrechen verschleiert wird
  • die Frage der Natur versus der Erziehung beleuchtet wird
  • dadurch der Protagonist in die Nähe der Ereignisse, die ihn geprägt haben, gerückt wird
  • er dadurch das Potential gewinnt, zu wachsen
  • die Veränderungen untersucht werden können, die sich durch zunehmende Erfahrung im Gegensatz zu solchen, die sich durch normales Wachstum ergeben, herausbilden
  • der Schwerpunkt auf dem liegt, was auf dem Weg von der Kindheit zum erwachsen werden geschieht, wenn erstere gestohlen wurde

Es ist interessant, dass du das „Verschleiern der Schuldfrage seiner Verbrechen“ erwähnst. Ich glaube nicht, dass es ein Spoiler ist, wenn ich sage, dass Jorg einige wirklich schreckliche Dinge tut – soll hier der Leser über seine Schuld entscheiden? Gibt es Raum in seiner Welt für Wiedergutmachung, wie weit entfernt sie auch scheint?

Wiedergutmachung ist das zentrale Thema einer breiten Strömung der Literatur. Insbesondere der Genre-Literatur, aber möglicherweise ist sie in der ein oder anderen Form der Kern der Sache fast jeder Literatur. Und obwohl der Ruf nach einer Charakterstudie eine ziemlich naive Forderung ist, dreht es sich bei der BROKEN EMPIRE-TRILOGIE im wesentlichen um die Studie eines einzigen Mannes.

Der Prinz der Dunkelheit ist ein Buch, das den Leser auffordert, sich mit einem Charakter auseinanderzusetzen – um über eine (wenn auch ungewöhnliche) Person und über die Frage, was uns „böse“ macht, nachzudenken. Es dreht sich alles um die Frage, was und was nicht zu vergeben ist, welche Rolle die Erziehung spielt, wie wir darauf reagieren, wenn eine böse Tat von jemandem verübt wird, den wir für clever halten, für intelligent, charmant – und eigentlich nicht für einen Schurken, der den Anstand besitzt, so auszusehen und zu handeln, wie wir das von ihm erwarten können. Das Buch beantwortet diese Fragen nicht. Die gesamte Trilogie steuert zwar auf eine Antwort zu, gelangt aber nie dorthin. Es ist das, was wir Wissenschaftler ein unlösbares Problem nennen.

Und ja, da ist eine Stimme in uns, die förmlich nach Wiedergutmachung schreit. Ein Teil von uns will, dass die Normalität wiederhergestellt wird. Jorg kann alles verziehen werden, solange er bereut, leidet, zur Herde zurückkehrt. Das ist es, was wir gerne lesen möchten. Das ist die Lösung, mit der wir umzugehen wissen.

Natürlich gibt es Raum für alle möglichen Enden, ich schließe da nichts aus. Allerdings möchte ich nicht allzu vorhersehbar sein.

Die Bücher sind alle in der ersten Person verfasst, hier und da nur unterbrochen durch Auszüge aus dem Tagebuch einer anderen Figur. Das ist traditionell eine große Herausforderung für Fantasy-Autoren, weil dadurch der Zugang zur Welt eingeschränkt ist. Warum hast du gerade diese Methode gewählt? Bedauerst du es vielleicht sogar? Gibt es etwas, das du gerne gezeigt hättest aber aufgrund der gewählten Perspektive nicht mehr konntest?

Ich denke nicht, dass diese Perspektive eine Herausforderung ist – auch nicht für Fantasy-Autoren. Der Zugang zur Welt ist persönlich, detailliert, emotional und unmittelbar. Worauf der Zugang verwehrt ist,  das betrifft die gesamte Übersicht, während der man von einem Kopf zum anderen springt. Wenn du eine Geschichte über eine Person erzählst, statt über einen sich ausbreitenden Konflikt, dann ist das kein Problem. Ich erzähle die Geschichte einer einzigen Person – in manchen Fällen ist diese Technik anderen literarischen Traditionen ähnlicher als der traditionellen Fantasy.

Außerdem ist Uhrwerk Orange ebenfalls in der ersten Person geschrieben, also legte ich meine Finger auf die Tastatur und begann zu schreiben: „Ich“.

Ist deine entschlackte Prosa dein persönlicher Stil oder einer, den du benutzt, um die Welt zu reflektieren?

Ich kann in mehreren unterschiedlichen Stilen schreiben. Vielleicht genieße ich denjenigen, mit dem ich Prinz der Dunkelheit geschrieben habe, am meisten. Ich denke, er spiegelt die Figur, Jorg, besser als die Welt, in der er lebt. Ich habe gesehen, wie die Leute meine Prosa mit einem Stern abkanzelten oder mit fünf Sternen lobten, um dann, nachdem sie andere Sachen von mir lasen, die in einem anderen Stil und unter anderem Namen verfasst wurden, ihre Meinung zu ändern.

Vor kurzem gab ich eine Handvoll Kurzgeschichten für eine Anthologie, an der man mich bat, mitzuarbeiten, damit man sich etwas Passendes aussuchen möge. Was soll ich sagen: sie mochten sie alle, fanden sie allerdings derart unterschiedlich geschrieben, dass sie kaum glauben konnten, dass sie von ein und derselben Person verfasst wurden.

Ich vermute, das geht vielen Schriftstellern so, es gibt eine klare Tendenz, Menschen aus Bequemlichkeit in Schubladen zu stecken. Wenn ein Schriftsteller die Phantasie hat, um Fantasy schreiben zu können, dann hat er wohl auch die Phantasie, unterschiedliche Stile aufs Papier zu bringen. Die Verlagsbranche trägt einen großen Teil dazu bei und besteht darauf (natürlich aus wirtschaftlichen Gründen), dass ein Autor, „mehr vom Immergleichen“ zu produzieren hat, aus dem einfachen Grund, weil die Mehrheit der Leser (ob sie es nun zugeben oder nicht) vom selben Autor mehr vom Immergleichen haben wollen. Das ergeht jedem Autor so. Wollen die Leser etwas anderes, suchen sie sich auch einen anderen Autor (oder denselben mit einem anderen Pseudonym!).

Hat die ungeheure Brutalität einiger Passagen des Buches dir auch wütende Leser beschert? Gibt es Anekdoten über Leser, die diesen oder jenen Abschnitt mochten oder eben nicht mochten?

Ich habe mehr wütende Leser als man mit einem Stock abwehren kann. Ich vermute, dass ein Teil der heftigen Reaktionen aus der Kraft des „Ich“ resultiert, weil dadurch die Leseerfahrung intensiviert wird. Das erzeugt bei dummen Menschen auch die Meinung, dass es keinen Unterschied zwischen dem Autor und dem Charakter gibt, über den er schreibt.

Für mich ist die Stufe der Gewalt der ganzen Trilogie eher moderat bis mild, wenn man sich das Genre einmal insgesamt ansieht. Sicherlich gibt es in George R.R. Martins Werk mehr grausame und unschöne Szenen als bei mir. Ich glaube also, es hängt mit der Kombination der ersten Person und der Kraft der Beschreibung zusammen, die eine solche Reaktion heraufbeschwört.

Genauer ausgedrückt: Brutalität wird an den Fakten gemessen. Peter erstach Paul. Die Brutalität ist hier im „erstechen“ zu finden. Ob diese Information also von der Zeile: Peter erstach Paul – oder von der Zeile: Ich stach mein Messer in Pauls Auge – ausgeht: Letztere ist deshalb nicht brutaler.

Ein Großteil der Wut geht tatsächlich von jenen Leuten aus, die das Buch überhaupt nicht gelesen haben. Es sind einfach Trittbrettfahrer, die auf die extreme und fehlgeleitete feministische Kritik, die in Umlauf ist, aufspringen.

Es gibt da jedoch eine Szene in König der Dunkelheit, der man viel Aufmerksamkeit geschenkt hat. Das ist eine Kuriosität, die interessante Tatsachen darüber erkennen lässt, wie die Leute etwas wahrnehmen und welche Prioritäten sie haben. An einem Punkt, als die Szene den Leser durch mehrere gewaltsame Tode unschuldiger und einiger nicht so unschuldiger Männer, Frauen, und Kinder flitzen lässt: Hier kommt ein Hund… Tatsächlich hat diese Szene meine bisher einzige Hass-Mail provoziert.

Ich glaube wirklich, dass Sie eine kranke gestörte Person sind.<sprung>Dieser Satz hat sich in mein Hirn gebrannt und ich habe davon Alpträume gehabt. Es mag Fiktion sein, aber es ist einfach nur schrecklich. Es gibt keine Entschuldigung für sowas. Das Quälen eines unschuldigen Hundes.<sprung>Ich werde solange ich lebe nie wieder ein Buch von Ihnen lesen. Ich weiß nicht, wo all diese Dunkelheit bei Ihnen herrührt, aber Sie sind einfach nur gestört. Mich interessiert nicht, ob sie mit zehn Kindern und fünf Hunden leben. Krank krank krank…

Ich halte es für einen kleinen Triumph, ein derart starkes Gefühl in einem Leser ausgelöst zu haben. Ganz besonders: „Dieser Satz hat sich in mein Hirn gebrannt.“ Für jemanden, der sich damit abmüht, einen Satz nach dem anderen zu schreiben und den Überblick über die ganze Geschichte zu behalten, ist „Dieser Satz hat sich in mein Hirn gebrannt“ pures Gold wert.

Eine eher generelle Beobachtung ist es, dass Leute, die andere für ein Produkt ihrer Phantasie verurteilen, gar nicht wissen, was Phantasie ist.

Wenn du damit beginnst, im Buch Einblicke darauf zuzulassen, wie geschichtlicher Hintergründe und Fakten zu Mythologie werden: wie gehst du dabei vor, wenn du eine tragfähige Mythologie über einen Mehrteiler hinweg konstruierst?

Ich zucke etwas zusammen, wenn ich gestehe, dass ich nichts davon vorher skizziert habe. Ich plane nichts. Ich lasse die Geschichte aus mir herausfließen und habe keine Ahnung, wo wir am Ende der Seite angekommen sein werden. Ich habe mir keine Notizen darüber gemacht, wie dies oder jenes Problem gelöst werden könnte, um die Erzählung zusammenzuhalten.

Dein magisches System wird dadurch enthüllt, wie Jorg Ancrath es anwendet und wie er darauf reagiert. Wie schwierig ist die Gratwanderung zwischen einem „unzuverlässigen“ Erzähler auf der einen, und der Aufrechterhaltung einer gewissen Konsistenz des magischen Systems auf der anderen Seite? Ist dieser innere Zusammenhang überhaupt notwendig, so lange die Magie auf einem Minimum gehalten wird?

Ich mag den Begriff „magisches System“ nicht. Wann immer ich ein Buch aufschlage, in dem mir ein magisches System erläutert wird, wie es bei einem Rollenspiel-Regelbuch üblich ist, lege ich es schnell wieder weg.

Ich würde nicht sagen, ein geringer Einsatz von Magie macht den inneren Zusammenhang unnötig, aber es macht die Sache natürlich einfacher. Ein Zusammenhang ist wichtig. Magische Systeme sind es nicht.

Du bist Vater von vier Kindern, hauptberuflich Wissenschaftler, und Konsolenspieler. Gibt es ein Geheimnis, wie du das alles unter einen Hut bekommst?

Da ist noch nicht einmal meine zeitintensivste Beschäftigung aufgeführt. Ich bin außerdem eine full-time- Pflegekraft für mein sehr behindertes kleines Mädchen. Wenn sie aus der Schule kommt, halte ich sie und füttere sie, wasche sie und spiele mit ihr, bis ich sie um 9 oder 10 am Abend ins Bett bringe. Sie kann nicht allein gelassen werden, weil sie nichts alleine machen kann, und da meine Frau unter multibler Sklerose leidet, bedeutet das, ich muss alles alleine machen. Ich komme nur zwischen 10 am Abend und 1 am Morgen zum schreiben, oder wenn die professionelle Pflegekraft für drei Stunden vorbeischaut. Ich antworte dir auf deine Frage aus dem Hospiz, das wir für 14 Tage im Jahr besuchen. Wir sind jetzt seit zwei Tagen hier und ich habe eine MENGE schreiben können.

Also: Zeitmanagement ist nicht einfach. Nicht schlafen hilft. Ebenfalls ein Buch nur einmal zu schreiben und es nicht zu überarbeiten.

Dieses Interview wurde von Peter Hodges für Clarksworld Magazine geführt. Alle Rechte, auch die der deutschen Übersetzung liegen beim Autor und bei Clarksworld Magazin. Übersetzt von Michael Perkampus.

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