Smoke City – Zwischen Heist-Thriller und Fantastik

Wenn sich düstere Gassen im Nebel verlieren, Gangster mit mysteriöser Vergangenheit auf übernatürliche Mächte treffen und ein Raubzug zur Reise ins Herz einer verkommenen Stadt wird, dann ist man in Smoke City angekommen. Das zweiteilige Comicwerk mit dem gleichen Titel stammt von dem französischen Duo Mathieu Mariolle (Autor) und Benjamin Carré (Zeichner) und ist ein stilistisch wie erzählerisch markantes Werk des frankobelgischen Comics der späten 2000er Jahre.

V wie Vendetta

Ein ganzes Land steht unter offensichtlicher Massenüberwachung durch die eigene Regierung. Politische Experten hetzen im Fernsehen gegen “Immigranten, Homosexuelle und Minderheiten”. Terrorismus ist eine subtile, aber allgegenwärtige Bedrohung; das Wort schwebt über den Köpfen der Menschen, egal wo sie leben. Die Maske von Guy Fawkes, einst eine obskure Anspielung, wird zum Symbol für Gerechtigkeit in einer Gesellschaft, die zu lange zu viel Korruption an der Spitze erlebt hat.

Die fabelhafte Hasenpfote

Hier haben wir also die erste Geschichte von Carl Barks vorliegen, die er sowohl selbst geschrieben als auch gezeichnet hat. (Die Story zu „The Victory Garden“, mit der die Barks-Zehnseiter-Ära beginnt, wurde ihm nämlich noch von Western Publishing zugeschickt.) Barks war mit „Die fabelhafte Hasenpfote“ („The Rabbit’s Foot“) am 23. Dezember 1942 fertig, erschienen ist sie aber erst im Mai des darauffolgenden Jahres.

Am Liebsten mag ich Monster

Dieses üppige Kunstwerk in Form einer großen Kladde in Softcoverversion, an dessen Skizzen, kindlichem Gekritzel, Portraits, Szenenbildern, die teils wie Radierungen wirken, Panels und Gemälden von real existierenden Gemälden ich mich kaum sattsehen konnte, ist zugleich ein mysteriös monströser Psychothriller, ein Familiendrama, ein Geschichtsepos, eine Coming-of-Age-Geschichte, wie auch ein düsterer Krimi. Es ist eine Hommage an die vergangene Ära der Horror-B-Movies, sowie der Pulpmagazine. Liniertes, gelochtes Ringbuch-Schreibpapier, Kugelschreiber, Blei- und Farbstifte waren dabei alles, was Emil Ferris brauchte, um diese düstere aber enorm bezaubernde Geschichte in die Welt zu heben. Alles Utensilien, die den tagebuchartigen Stil noch verstärken.

Comicversum

Derzeit lese ich weniger Bücher als früher. Das hat hauptsächlich mit meiner Hingabe und Forschertätigkeit in der Welt des COMICVERSUMS zu tun – eine Beschäftigung, die eifersüchtig über etwaige Nebenbuhler wacht.

Banal könnte man meine Obsession umschreiben mit einem Satz: “Fast 50jähriger Nerd liest gerne Superheldencomics und tauscht sich mit seinen ebenso nerdigen Freunden lebhaft darüber aus.” Wenn es so wäre, würde ich mein “Hobby” vielleicht verschämt in einem Nebensatz erwähnen. Aber das COMICVERSUM ist anders, anspruchsvoller, vielschichtiger und… ermöglicht auch spirituelle Erfahrungen.

Junji Ito

Katzen und die Gesellschaft hielten ihn ab. Junji Ito arbeitete für acht Jahre vornehmlich an Manga und Illustrationen über diese beiden Themen. Und vernachlässigte sein eigentliches Genre: Horror. Er setzte sich trotzdem wieder an ein Storyboard, reichte es bei seinem Verlag ein. Sein Redakteur zweifelte. Dann zweifelte Ito. Er überarbeitete die Geschichte. Am Ende war … Weiterlesen

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