Terminator (Der Krieger aus der Zukunft)

Die Zukunft vorherzusagen ist nie so zuverlässig wie sie zu “sehen”. Der Actionfilm befand sich in den frühen 80er Jahren bereits in einer Sackgasse. Schuld waren die 70er, die dafür sorgten, dass ein einst lebendiges Genre durch die immer gleichen Stereotypen zugrunde ging. Das ging soweit, dass sich das Publikum bereits über Steven Spielbergs Super-Archäologen mit dem lustigen Vornamen freute. Aber niemand betrachtete dieses Stunt-orientierte Kino als den Heilsbringer des kommenden Jahrzehnts. Das änderte sich aber mit James Cameron und seinem SciFi-Meisterwerk The Terminator. Die Geschichte selbst stammt aus der ehrwürdigen Vergangenheit der spekulativen Fiktion (Harlan Ellison sei Dank), der Film punktete mit einer neuen Herangehensweise und einem neuen Stil, so dass wir Jahrzehnte später davon sprechen können, dass er Maßstäbe setzte.

Nur am Rande sei erwähnt, dass es durch diesem Film ein noch relativ unbekannter Bodybuilder namens Arnold Schwarzenegger in die oberen Ränge der Schauspieler schaffte, dass es Fortsetzungen dieses Films gab, der durch den Einsatz von Spezialeffekten und Computertechnologie das Filmgeschäft buchstäblich neu definierten. Die stahlblaue, graue Farbgebung allein wurde stilprägend für den zukünftigen Look des Genres. Die Matrix-Trilogie nahm das später als Grundlage und machte ihre eigene Version von Moosgrün und Braun daraus. Wie dem auch sei, die Geschichte eines zukünftigen Kriegers, der in der Zeit zurückgeschickt wurde, um eine Kellnerin vor einer mechanischen Bedrohung zu retten, ist vielleicht der wichtigste Film seiner Zeit.

Linda Hamilton spielt Sarah Connor, die unbekannte Mutter eines postapokalyptischen Retters. Ihr ungeborener Sohn John wird sich eines fernen Tages erheben, um der Anführer einer Rebellion zu werden, die dem in der Zukunft herrschenden mörderischen Maschinenstaat den Garaus macht. Diese Maschinen wurden einst von dem US-Verteidigungsunternehmen Cyberdyne Systems und ihrer Tochter Smart Grid Skynet geschaffen.

Nachdem bereits zwei Frauen mit dem gleichen Namen brutal ermordet wurden, macht Sarah sich berechtigte Sorgen. Sie fürchtet, dass sie verfolgt wird, und trifft bald auf zwei “Individuen”, die ihr Leben für immer verändern werden. Einer davon ist Kyle Reese (Michael Biehn), ein Mann aus dem Jahr 2029, der sie warnen und vor einem Killer-Roboter namens The Terminator (Schwarzenegger) schützen soll. Dieser Cyborg, bedeckt mit menschlicher Haut, wird vor nichts zurückschrecken, bis Sarah tot ist…. und wenn sie stirbt, dann wird die Hoffnung der gesamten zukünftigen Menschheit untergehen.

Um den Einfluss von The Terminator auf das heutige Hollywood zu verstehen, muss man sich die gleiche Zeitmaschine schnappen, die Reese zurück in das Jahr 1984 transportiert hat, und sich die Filmlandschaft ansehen, in der der Actionfilm zu dieser Zeit existierte. Auf der einen Seite hatte das Home-Video einen enormen Sprung gemacht. Ausländische Filmkonzerne wie Canon schusterten verblassende Stars und unerprobte Kampfkünstler für ihr schnell abgedrehtes Möchtegern-Franchise zusammen, während die großen Studios nicht genau wussten, wohin sie als nächstes gehen sollten. Als Cameron auftauchte, war die Notwendigkeit einer tiefgreifenden Veränderung nahe. Viele versuchten, den Mainstream zu übertrumpfen. Cameron trat einfach auf und zog es durch. Er investierte die damals klischeehaften Helden und Bösewichte mit tragfähiger Persönlichkeit und individueller Tiefe neu. Er fand schnell Wege, um sich wieder mit einem desinteressierten Publikum in Verbindung zu setzen, mit einem Können, das die Actionszene als Kunstform tief prägte.

Zusammen mit Spielberg und Größen wie John McTiernan (Predator, Stirb langsam) und Renny Harlin (Nighmare On Elm Street 4) veränderte Cameron das Genre. Alle drängten zu dieser Zeit auf Extreme im Alltag, auf die Fähigkeit des Menschen, sich den unmenschlichsten Bedrohungen zu stellen. Während die Aufnahmen tatsächlich mit der gleichen kinetischen Kraft wie das Thema, das sie behandelten, zusammengebracht wurden, widersprachen sie keineswegs der Fähigkeit des Betrachters, dem Verlauf zu folgen. Statt eines POV im Sinne von “Du befindest dich genau hier” begannen Filme wie The Terminator den Fokus auf “Sei froh, dass du nicht hier bist” zu legen.

Aber Camerons Schöpfung vereinte auch Figurenzeichnung und Mythos. Während einiges Material aus Ellisons klassischer Kurzgeschichte noch mehr herausgearbeitet wurde, kanalisierte der Regisseur auch seine eigenen Ängste vor der Technologie in die Handlung. Man darf nicht vergessen, dass dies die Zeit der Massenvernichtungswaffen und des Kalten Krieges war. All das fand sich im Umfeld des Terminators wieder.

Ebenso setzte Cameron weiter auf die menschliche Komponente, indem er die Polizisten Traxler (Paul Winfield) und Vukovich (Lance Henriksen) zu identifizierbaren Typen machte, die Arbeiterklasse war plötzlich von Kräften aus einer anderen Zeit überwältigt. Mit einer Leistung hinter der Kamera, die all das mit einer grundlegender Glaubwürdigkeit und viel Eleganz zelebrierte, war das Ergebnis eine Offenbarung.

Und das alles schmälert nicht seinen eigentlichen Unterhaltungswert. Auch heute ist der Film eine erstaunliche, kreative und aufregende Achterbahnfahrt, eine geschickte Kombination aus Action-Klischees und emotionaler Investition. Wenn der Film nicht als Paradebeispiel für das Genre funktionieren hätte, würde heute kein Hahn mehr danach krähen. Aber weil er so gut ist – und so wichtig für das, was aus dem Kino werden sollte – ist seine Kraft sprichwörtlich. 1984 hatte Hollywood noch nie wirklich vom Team um The Terminator gehört. Heute wäre es ohne dieses Team nicht das, was es ist.

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