Keine Menschenseele: Faye Hell im Interview

Seit ihrer frühesten Kindheit ist Faye vom Bösen fasziniert. Im Alter von elf Jahren schreibt sie ihre erste Horrorgeschichte. Eltern und Lehrer sind sich sicher: Das ist nur eine Phase, das vergeht. Doch es ist alles andere als eine Phase und vergeht erst recht nicht, viel eher verfeinert sich ihr Hang zum Diabolischen und nimmt professionelle Züge an. Seit 2007 ist sie Redakteurin des VIRUS Magazins (unter dem Namen Lili Marlene), dort verfasst sie vorrangig Rezensionen zu Horrorfilmen abseits des Mainstreams. In ihrer schriftstellerischen Arbeit verbindet sie subtiles Grauen mit expliziter Gewalt und Obszönität. Ein Leben ohne Horror, das ist für Faye undenkbar.

Die Kunst der brutalen Prosa: Ein Interview mit Mark Lawrence

Mark Lawrence ist der Autor der Fantasy-Reihe THE BROKEN EMPIRE (dt. Prinz der Dunkelheit, König der Dunkelheit, Kaiser der Dunkelheit – die Bände liegen seit Juni 2014 komplett vor; Red.). Die Bücher sind im gleichen Ton verfasst, den man auch von Joe Abercrombie oder George R.R. Martin kennt. Darin geht es um eine düstere Darstellung des Prinz Honorius Jorg Ancrath, Spross einer Adelsfamilie, die sich geschworen hat, eines Tages die Bereiche unterschiedlicher Königreiche zu einem einzigen zusammenzufassen. Die Prosa, die man darin vorfindet, ist wie ein Schlag in die Magengrube – deutlich, einfach und eindrucksvoll. Lawrence meidet sie traditionell blumige Ausdrucksweise seiner Vorgänger, stattdessen vermittelt er mit einfacher Sprache ohne Umschweife die harte Realität.

Interview mit Michael Cisco

Cisco: Tolkien und Lovecraft waren meine frühen Einflüsse. Außerdem erinnere ich mich lebhaft an eine Passage aus Camus‘ Der Fremde: Meursault ist alleine in seinem Appartement. Er beobachtet die Straße, sieht einige Leute, die ins Kino gehen, nimmt eine Dusche, kommt zurück ans Fenster, raucht eine Zigarette, sieht die Leute aus dem Kino kommen. Ich war von dieser Szene schockiert, denn mir käme niemals in den Sinn, über jemanden zu schreiben, der eigentlich gar nichts tut; es schockierte mich vor allem deshalb, weil ich das Lesen dieser Passage so sehr genossen habe. Es war so, wie in jemandes Zeit einzubrechen, oder mit jemandem zusammen Zeit zu erschaffen, etwa so, wie wenn du wirklich mit Leuten Zeit verbringst.

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