Über

Bestimmte Medienarten haben einen tiefgehenden Einfluss, der über ihre ursprüngliche Erscheinungsform hinausreicht. Unter all diesen Medien stehen Comics als Titanen da, deren Wirkung weit über die farbenfrohen Seiten hinausgeht, auf denen sie erscheinen. Von ihren bescheidenen Anfängen als Fortsetzungsveröffentlichungen bis zu ihrem heutigen Status als kulturelle Meilensteine sind Comics fest in das Gefüge der modernen Gesellschaft integriert. Sie haben von Blockbuster-Filmen bis hin zur High Fashion bleibende Eindrücke hinterlassen.

Beim Lesen eines Comics muss der Leser die visuellen, emotionalen, zeitlichen, klanglichen und erzählerischen Hinweise im Kopf verbinden. Dadurch wird das Comic-Lesen zu einer komplexen und immersiven Erfahrung. Je mehr gedankliche Akrobatik das Gehirn betreibt, um die Geschichte herauszufiltern, desto größer ist die Belohnung. Die Freude am Lesen eines gut gestalteten Comics erfordert daher ein Verständnis, das über das geschriebene Wort weit hinausgeht.

Als Kinder entwickeln und üben wir alle unsere Lese- und Schreibfähigkeiten gleichermaßen. Doch im Erwachsenenalter kann es so wirken, als sei multimodale Alphabetisierung eine angeborene Fähigkeit, die im Gegensatz zum geschriebenen Wort keine besondere Aufmerksamkeit oder Untersuchung benötigt. Das ist ein massiver Denkfehler, und oft fehlt es uns (und unseren Kindern) an der Fähigkeit, sich der zahlreichen nonverbalen Hinweise, die uns ständig umgeben, bewusst zu sein und diese zu analysieren.

In diesem Bereich sind wir Forschende.

Verlauf

Im Januar 2014 ging das PHANTASTIKON mit der Übersetzung eines Interviews ans Netz, das Matt Cardin mit Thomas Ligotti geführt hatte. Übersetzungen blieben vor allem auch deshalb für das Phantastikon relevant, weil es kaum bis gar keine Autoren im deutschsprachigen Raum gibt, die sich mit dieser Qualität hervortun.

Zunächst wurde das Programm auf „dunkle Phantastik“ zugeschnitten, aber auch hier zeigte sich der deutsche Raum als nicht besonders ergiebig, weshalb das Angebot ständig erweitert wurde. Gleichzeitig wurde das Phantastikon mehrmals vom Netz genommen, weil es absolut kein Publikum für diese Art von qualitativen Artikeln zu geben schien. Sehnsüchtig schielten wir auf den Rest der Welt, wussten aber, dass wir so nicht weitermachen konnten. Im Juli 2026 schalteten wir den Betrieb in diesem verlorenen Raum ab und gaben und ganz dem größten Medium aller Zeiten hin: dem COMIC.

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