Phileas Fogg – In 80 Tagen um die Welt

Phileas Fogg ist die Hauptfigur des 1873 erschienenen Romans „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne, ein reicher britischer Gentleman, der sich kaum in der Öffentlichkeit zeigt. Trotz seines Reichtums führt Fogg ein bescheidenes Leben mit Gewohnheiten, die er mit mathematischer Präzision ausführt. Über sein gesellschaftliches Leben lässt sich nur wenig sagen, außer dass er Mitglied des Reformclubs ist. Nachdem er seinen früheren Kammerdiener James Forster entlassen hat, weil er ihm Rasierwasser mit einer Temperatur von 29 °C (84 °F) statt 30 °C (86 °F) gebracht hat, stellt Fogg den Franzosen Jean Passepartout als Ersatz ein.

Phileas Fogg
Frontispiz: Phileas Fogg. „Around the World in Eighty Days“ von Jules Verne (Osgood, 1873).

Im Reformclub wird Fogg in einen Streit über einen Artikel im Daily Telegraph verwickelt, in dem es heißt, dass man durch die Eröffnung einer neuen Eisenbahnstrecke in Indien nun in 80 Tagen um die Welt reisen könne. Während sich die Clubmitglieder einig sind, dass dies unmöglich ist, wettet Fogg 20.000 Pfund, dass er das durchaus schaffen würde. Heute entspräche dieser Wetteinsatz in etwa zwei Millionen. Aber damals wie heute handelt es sich dabei um die Hälfe von Foggs Gesamtvermögen. Er scheint sich seiner Sache also ziemlich sicher zu sein.

In Begleitung von Passepartout verlässt Fogg London am 2. Oktober 1872 exakt um 20:45 Uhr mit dem Zug; um die Wette zu gewinnen, muss er am 21. Dezember, also 80 Tage später, zur gleichen Zeit zum Club zurückkehren. Die Reisenden nehmen die restlichen 20.000 Pfund von Foggs Vermögen mit, um damit die Reisekosten decken zu können.

Das an sich wäre nur eine Anekdote und keine große Geschichte, aber Verne weiß natürlich ein weiteres Hindernis einzubauen. Phileas Fogg wird nämlich tatsächlich verdächtigt, die Bank von England ausgeraubt zu haben. Aus diesem Grund wird er von einem Detektiv namens Fix verfolgt. Davon ahnt Fogg nichts, auch als die beiden in der zweiten Hälfte des Buches zusammenarbeiten. Fix hat ein natürliches Interesse daran, Fogg ins Vereinte Königreich zurückzubringen, vorher kann er ihn nämlich gar nicht verhaften.

In Indien rettet er die verwitwete Prinzessin Aouda während der Beerdigung ihres Mannes vor Suttee, und sie begleitet Fogg für den Rest seiner Reise. Sie und Fogg verlieben sich schließlich ineinander und heiraten am Ende des Buches. Fogg, der sorgfältig jeden Tag in seinem Tagebuch festgehalten hat, glaubt mittlerweile, dass er am Sonntag zu Hause ankommt und seine Wette somit verloren hat. Fast zu spät entdeckt er seinen Denkfehler. Er hat nämlich vergessen, seine Zeitrechnungen mit dem Überschreiten der Datumsgrenze abzugleichen. Er gewinnt seine Wette also doch.

Als eine viktorianische Abenteuergeschichte könnte man das alles einfach so stehen lassen. Tatsächlich kennen die meisten die Geschichte so, und so ist sie auch in der Popkultur verankert.

Der amerikanische Science Fiction- und Fantasy-Autor Philip José Farmer tat das nicht und veröffentlichte 1973 „The Other Log of Phileas Fog“, das 1976 unter dem Titel „Das echte Logbuch des Phileas Fog“ auch auf deutsch erschien. In diesem Roman erzählt Farmer die angeblich wahre Geschichte hinter einigen Rätseln, die der Originalroman von Jules Verne mit sich brachte. Im Vorwort stellt Farmer gezielte Fragen über den Helden. Er fragt sich: „Warum ist Foggs Herkunft so geheimnisumwittert?, Warum führte er sein Leben so, als wäre er ein programmierter Roboter?“

Farmer weist darauf hin, dass in Jules Vernes Roman viele seltsame Dinge vorkommen, die entweder gar nicht oder zumindest nicht gut erklärt wurden. Allerdings sei jetzt das geheime Tagebuch von Fogg aufgetaucht und die ganze Geschichte käme endlich ans Tageslicht.

Das ursprüngliche unkomplizierte Abenteuer aus dem viktorianischen Zeitalter wird zur Tarnung für einen Teil einer komplizierten Verschwörung, die von einem geheimen Krieg zwischen außerirdischen Fraktionen angetrieben wird, die sich gegenseitig vernichten wollen. Neben dem Krieg gegen Außerirdische gibt es auch Verbindungen zu anderen berühmten literarischen Figuren, darunter Kapitän Nemo aus Jules Vernes berühmter Geschichte um das U-Boot Nautilus. Mit einer Kombination aus Abenteuern aus der viktorianischen Ära und Science-Fiction-Elementen ist dieser Roman einer der Vorläufer des heutigen Steampunk, den ich allerdings nicht in meine Liste der 8 Romane aufgenommen habe, die das Genre definieren.

Ungeachtet dessen gelingt es Farmer in hervorragender Weise, Ungereimtheiten im Originalroman von Verne aufzuspüren und dann ausgeklügelte Erklärungen und Abenteuer zu entwickeln, um zu erklären, was wirklich passiert ist. Er schildert große Teile der Weltreise im Detail und fügt neue Abenteuer hinzu.

Zum ersten Mal verfilmt wurde der Stoff 1913 in einem deutschen Stummfilm, ist aber eher als Parodie zu verstehen. 2019 folgte eine weitere deutsche Adaption, ebenfalls eine Komödie. Aber die wohl beste und berühmteste Verfilmung ist die von 1956 mit David Niven in der Rolles des Phileas Fogg. Pierce Brosnan spielte ihn in der Fernsehadaption von 1989 und Steve Coogan in der Disney-Version von 2004. Natürlich gibt es auch zahlreiche Animationsserien, Hörspiele und Zeichentrickfilme, Querverweise und Reiseberichte, unter anderem von Michael Palin, einem Mitglied von Monthy Python, der diesbezüglich eine Dokumentation für die BBC moderierte, die Foggs Reise und Verkehrsmittel so genau wie möglich nachstellte und das Kunststück vollbrachte, auf diese Weise die Welt in 79 Tagen und 7 Stunden zu umrunden.

Lucky Luke – Schneller als sein Schatten

Wenn hier von Lucky Luke die Rede ist, dann ist die Figur gemeint, die von 1955 bis 1977 von René Goscinny geschrieben und von Morris gezeichnet wurde. Alle modernistischen Eingriffe werden hier ignoriert, da sie der Figur selten gerecht werden, sondern sie im Gegenteil bis in die heutige Zeit hinein zerstören. Dasselbe Phänomen ist auch in den Asterix-Bänden zu beobachten.

Dieser Höhepunkt der französisch-belgischen Comic-Schule wurde 1946 vom Zeichner Morris (Maurice de Bévère) geschaffen, der zunächst sowohl zeichnete als auch schrieb. Lucky Luke begann als halbseidener Comic mit einem rauen Cowboy-Helden, vielen Schießereien und gelegentlichen Todesfällen.

Morris schickte seine Panels per Post von New York nach Europa, wo sie manchmal verloren gingen und Morris wieder von vorne anfangen musste. In solchen Fällen versuchte der Künstler nicht, das zu zeichnen, was er noch in Erinnerung hatte, sondern entwarf eine völlig neue Geschichte. Seine Recherchen waren so ergiebig, dass ihm die Ideen nicht ausgingen.

Erst als die Texte ab 1955 von Asterix-Erfinder René Goscinny übernommen wurden, wurde der Comic zu dieser unverblümten Parodie und zu einem der beliebtesten Comics überhaupt. Etwa zur gleichen Zeit ließen die Autoren alle Vorwände fallen, den Protagonisten als realistischen Cowboy darzustellen, und verwandelten ihn in einen Schießkünstler, dessen Ruhm und Geschick ihn oft zur letzten Rettung der amerikanischen Regierung in besonders schwierigen Situationen werden ließen (sehr zu seinem Ärger).

Jolly Jumper

Eine Besonderheit dieser langen Erfolgsgeschichte ist die Begegnung mit vielen (um nicht zu sagen allen) großen historischen Persönlichkeiten der westlichen Welt. Manchmal werden sie parodiert, manchmal spielen sie sich selbst auf erstaunlich direkte Weise: Billy the Kid, Jesse James, Mark Twain, Wyatt Earp – sie alle sind dabei. Einzigartig ist auch die Fülle an originellen Figuren im Hintergrund (der Bürgermeister, der Sheriff, der Leichenbestatter, der Salonbesitzer, der chinesische Wäscher). Diese Figuren sind zwar in jeder Stadt, die Luke besucht, anders, aber sie sind sich oft so ähnlich, dass sie als wiederkehrende Figuren funktionieren.

Auch wenn Lucky Luke eine der herausragenden Figuren der belgischen Comic-Geschichte ist, dürfen wir seine Begleiter nicht vergessen: Rantanplan (eine Parodie auf Rin-Tin-Tin), der dümmste Hund der Welt, und Jolly Jumper, das besonders schlaue Pferd, mit dem Luke ab und zu eine Partie Schach spielt.

Die Dalton-Brüder als Dauergäste

Die Daltons

Zu der Zeit, als Morris begann, seinen Lucky Luke zu zeichnen, war es schwierig, in Europa eine vernünftige Dokumentation über den Wilden Westen zu finden. Morris recherchierte vor Ort in den USA, vor allem in Bibliotheken. Dort stieß er auch auf die legendäre Familie Dalton. Schnell wurde Morris klar, dass das, was er in all den Dokumentationen las, eine seltsame Mischung aus Legenden und historischen Texten war. Vor allem die Daltons hatten es ihm so angetan, dass er sie mit ihrer überlieferten Persönlichkeit sozusagen für immer adaptierte. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die vier Brüder wohl kaum in Erinnerung geblieben wären, wenn sie nicht zu einem festen Bestandteil der Comicwelt geworden wären. Ähnlich wie den Panzerknackern aus Entenhausen war ihnen wenig Glück beschieden, obwohl sie in Wirklichkeit 1891 einen legendären Eisenbahnüberfall planten und durchführten. Doch der Überfall auf zwei Banken gleichzeitig führte zu ihrem Ende. Die anschließende Schießerei überlebte nur Emmet Dalton, der später die Biografie schrieb, die Morris so faszinierte.

Rantanplan

Trotz der nachweislichen historischen Genauigkeit, die unter Goscinnys Feder noch zunahm, betonte Morris immer wieder, dass es trotz der Fülle an historischen Dokumenten, aus denen sich die Autoren bedienten, in erster Linie darum ging, eine unterhaltsame Geschichte zu schreiben.

Wie die moderne Literatur haben auch die Comics stark von der Filmtechnik profitiert. Morris hat sich intensiv mit diesem Genre auseinandergesetzt. Zusammen mit seinem Kollegen André Franquin (Spirou) stahl er sogar gelegentlich Filmplakate aus einem Kino. Seine Entscheidung, seine Comics in den amerikanischen Wilden Westen zu verlegen, war von Anfang an ungewöhnlich. Die meisten frankobelgischen Serien dieser Zeit waren eindeutig flämisch, sowohl im Stil als auch in den Charakteren.

Aber Lucky Luke ist sowohl ein westlicher Comic als auch eine brillante Parodie des Genres. Morris und Goscinny verstanden es, mit den vielen Klischees zu spielen, und das macht die Serie so einzigartig. Während das Motiv des einsamen Cowboys und seines treuen Pferdes in vielen westlichen Büchern und Filmen zu finden ist, sind die zynischen Kommentare von Jolly Jumper wirklich neu.

Anfang der 80er Jahre wurde Morris in Amerika für seine allgegenwärtige Zigarette kritisiert. Um Lucky Luke auf dem amerikanischen Comic-Markt zu etablieren, musste Morris aus kommerziellen Gründen die Tabakstange in einen Grashalm verwandeln. Doch schon zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Serie so sehr verselbständigt und war so beliebig geworden, dass sie heute nur noch ein Schatten ihrer selbst ist.

Die Frage nach dem Schatten

Natürlich zieht und schießt Lucky Luke schneller als sein Schatten. Dafür ist er berühmt geworden (na ja, nicht nur dafür, aber es ist eines seiner Markenzeichen). Daraus hat sich im Laufe der Zeit die Diskussion entwickelt, ob das physikalisch überhaupt möglich ist. Tatsächlich kann man immer wieder beobachten, dass Comics daraufhin untersucht werden, ob sie einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten. Das bekannteste Beispiel sind sicherlich die Donaldisten, die davon ausgehen, dass Entenhausen wirklich existiert. Und nur so kann man überhaupt wissenschaftlich arbeiten. Wer sagt, das sei Quatsch, hat die Sache noch nicht verstanden.

Dabei ist es gar nicht so schwer. Jeder, der in Physik aufgepasst hat, weiß sowieso: Natürlich bewegt sich Luke scheinbar schneller als sein Schatten, denn der Schatten ist immer etwas langsamer als derjenige, der ihn wirft. Das Licht muss ja erst einmal dort ankommen, wo der Schatten entsteht. Das ist natürlich eine unglaubliche Geschwindigkeit, zu der kein Lebewesen fähig zu sein scheint, aber darum geht es nicht. Der Schatten beginnt seine Aktion also grundsätzlich etwas später als der Gegenstand, ist also nicht wirklich langsamer. Es spielt keine Rolle, wie schnell sich der Gegenstand bewegt. Die Aktion selbst dauert beim Schatten gleich lang.

Schlecht für Luke: Jeder zieht (so gesehen) schneller als sein Schatten.

Der rosarote Panther – Raffinesse und Stil

Der heutige Gaststar spielte in der letzten großen Zeichentrickserie mit, die im „Goldenen Zeitalter der Animation“ entstand. Bei uns kennt man ihn als den rosaroten Panther – im Original heißt er natürlich Pink Panther.

Friz Freleng

Viele wissen gar nicht, dass er eigentlich nur die animierte Titelsequenz des 1964 erschienenen Films mit Peter Sellers in der Hauptrolle war. Die Titelsequenz wurde so populär, dass der rosarote Panther nicht nur zum Maskottchen der Comedy-Filmserie um den schrulligen Detektiv wurde, sondern auch eine eigene Zeichentrickserie bekam. Und während andere Trickfilmstudios gerade alle Zeichentrickfilme einstellten, gewann das kurze Debüt des Panthers am Ende sogar einen Oscar. Nach einigen Spielfilmen wechselte der Panther mit der erwarteten Anmut und Leichtigkeit ins Fernsehen und wurde dort zur Ikone. Wie bei allen Superstars folgten bald stapelweise Merchandising-Artikel und Sponsorenverträge.

Dem Hauptfilm die Show gestohlen

Der rosarote Panther wurde von David DePatie geschaffen, der bei Warner Brothers in der Abteilung für Fernsehwerbung arbeitete und dort für die Animation zuständig war. Als er erfuhr, dass Warner sich aus dem Animationsgeschäft zurückziehen wollte, beschloss DePatie, genau das Gegenteil zu tun und eine eigene Produktionsfirma zu gründen. Sein Partner war Friz Freleng, der bis dahin ebenfalls in der Fernsehwerbung gearbeitet hatte. Die neu gegründete Produktionsfirma DePatie-Freleng blieb diesem Metier treu, bis DePatie einen Anruf des Regisseurs Blake Edwards erhielt. Die beiden kannten sich aus DePaties Zeit bei Warner:

„Das ist es, was ich will“. Edwards hatte eine Zeichnung von Hawley Pratt ausgewählt, auf der der Panther mit einer Zigarettenspitze in der Hand sitzt. Edwards begann sofort, die Illustration auf Briefköpfen und Karten zu verwenden.

Und diese Titelsequenz stahl dem ganzen Film die Show, obwohl der Originalfilm eine klassische, urkomische Schlafzimmerfarce ist. Die hochkarätige Besetzung bestand aus Peter Niven, Robert Wagner und Peter Sellers in seiner ersten Rolle als Inspektor Clouseau. Doch keine der zahlreichen witzigen Anspielungen und amüsanten Dialoge, gepaart mit unverschämten Slapsticks, konnte den krachenden Vorspann trüben. DePatie erzählte bei einer der ersten Vorführungen, dass das Publikum so laut gelacht habe, dass der Filmvorführer den Film nach dem Titel stoppen musste, damit sich die Menge beruhigen und den Film ansehen konnte!

Der Auftritt des Panthers wurde von Henry Mancinis heute klassischer Titelmelodie begleitet. Seine Titelmusik zu Der rosarote Panther ist eine der bekanntesten der Filmgeschichte.

Der Panther muss geschmeidig bleiben

Der Erfolg des Vorspanns brachte DePatie auf die Idee, einige Kurzfilme mit der Figur zu drehen, und United Artist, die Verleihfirma, stimmte nicht nur zu, sondern verlangte 156 Zeichentrickfilme über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren.

Die Herausforderung bestand darin, den Panther geschmeidig und katzenhaft zu halten. Zum Team gehörte damals auch der Autor John Dunn, der von Disney kam und bald als Meister der Panthergeschichten gelten sollte. Der Schlüssel zu den Zeichentrickfilmen war, sie anspruchsvoll zu gestalten. DePatie und sein Team wollten, dass sich die Kurzfilme eindeutig an Erwachsene und nicht an Kinder richteten.

Obwohl oft gesagt wird, dass der Panther nie gesprochen hat, stimmt das nicht, er spricht sogar in mehreren Filmen. Freleng erinnert sich:

„Wir haben verschiedene Stimmen mit ihm ausprobiert, aber nichts hat funktioniert, weil er ursprünglich für einen Vorspann gemacht wurde, und da spricht er nicht. Es gab also keinen Grund, ihn sprechen zu lassen.

Mehr als ein halbes Jahrzehnt lang produzierten DePatie-Freleng Kurzfilme über den rosaroten Panther. Sie ruhten sich jedoch nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern schufen eine Reihe weiterer Figuren, darunter den Inspektor, die blaue Elise, die Ameise Charlie sowie Sancho und Pancho. Während der gesamten 70er Jahre liefen die Panther-Cartoons im Fernsehen.

1975 kam der nächste Inspektor-Clouseau-Film in die Kinos: Die Rückkehr des rosaroten Panthers. Und wieder stellte der Vorspann den ganzen Film in den Schatten. Die New York Times schrieb, der Panther sei alles, was Clouseau nicht sei: urban, witzig, schlau, gerissen, geistesgegenwärtig und anmutig. 1978 spielte Peter Sellers zum letzten Mal den Inspektor. Seltsamerweise schlossen DePatie-Freleng in diesem Jahr auch ihr Studio. Für einige Panther-Filme, die in den 80er Jahren nachgedreht wurden, mieteten sie kurzfristig einen Raum an.

1993 wurde die erste Serie mit einem sprechenden rosaroten Panther gedreht. Allerdings bestand MGM darauf, dass es diesmal keine Pantomime sein sollte. Das gefiel DePatie und Freleng zwar nicht, andererseits würde MGM die Zeichentrickfilme nicht annehmen, wenn der Panther nicht sprechen würde. Schließlich einigte man sich auf 72 halbstündige Filme.

Die deutsche Übersetzung der Serie enthielt jedoch von Anfang an eine omnipräsente, an Wilhelm Busch erinnernde Stimme in Reimen, gesprochen von Gert Günther Hoffmann, der deutschen Stimme von Sean Connery. Hier erhielt der Panther auch seinen Namen: Paul. Meist wird jedoch die Koseform Paulchen verwendet.

Seit seinem Debüt 1964 blieb der Panther in klassischen Theaterkurzfilmen, Vorspännen und Fernsehauftritten präsent. Sein Bild erschien auf Hunderten von Produkten, darunter Frühstücksflocken, Limonade, Kleidung, Tassen, Plüschtiere, Comics und vieles mehr. Der Panther war zu einem Schlüsselsymbol für Kultiviertheit und Stil geworden.