So irisch wie der Vampir

So manches schreckliche Tier fand seinen Ursprung in den dunklen Tälern und melancholischen Bergen von Eire. Alte keltische Legenden und Bräuche vermischten sich zuerst mit der römischen Mythologie und dann mit dem Christentum, woraus ein reicher Trank aus dunklen Überlieferungen entstand. Ein Teil dieser Vermischung der Kulturen findet sich in unserem heutigen Fest zu Halloween. Viele der Traditionen, die erstmals in den USA von irischen Einwanderern im 19. Jahrhundert populär gemacht wurden, haben ihren Ursprung im keltischen Feiertag Samhain. Es wurde gesagt, dass die sterbliche und die geistige Welt während dieses Festes, das das Ende des Sommers und den Beginn des Winters markiert, verschmelzen.

Die obskuren Welten der Fantasy und ihr Selbstverständnis

Bevor wir beginnen, lassen Sie mich Ihnen zeigen, worum es geht. Der Berg unter unseren Füßen heißt Fatum. Es ist der höchste Gipfel dieses Gebirgszugs, den die letzten Zwergenstämme, die tief in seinem Inneren ihre unheiligen Maschinen aus der Glut der Lava ziehen, den Großen Falz vor dem Abgrund nennen. Ich hoffe, Sie sind schwindelfrei. Falls nicht, bleiben Sie besser hier stehen, während ich die übrigen von Ihnen zur Brüstung der Aussichtsplattform bringe, um Ihnen die schier endlosen Weiten dieser magischen Welt zu präsentieren. Das Land, welches direkt am Fuß der Falz liegt, nennt sich schlicht Das ewige Schlachtfeld. Es hatte vielleicht einmal einen anderen Namen. Aber so genau weiß das niemand mehr.

Shutter Island

Es gibt da etwas, das muss vorweg raus. Sofort. Es ist etwas teuflisch Nettes über Dennis Lehane. Seine Art, zu schreiben, ist einfach nur gut. Verdammt gut. Shutter Island ist ein immens packender, literarischer Psycho-Höllen-Trip, ohne Schlachter und Schlitzer, aber gleichwohl mit kochendem Blut der ganz besonderen Gruppe geschrieben. „Sie sahen aus, als hätten sie als Kinder nicht genug zu essen bekommen und seitdem eine Stinkwut im Bauch.“ Das ist ein grandioser Satz für den ersten Wimpernschlag. Der hier ist für den zweiten. „Die Sterne beobachteten ihn wie zuvor die Ratten, und beim Klettern kam ihm Dolores abhanden; er konnte sie sich nicht mehr vorstellen.“ Und noch einer sei, – bei einer bemerkenswerten Fülle tatsächlich recht wahllos -, für die Nackenhaare zitiert: „Sie schrie aus vollem Hals, kreischte, als wären alle Toten des Landes durch das Fenster hinein geklettert und marschierten auf ihr Bett zu.“

Jean Pierre Andrevon, Philippe Cousin: Das Haus gegenüber

„In den vier Jahren, die er nun schon über das Parkett rollt wie ein eingesperrtes Karnickel, hat George das Haus genau kennengelernt. Er kennt es besser, als wenn er die Treppen hinauf und hinab gestiegen, als wenn er zu den Leuten in die Wohnung gegangen wären. Er kennt es dank der Geräusche, der Luftzüge, der winzigsten Temperaturschwankungen. Die Wasserspülung im Abflussrohr um halb zwölf, das ist der Bewohner vom vierten Stock rechts, der immerzu an Verstopfung leidet. Der Lärm im Treppenhaus, vor allem gegen drei Uhr mittags, das ist natürlich der Australier, der vom Holzhändler heimkommt. Die Billardkugeln, die über die Fliesen rollen, das ist stets der alte Lessourd, der immer noch mit Kohlen heizt und beim Füllen seines Ofens jedesmal die Hälfte daneben schüttet.“
(Georges wollte auf die dritte Etage)

A Ghost Story – Zeit ist alles

Es gibt natürlich Gründe dafür, warum Geschichten, die sich um Trauer drehen, auf die Erfahrungen der Lebenden (der Überlebenden) fokussiert sind, die mit dem Schmerz des Verlusts und dem Mysterium der Abwesenheit zu kämpfen haben. Vielleicht aber haben die Toten auch Gefühle. Wenn man darüber nachdenkt, ist das sogar der Urgrund vieler Geistergeschichten. Und genauso verhält es sich bei A Ghost Story, David Lowerys genialen und bewegenden Film von 2017.

Wenn du denkst, jetzt holt es dich

Ich war noch sehr klein, als ich dachte, Kirchturmglocken würden ihn ankündigen. Sie schlugen zwölfmal, und ich hätte längst schon schlafen müssen, neben mir eingerollt meine jüngere Schwester, der grüne Bär und die einarmige Katze zwischen uns, gut zugedeckt, um die Nacht sicher zu überstehen. Aber es war nicht mein Bett. Es war keine Nacht, die mir richtig erschien, weil sie mich ganz allein für sich haben wollte. Da war kein vertrautes Ohr, in das ich verschwörerisch hätte flüstern, kein nach Zuhause schmeckendes Kissen, in das ich trotzig hätte spucken können.

Film Noir: Vom Sandsack, der nie das Mädchen kriegte

Humphrey Bogart ist Sam Spade in John Hustons Die Spur des Falken. Und in der Liga der Hartgesottenen, zu der die großen, ganzen Typen wie Robert Mitchum, Dick Powell, Robert Montgomery und Alan Ladd gehören, verkörpert er den private eye, als wäre für ihn maßgeschneidert worden. So, als hätte Dashiell Hammett ihn aus der dunklen Ecke heraus herbei gepfiffen und ihn, ohne den Kerl zu rasieren und lackieren, in die schäbige kleine Kanzlei gesetzt, um ihn machen zu lassen. Aus dem Bauch raus. Instinktiv richtig.

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