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Die 20 besten Vampir-Bücher aller Zeiten

(c) katty

Es gibt eine wahre Schwemme an Vampirbüchern da draußen. Um ehrlich zu sein, taugen die meisten nicht viel, auch wenn sie zu Bestsellern wurden. Doch wenn man an das richtige Buch gerät, macht der Vampirmythos wieder Spaß. Wir haben 25 nennenswerte Blutsauger-Bücher (manche sind auch Teil einer Serie) herausgesucht, die unserer Meinung nach zur Spitze der Vampirliteratur gehören. In manchen Fällen kommt es zu Überschneidungen mit unserer Urban-Fantasy-Liste. Auf eine Platzierung haben wir diesmal verzichtet, weil die Zeitspanne der Entstehungsgeschichten zu weit auseinander liegt, um sie sinnvoll gegeneinander abzuwägen. In diesem Sinne ist diese Liste als Aufzählung zu verstehen.

1. George R.R. Martin – Fiebertraum (Heyne)

Martin ist nicht nur der Schöpfer von “Ein Lied aus Eis und Feuer”, sondern unter anderem auch der Autor dieser blutigen wie faszinierenden Geschichte, die sich um Abner Marsh dreht, einen Bootskapitän auf dem mächtigen Mississippi, der im Jahre 1857 ein ungewöhnliches Angebot von einem Fremden erhält. Wenn es auf einem völlig gesättigten Markt  ein “Vampir”-Buch gibt, das man unbedingt lesen sollte, dann ist es dieses hier. Das Setting ist völlig exotisch, die Charaktere herausragend und komplex gezeichnet. Wer immer auf der Suche nach einem exzellenten Vampir-Roman ist, hat ihn hiermit gefunden.

2. Stephen King – Brennen muss Salem (Heyne)

Viele würden, wenn es um Kings Meisterwerk geht, auf “Shining” verweisen, aber sein zweiter Roman ist nicht weniger unterhaltsam, emotional und erschreckend. Der Schriftsteller Ben Mears kehrt in seine Heimatstadt zurück, um über das Marsten-Haus zu schreiben, wo er als Kind etwas Schreckliches erlebte. Aber seine Ankunft fällt mit der des neuen Bewohners des Hauses zusammen, und die Dunkelheit breitet sich schnell aus. “Brennen muss Salem” ist von der gotischen Tradition durchdrungen, aber King zeigt hier seine Gabe und sein Geschick, über Kleinstädte zu schreiben, die auseinander gerissen wurden. Das Böse, das aus dem Marsten-Haus sickert, wendet Nachbarn und Familienmitglieder gegeneinander und führt zu einem fantastisch eisigen Roman, der einer der besten Vampirbücher bleibt, die  je geschrieben wurden.

3. Anne Rice – Interview mit einem Vampir (Goldmann)

Dieses Buch enthält alle Bekenntnisse eines Vampirs, angefangen von dem Moment, in dem Louis gebissen wird, schildert seinen Überlebenskampf in New Orleans bis hin zu dem Tag, an dem er beschließt, die junge Claudia zu verwandeln. Mehr noch, es ist ein Buch, das die öffentliche Wahrnehmung über Vampire für immer verändert hat, als es 1976 erschien. Innovativ und dunkel-sinnlich ist das hier das Buch, das ein ganzes Genre wiederbelebt hat und die einflussreichste Post-Stoker-Interpretation über Vampire. Zum größten Teil sind heutige Ergüsse nur Nachahmungen dieser grandiosen Reihe.

4. Bram Stoker – Dracula (Fischer)

Der Königs-Vampir regiert noch immer, auch wenn Draculas Bedeutung über ein Jahrhundert ständiger Anpassungen und Neuinterpretationen vernebelt wurde. Der Roman ist wunderbar überdeterminiert, vollgepackt mit konkurrierenden Ängsten – und gleichzeitig steht im Mittelpunkt der Geschichte ein leerer Raum. Dracula nämlich schreibt, im Gegensatz zu den anderen Charakteren, seine eigene Geschichte nicht auf. Der Leser wird dazu eingeladen, eine eigene Interpretation zu finden.

5. John Ajvide Lindqvist – So finster die Nacht (Lübbe)

Es ist Herbst 1981 in Blackeberg, Schweden. Oskar ist ein zwölfjähriger Junge. Eli ist das Mädchen, das gerade nebenan eingezogen ist. Aber das ist nicht der Anfang deiner alltäglichen YA-Romanze, denn Eli ist vielleicht nicht so sehr Jemand wie ein Etwas. Der nachfolgende Film (eigentlich sind es zwei) mag eine breitere Zustimmung erhalten haben, aber Lindqvists Roman ist eine atmosphärisch wiedergegebene Geschichte der Isolation im Kindesalter und der Notwendigkeit von Gesellschaft. Oskar wird in der Schule routinemäßig schikaniert und seine Mutter hat keine Zeit, sich um ihn zu kümmern. Als er sich mit Eli anfreundet, entdeckt er die Vorteile und die Gefahr, sich auf jemand anderen zu verlassen. Der Roman ist in seiner Darstellung des Horrors viel expliziter als der Film, ein grausames Märchen, das den Schmerz der einsamen Jugend hervorragend darstellt. Viel gelobt, und das zu Recht.

6. Elizabeth Kostova – Der Historiker (Bloomsbury Berlin)

“Der Historiker” ist ein funkelnder Debütroman von Elisabeth Kostova und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die in der Bibliothek ihres Vaters etwas Seltsames entdeckt: Die Überreste vergilbter Briefe einer jahrhundertealten Jagd nach einem legendären Herrscher. Jetzt muss sie entscheiden, ob sie die Herausforderung annimmt oder nicht, auch wenn sie sich dann der furchterregenden Frage gegenüber sieht, die jedem Historiker, der versucht hat, sie zu beantworten, den Ruin gebracht hat: Wer ist Vlad der Pfähler wirklich? “Der Historiker” spielt mit der Struktur und den Details von Stokers Dracula, aber Kostova verwendet den Hintergrund, um eine rasante Abenteuergeschichte abzuspulen. Das Buch ist eine äußerst unterhaltsame Tour-de-Force mit Witz und Intelligenz.

7. Richard Matheson – Ich bin Legende (Heyne)

Eines der einflussreichsten Bücher in diesem Genre stellt Robert Neville vor, den letzten Überlebenden in einer Welt, die von einem Virus ausgelöscht wurde, der Menschen in Vampire verwandelt. Jetzt muss Neville die infizierten Kreaturen abwehren, die ihn jede Nacht vor seiner Haustür bedrohen. Hier sei gesagt (man muss es leider wieder und wieder betonen): Das Buch ist nicht der Film mit Will Smith, den man schnell vergessen sollte. Mathesons Roman von 1954 ist eine der größten Vampirgeschichten, die je geschrieben wurden. Das starke Gefühl der Isolation ist nach der kraftvollen moralischen Wendung des Finales des Buches zweitrangig, als Robert gezwungen ist, seine Position in der neuen Welt zu bedenken. Pflichtlektüre gibt es an sich kaum, das hier aber ist eine.

8. Octavia Butler – Vom gleichen Blut (Lübbe)

Octavia E. Butlers Roman, der nach seiner Veröffentlichung hochgelobt wurde, ist eine Meistererzählung der Science-Fiction. Dies ist die Geschichte von Shori Matthews, einem 10-jährigen Mädchen, das herausfindet, dass sie in Wirklichkeit eine 53-jährige Vampirin ist. Die eiserne Entschlossenheit, ihre Amnesie zu bekämpfen, führt sie auf eine atemberaubende und traumatische Reise. Aber sie will herausfinden, wer sie ist – und wer sich solche Mühe gibt, sie tot zu sehen.

9. Laurell K. Hamilton – Bittersüße Tode (Lübbe)

Willkommen in St. Louis! Dies ist das Revier von Anita Blake, professionelle Vampirjägerin und Nekromantin. Sie ist immer zur Stelle, um ein paar Untote zu beseitigen, wenn die Dinge außer Kontrolle geraten. Natürlich ist sie die Beste in ihrer Branche, was bedeutet, dass sie mit vielen Kreaturen interagiert – vor allem mit Jean-Claude, dem Meistervampir, den sie konsultieren muss, als sie gebeten wird, eine Reihe von Vampirmorden zu untersuchen. Leider fühlt sie sich auch schrecklich zu ihm hingezogen. Wer seine Vampirgeschichten mit einer Dosis Sex (und harter Detektivarbeit) mag, ist mit dieser sehr erfolgreichen Reihe auf der richtigen Fährte

10. John William Polidori – Der Vampyr (Hoffenberg)

Dieses 1819 veröffentlichte Buch ist wahrscheinlich die Geburt der Vampirliteratur. Sicher aber war Polidori einer der Begründer des romantischen Vampirmythos. Erzählt wird die Freundschaft zwischen einem Herrn namens Aubrey und dem rätselhaften Aristokraten Lord Ruthven. Obwohl es sich um ein kurzes Werk handelt, ebnete John William Polidoris damit den Weg für die späteren Giganten des Genres.

11 Joseph Sheridan Le Fanu – Carmilla (Diogenes)

Diese Novelle ist eine der erfolgreichsten Vampirgeschichten, die je geschrieben wurden, und enthält auch einen der sympathischsten Vampire der Literatur. Der Angriff des Vampirs wird hier zu einer langen Verführung, einer romantischen Freundschaft, der Laura, Carmillas vorgesehenes Opfer, nur schwer zu widerstehen vermag. Carmilla ist eine der ersten Vampire, die sich für ihr Existenzrecht einsetzen, genau wie jedes andere Wesen in der Natur. Ihre Gegner sind so stumpfsinnig und selbstgefällig, dass man hofft, sie werden sie nicht aufhalten. Die Geschichte wurde 1872 veröffentlicht und ist ein faszinierendes Fenster in eine Zeit, in der die Vampirmythologie – und alles, was sie umfasst – noch erfunden werden musste.

12. Theodore Sturgeon – Blutige Küsse (Fischer)

Von einem der Paten der modernen Science-Fiction stammt dieser Briefroman über einen Soldaten, der ein wenig … verändert nach Hause kommt. Er hat sich an den Armeepsychiater gewandt, der ihn bat, seine Geschichte aufzuschreiben. Das Ergebnis ist diese schockierende und seltsame Sammlung von Briefen, Transkripten und Fallstudien. Ein kurzer Roman, der dennoch einen grandiosen Biss mitbringt.

13. Kim Newman – Anno Dracula

Fans der Vampirliteratur sollten sich unbedingt ein Exemplar von Kim Newmans alternativer Geschichte besorgen, in der Jonathan Harker und Van Helsing Dracula nicht aufhalten konnten. Der Graf hat Königin Victoria geheiratet und Menschen und Vampire leben jetzt Seite an Seite … bis Jack the Ripper anfängt, Blutsauger mit seinem silbernen Messer auszunehmen. Der Roman ist vollgepackt mit Charakteren aus Film und Literatur (John Merrick, Lestat de Lioncourt und Graf Orlock tauchen auf) und ein absoluter Genuss für Fans des Genres.

14. Dan Simmons – Kinder der Nacht (Heyne)

Als ein Forschungsteam auf medizinischer Mission nach Rumänien reist, sind die Mitglieder ziemlich erschüttert, als sie ein Kind in einem Waisenhaus entdecken, dessen Immunsystem der Schlüssel zur Heilung von Krebs und AIDS sein könnte. Das Kind heißt Josua, und ihm wurde inmitten einer tödlichen Krankheit die falsche Bluttransfusion verabreicht. Aber jetzt ruft seine bloße Existenz auch einen mysteriösen Clan auf den Plan … in satten Farben dargestellt und insgesamt ungeheuer spannend, ist “Kinder der Nacht” ein Roman, der den Vampirmythos auf den Kopf stellt.

15. Robert McCammon – Blutdurstig (Knaur)

Im modernen Los Angeles, das in “Blutdurstig” auf anschauliche Weise dargestellt wird, senkt sich das Böse zunächst langsam herab: eine Leiche hier und eine andere dort. Aber dann sorgt die Anzahl der Toten doch für Aufsehen – und alle Morde scheinen nachts zu geschehen. Die Hinweise deuten alle auf eine dunkle Macht hin, die älter ist als die Zeit, und die eine Legion von Anhänger zu haben scheint. Noch bedrohlicher aber ist deren Durst, denn der kann nie gestillt werden.

16. F. Paul Wilson – Das Kastell (Festa)

Mitten im Zweiten Weltkrieg wird eine Einheit deutscher Truppen zu einem abgelegenen Bergfried in den Siebenbürger Alpen entsandt, um ihr Territorium zu schützen. Zuerst scheint es sich um einen leichten Auftrag zu handeln – bis die Männer von Captain Wörmann am Morgen tot, mit schrecklich zerfetzten Kehlen, aufgefunden werden. Kein Mensch könnte diese Gewaltakte begangen haben, und kein Mensch kann auch nur hoffen, die Situation zu klären …. oder doch? Mit der durch den Krieg verschärften Spannung im Hintergrund verbinden sich die Kräfte von Gut und Böse in diesem Buch zu einem Schauspiel reinen Horrors.

17. Charlaine Harris – Vorübergehend tot (Feder & Schwert)

Hier beginnt die Reihe um Sookie Stackhouse. Sie ist eine ruhige, bescheidene Kellnerin aus der kleinen Stadt Bon Temps, Louisiana und ein ganz normales Mädchen – abgesehen davon, dass sie Gedanken lesen kann. Oh, und sie geht mit einem Vampir aus. Wie man vielleicht erwarten darf, verursacht das ein paar Probleme, besonders als mehrere Leichen auftauchen. Vorübergehend tot ist die perfekte Mischung aus Komödie, Action und Romantik. Der Roman hat HBO zu seiner preisgekrönten Serie True Blood inspiriert.

18. Suzy McKee Charnas – Der Vampir-Baldachin (Knaur)

Tagsüber ist Dr. Edward Lewis Weyland Professor. Aber nachts ist er ein Vampir, und obwohl er seine Kräfte nicht durch übernatürliche Mittel erworben hat – sein Zustand ist biologisch begründet -, hat sich sein Bedürfnis, sich vom menschlichen Blut zu ernähren, deshalb nicht geändert. In vier episodischen Kapiteln sehen wir, wie sich dieser Drang manifestiert und wie der Vampir trotzdem noch versucht, mit der Gesellschaft zu interagieren. Spannende Prosa, straffe Handlung und ein charismatischer Vampir im Mittelpunkt zwingen den Leser in dieses bahnbrechende Buch, das 1980 erstmals veröffentlicht wurde, hinein. (Die deutsche Version erschien 1984 bei Knaur und ist nur noch antiquarisch abrufbar).

19. Seth Grahame-Smith – Abraham Lincoln: Vampirjäger (Heyne)

Dieses Buch eignet sich hervorragend dafür, sich erneut mit Abraham Lincoln vertraut zu machen: Retter der Union, größter Präsident der Vereinigten Staaten und vereidigter Jäger aller Vampire. Als er von der wahren Ursache des Todes seiner Mutter Mutter erfährt, schwört Abraham Lincoln, sie zu rächen – und dokumentierte dies alles in seinen Aufzeichnungen, die später von Grahame-Smith entdeckt wurden. Dieses Geheimnis blieb jahrhundertelang verborgen, aber durch dieses Buch ist es möglich, Licht auf Lincolns mutigen Kampf gegen die Untoten zu werfen, und wie dadurch die Geschichte Amerikas geprägt wurde.

20. Scott Snyder / Stephen King / Rafael Albuquerque – American Vampire (Vertigo)

In dieser Graphic Novel, geschrieben von Stephen King und Scott Snyder, treffen die Leser auf zwei Vampire, deren Geschichten sich verflechten: eine junge Frau, die Rache begehrt, und ein gefährlicher Bandit, der ihr hilft, sie zu bekommen. Kings Teilnahme an diesem Werk begründete er damit, dass er den Vampiren “die Zähne zurückgeben” wollte, das heißt, sie nach dem völlig unverständlichen “Twilight”-Wirbel wieder zu blutrünstigen Killern zu machen.

Unübersetzte Meisterwerke: Was auch wieder betont werden muss, ist die immense kulturelle Wüste deutschsprachiger Phantastik, was vor allem daran liegt, dass in unseren Verlagen kaum Experten zu finden sind. Hier eine kleine Auswahl wichtiger Bücher, die es nicht zu uns geschafft haben: Steven Brust – Agyar; Carlos Fuentes – Vlad; Robin McKinley – Sunshine; Brian Wilson Aldiss – Dracula Unbound; E.E. Knight – Vampire Earth (von Heyne mittendrin abgebrochen, was noch schlimmer ist, als die Bücher gar nicht übersetzt zu haben); Andrew Fox – Fat White Vampire Blues; Silvia Moreno-Garcia – Certain Dark Things; Florence Marryat – The Blood of the Vampire; Paul Féval – La Ville-Vampire; Poppy Z. Brite – Lost Souls;

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