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Weird Tales – Teil 7

Im Juli 1925 erschien eine extrem wichtige Ausgabe für „WEIRD TALES“, die ebenfalls in die Geschichte der phantastischen Literatur einging. Denn in dieser Juli-Ausgabe des Pulp-Magazins gab nicht nur Fantasy-Autor H. WARNER MUNN mit der Erzählung „THE WERWOLF OF PONKERT“ sein Debüt als professioneller Schriftsteller, sondern auch ein junger texanischer Autor mit Namen ROBERT E. HOWARD mit seiner Kurzgeschichte „SPEAR AND FANG“.

Inspiriert von einem Leserbrief von H. P. Lovecraft in „THE EYRIE“ (Der Leserbrief – Rubrik von „WEIRD TALES“), schrieb Munn mit „THE WERWOLF OF PONKERT“ eine sehr eindrucksvolle Horror-Geschichte, die alles aus der Sicht eines Werwolfs beschreibt, die sehr gut bei der Leserschaft des Pulp-Magazins ankam.

H. WARNER MUNN wurde am 5. November 1903 in Athol, Massachusetts, USA, geboren.

Munn gehörte nicht nur zum Freundeskreis von H. P. Lovecraft, sondern die beiden Männer wechselten Briefe und besuchten sich gegenseitig in Providence und Athol. Lovecraft war es schließlich auch, der Munn zur Erzählung „THE WEREWOLF OF PONKERT“, anregte, mit der sein Debüt in „WEIRD TALES“ gab.

Nach „THE CITY OF SPIDERS“ (November 1927) und „THE RETURN OF THE MASTER“ (Juli 1927), wurde von Oktober bis Dezember 1928 Munns Werwolf-Roman „THE WEREWOLF’S DAUGHTER“ als Mehrteiler im Pulp-Magazin veröffentlicht.

Aber auch danach blieb Munn den Werwolf-Erzählungen treu. So erschien von November 1930 bis Januar 1931

The Master Strikes, November 1930
The Master Fights, Dezember 1930
The Master Has a Narrow Escape, Januar 1931
seine „TALES OF THE WEREWOLF CLAN“-Trilogie.

1939 wurde vom September bis Dezember H. Warner Munns wohl berühmtestes Werk, der Roman „THE KING OF THE WORLD’S EDGE“ (Ein König am Rande der Welt), veröffentlicht, der erst 1966 seine erste Buchausgabe erlebte.

Ventidius Varro ist Angehöriger der Sechsten Legion in Britannien und fühlt sich selbst nach 5 Generationen nach dem Tod des Kaisers Honorius, noch immer als Römer. Hart bedrängt von Juten, Sachsen und Angeln segeln diese römisch-keltischen Briten nach dem Tod ihres sagenumwobenen König Arthur in dessen Schiff Prydwen nach neuen Ufern, begleitet werden sie von keinem Geringeren als dem Zauberer Myrdhinn (Merlin).

Die Situation, die die Briten in einem Teil der Neuen Welt antreffen, etwa dem heutigen Mexiko, ist dem späteren Aztekenreich ähnlich.
Es gibt eine herrschende Klasse, die Mias, welche als grausame und harte Herren von gutbefestigten Städten und Forts aus über untereinander zersplitterte und verfeindete Indianerstämme regieren, unter Abhaltung von Menschenopfern.
Die Tlapallans, die Chichamecs, die Hodenosaunee sind teils Sklaven in den beherrschten Gebieten, teils bekämpfte und gejagte Wilde außerhalb der Festungen und Palisaden.

H. Warner Munn

Die weitere Handlung folgt dem Muster vieler Romane dieser Art: Gefangenschaft mit allen Entbehrungen und grausamer Behandlung, Flucht, Einigung der verfeindeten Wilden, Aufstellung einer Streitmacht, die nach römischem Muster gedrillt und mit neuen Waffen ausgerüstet wird, der schließlich im Höhepunkt, der Eroberungs- und Ausrottungsfeldzug gegen die herrschenden Mias, der mit allen Finessen antiker Kriegskunst geführt wird, darunter riesigen Belagerungsmaschinen, endet.

1967 erschien mit „THE SHIP OF ATLANTIS“ (Das Schiff aus Atlantis) die Fortsetzung von „EIN KÖNIG AM RANDE DER WELT“, gefolgt „MERLINS RING“ im Jahr 1974.

In beiden Romanen werden die Abenteuer von Gwalchmai, dem Sohn Varros, auf seiner Reise zurück in die Alte Welt erzählt. So u. a. seine Begegnung mit einem Schiff aus dem untergegangen Atlantis und einem Mädchen aus lebendigem Metall sowie seine Abenteuer unter Wikingern, Franken, Chinesen und Japanern.

„MERLIN’S RING“ wurde 1975 für den “Mythopoeic Fantasy Award” und “World Fantasy Award” als bester Roman nominiert, und von 1977 bis 1980 wurde H. Warner Munn drei Mal für “World Fantasy Award for Life Achievement” (1977, 1979 und 1980) nominiert.

1980 erschien mit „THE LOST LEGION“ sein letzter Roman.

In seinen letzten Lebensjahren lebte H. Warner Munn in Tacoma, Washington, in einem Haus, das er selbst gebaut hatte, und schrieb an dem Abschlussband seiner Merlin-Serie, „THE SWORD OF MERLIN“, den er aber durch seinen Tod im Jahre 1981 nicht mehr vollenden konnte.

Bibliographie
Romane
The King of the World’s Edge (1939/1966)
The Ship from Atlantis (1967)
Merlin’s Ring (1974)
The Banner of Joan
The Lost Legion (1980)
The Sword of Merlin (1981, unvollendet)
Erzählungen in „Weird Tales“
The Werewolf of Ponkert, Juli 1925
The City of Spiders, November 1926
The Return of the Master, Juli 1927
The Chain, April 1928
The Werewolf’s Daughter, Oktober bis Dezember 1928
The Master Strikes, November 1930 (Tales of the Werewolf Clan 1)
The Master Fights, Dezember 1930 (Tales of the Werewolf Clan 2)
The Master Has a Narrow Escape, Januar 1931 (Tales of the Werewolf Clan 3)
The Wheel, Mai 1933
A Sprig of Rosemary, Juni 1933
The King of the World’s Edge, September bis Dezember 1939
Sonstige Erzählungen
Dreams May Come, Unknown, Oktober 1939
The Black Captain, The Year’s Best Horror Stories IV, 1976
The Well, The Year’s Best Horror Stories V, 1977
The Stairway to the Sea, Weirdbook 13, 1978
The De Pertriche Ring, Heroic Fantasy, 1979
The Wanderers of the Waters (1981)
Gedichte
Cradle Song for an Abandoned Werewolf (1973)
Fairy Gold (1976)
Dante Returns from the City (1976)
Limbo (1976)
Deutsche Veröffentlichungen
Heyne Verlag
Ein König am Ende der Welt
Das Schiff aus Atlantis
Merlins Ring
Ingo Löchel
Über Ingo Löchel (127 Artikel)
Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen. Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren. Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung. 2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten - Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends" (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden. Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag. Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“. 2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie "Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint. Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie "Frederik Darkstone" im Verlag Beyond Affinity. Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie "Erben des Blutes", die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.
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