Kategorie: TV – Western

Der Mann ohne Namen (Die Geburt des Anti-Helden)

TV-Serien

Als Clint Eastwood vom American Film Institute 1996 für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, sagte der Laudator Jim Carrey:

„Der Mann ohne Namen hatte keinen Namen, also konnten wir unseren eigenen einsetzen.“

2008 wurde der Man with no Name (bei uns oft als „Fremder ohne Namen“ bezeichnet) vom britischen Filmmagazin Empire zu einer der 33 bedeutendsten Filmfiguren aller Zeiten gewählt.

Seine Markenzeichen sind der legendäre Poncho, sein brauner Hut, seine hellbraunen Cowboystiefel, seine Vorliebe für Zigarillos und die Tatsache, dass er selten spricht. Tatsächlich hätte ihn niemand anderes verkörpern können als Clint Eastwood, dem es gelang, mit Dirty Harry sogar eine zweite ikonische Figur festzulegen.

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Das Trickster-Phänomen in “Mein Name ist Nobody”

©Universum Film

Viele, die den Film heute noch mögen, verbinden Kindheitserinnerungen damit. Ein späterer Einstieg ist logischerweise möglich, wird aber von einer ganz anderen Sehgewohnheit dominiert. Als Hybrid zwischen Komödie und melancholischen Abgesang auf das ganze Westerngenre ist „Nobody“ jedoch einzigartig und hat mehr Tiefgang, als man das oberflächlich betrachtet vielleicht vermutet.

Ende der 60er Jahre war das Westerngenre, dem der Italowestern noch einmal eine neue Nuance zuführte, im Niedergang begriffen. Mit dem Duo Spencer/Hill entstand der sogenannte Prügelwestern, der den Klamauk und die Persiflage im Sinn hatte und dadurch dem Genre mit den Trinità-Filmen (Originaltitel der Spencer/Hill-Western) noch einmal zu mehreren Kassenschlagern verhalf. Das rief noch einmal Sergio Leone auf den Plan, der mit „Mein Name ist Nobody“ eine Reaktion auf diese Parodien des Italowesterns zeigte. Terence Hill spielt im Grunde auch bei Leone und Tonino Valerii (der in Leones Film als Regisseur genannt wird) nichts anderes als besagten Trinity, und doch funktioniert der Film völlig anders als die Komödien zusammen mit Bud Spencer.

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