News Ticker

The Strain, Folge 2: Blutdurst

Der Ex-Knacki Gus bringt den Lieferwagen mit dem Sarg zum vereinbarten Treffpunkt. Doch keiner ist da. Als sich der Sarg im Lieferwagen bewegt, flieht Gus vor Angst aus dem Gebäude.

Unterdessen wird die Leiche von Bishop auf dem Flughafengelände gefunden. Während Nora und Ephraim die Leiche untersuchen wollen, erfahren sie, dass ihr Vorgesetzter Dr. Everett Barnes (Daniel Kash) alle vier Überlebenden aus dem Passagierflugzeug aus der Quarantäne-Station entlassen hat.
Goodweather ist damit ganz und gar nicht einverstanden. So kommt es im Beisein der Gesundheitsministerin, die Barnes bei der Aufhebung der Quarantäne vollumfänglich unterstützt, zu einer Konfrontation zwischen Barnes und Goodweather.

Abraham Setrakian befindet sich nach seiner Verhaftung immer noch in Untersuchungshaft und bekommt dort überraschend Besuch von Thomas Eichorst. Die beiden Männer kennen sich aus der Zeit, wo Abraham anscheinend Insasse eines KZ’s war.

Nachdem die vier Überlebenden entlassen worden sind, können Goodweather und seine Kollegin Martinez wenigstens den Piloten überreden, sich in einem Krankenhaus untersuchen zu lassen. Der Pilot weist vorne am Hals eine Wunde auf, in der sich die mysteriösen Würmer aus dem Flugzeug eingenistet zu haben scheinen.

Unterdessen bemerkt ein weiterer Überlebender, der Musiker Bolivar, dass mit ihm eine Veränderung vorgeht. Er verspürt einen unstillbaren Blutdurst und greift eine seiner drei Gespielinnen an, die danach fluchtartig seine Privatparty verlassen.

Der schwerkranke Millionär Eldritch Palmer, der zusammen mit Thomas Eichorst für den Transport des Sarges verantwortlich war, trifft sich im Beisein von Eichorst mit dem vampirartigen Wesen, dem Meister.

Als Goodweather und Martinez den Gerichtsmediziner nicht erreichen können, der einige Leichen aus dem Passagierflugzeug untersucht hat, fahren sie zur Gerichtsmedizin. Doch als sie dort ankommen, müssen sie feststellen, dass alle Leichen verschwunden sind.

“Blutdurst”, die zweite Folge von “The Strain”, hat mich nun wirklich nicht vom Hocker gehauen, auch weil die Geschichte nicht wirklich vorankommt und sich zudem wie ein Kaugummi zieht.
Das liegt vor allem daran, dass immer mehr Handlungsstränge hinzukommen, was bei einer Episode von knapp 40 Minuten völlig inakzeptabel ist.

Lasst mich mal überlegen, welche Handlungsstränge man in der zweiten Folge von “The Strain” zu Gesicht bekommt. Wir haben den Handlungsstrang

1) mit Goodweather und seiner Kollegin Martinez,
2) mit Abraham Setrakian,
3) mit dem Ex-Knacki Gus,
4) mit Goodweathers familiären Problemen (er lebt in Scheidung, will aber das gemeinsame Sorgerecht für seinen Sohn),
5) mit Goodweathers privaten Problemen (er ist Alkoholiker, jedoch schon seit über 1 ½ Jahren trocken, und besucht die Anonymen Alkoholiker),
6) mit Eldritch Palmer
7) mit dem Rockstar Bolivar, einen der vier Überlebenden aus dem Passagierflugzeug,
8) mit dem Kammerjäger Vasiliy Fet.

Da kann sich jeder ausrechnen, wie wenig Zeit für die einzelnen Handlungsstränge übrigbleibt, von denen einige, vor allem die mit den familiären und privaten Problemen Goodweathers im Grunde völlig überflüssig sind, auch weil sie die Handlung der Serie überhaupt nicht voranbringen, sondern stattdessen hemmen und unnötig in die Länge ziehen.

In BLUDURST tauchen zudem neue Rätsel und Fragen auf. So erfährt man, dass es zwischen Abraham Setrakian und Thomas Eichorst eine Verbindung gibt. Sie kennen sich von früher.
Setrakian war anscheinend Insasse eine KZ’s und Eichorst (vermutlich) dessen Aufseher. Oder hatte Eichorst eine andere Position im KZ? Aus dem Gespräch ist das leider nicht zu entnehmen, da der ganze Informationsgehalt etwas sehr schwammig bleibt.

Mit diesem Gespräch haben wir jedenfalls eine Verbindung zu den Nazis. Dass irgendetwas mit Nazis kommen würde, hatte ich mir nach der ersten Folge fast schon gedacht. Zumal das Passagierflugzeug aus Deutschland kam und jemand mit dem Namen Thomas Eichorst in der Serie auftaucht.
Haben also die Nazis irgendetwas mit den mysteriösen Würmern zu tun? Oder gar mit dem vampirartigen Wesen? Haben sie mit diesen Würmern experimentiert oder gar Experimente (am lebenden Objekt) durchgeführt? Und was ist dieser Eichorst für eine Art Wesen? Auch so eine Art Vampir?

In Bezug auf den Begriff “Vampir” muss man in der Serie allerdings etwas umdenken. Denn in “The Strain” hat man es nicht mit den klassischen Vampiren zu tun, die ihre spitzen Zähne in die Kehlen ihrer Opfer rammen, um ihnen das Blut auszusaugen.
Nein, die “Vampire” in “The Strain” saugen ihre Opfer mit einer Art wurmartigen Zunge das Blut aus, die sie ihren Opfern vorne am Hals reinrammen.

Ist daher zu vermuten, dass die Würmer, die die Opfer befallen, eine Art Symbiose mit ihren Wirten eingehen, sie von den Toten zurückkehren lassen bzw. ihre Opfer nach dem Befall verändern (wie es ja bei den vier Überlebenden vonstatten geht)?
Wächst einer dieser Würmer sogar zu dieser wurmartigen Zunge der vampirartigen Wesen heran?
Hoffentlich werden diese Fragen und andere Rätsel bald beantwortet. Und bitte nicht erst am Ende der ersten Staffel.

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

Kommentar verfassen