Der böse Ort – The Shining

Situation war folgende: Ein dem Alkohol zugetaner Lehrer, der eine Familie zu versorgen hat, schreibt sich also zunächst in eine finanzielle Sicherheit hinein, um dann über einen dem Alkohol zugetanen Lehrer zu schreiben, der eine Familie zu versorgen hat und daran scheitert, sein Talent sinnvoll einzusetzen und in der Folge seine Familie umbringen will.

Übersinnlicher Horror in einer säkularen Welt

Ist es einfacher, das Übernatürliche in der Fantasy zu akzeptieren, wo wir bereits unseren Unglauben überprüft haben, bevor wir in eine imaginäre Welt eingetreten sind?

Im Sommer 2018 moderierte ich auf der NecronomiCon Providence ein Panel mit dem Titel „Faithful Frighteners“, auf dem wir die Frage diskutierten, ob es für einen Atheisten schwieriger ist, sich vor einer Geschichte zu fürchten, in der das Grauen von Elementen einer religiösen Weltanschauung abhängt. Glaube ist per definitionem die Aufhebung des Unglaubens, und so schien es mir logisch, dass die berühmte Anthologistin Ellen Datlow auf derselben Tagung sagte, sie finde das Übernatürliche in Kurzgeschichten wirkungsvoller als in Romanen, weil es schwieriger sei, diese Aufhebung des Unglaubens über die Länge eines Romans aufrechtzuerhalten. Das ist ein berechtigter Gedanke, und ich bin sicher, dass die meisten Leser so denken. Dem Publikum entging nicht, dass sie diese Bemerkung neben Peter Straub machte, der immer wieder bewiesen hat, wie gut übernatürlicher Horror in Romanlänge funktionieren kann.

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Stephen King – Der amerikanische Meister

Die Kontroverse um den literarischen Wert von Stephen King muss hier nicht wiederholt werden (obwohl wir dies im Laufe der Besprechungen seiner Werke tun müssen), der Autor hat sich von Anfang an selbst in die Falle manövriert: Wer sein eigenes Werk als das literarische Äquivalent eines Burgers mit Pommes bezeichnet, wird von einem leichtgläubigen Publikum schließlich auch so wahrgenommen. Das Problem an der Sache: Es stimmt nicht. Zwar ist es nicht falsch, King nicht zu mögen oder nicht lesen zu wollen (man pflegt seine Abneigungen, ob begründet oder nicht), aber eine echte Kritik kann nur entstehen, wenn man eine Ahnung hat, wovon man spricht.

Die Sünden der Väter / Lawrence Block

Eine der wichtigsten Konstanten in Lawrence Blocks mehr als 30-jähriger Schriftstellerkarriere, die mehr als 50 Romane und zahlreiche Auszeichnungen – darunter den renommierten Grand Master of Mystery Writers of America – umfasst, ist der Privatdetektiv Matthew Scudder, der erstmals 1976 in „Die Sünden der Väter“ auftaucht. Damit ist Scudder eine der beständigsten Schöpfungen Blocks und des gesamten Krimigenres. Als ehemaliger New Yorker Polizist, der zeitlebens mit Alkoholismus zu kämpfen hatte, tauchte Scudder bisher in 17 Romanen und einigen Kurzgeschichten auf.

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