So irisch wie der Vampir

Vergiss die Kobolde und das grüne Bier am St. Patrick’s Day. Wenn an diesem Tag jeder Ire ist, dann sollte man in Betracht ziehen, das populärste aller irischen Monster zu feiern, eine wahre Kreatur des Ould Sod (des alten Landes) – den Vampir. So manches schreckliche Tier fand seinen Ursprung in den dunklen Tälern und melancholischen Bergen von Eire. Alte keltische Legenden und Bräuche vermischten sich zuerst mit der römischen Mythologie und dann mit dem Christentum, woraus ein reicher Trank aus dunklen Überlieferungen entstand. Ein Teil dieser Vermischung der Kulturen findet sich in unserem heutigen Fest zu Halloween. Viele der Traditionen, die erstmals in den USA von irischen Einwanderern im 19. Jahrhundert populär gemacht wurden, haben ihren Ursprung im keltischen Feiertag Samhain. Es wurde gesagt, dass die sterbliche und die geistige Welt während dieses Festes, das das Ende des Sommers

Der Jazz-Stilist der Literatur: Peter Straub

Peter Straub genießt hierzulande – wie könnte es anders sein – nicht den Bekanntheitsgrad, den er etwa in Amerika hat. Das mag an seiner literarischen Klasse liegen (von jeher tut sich das deutsche Publikum mit einem gewissen Niveau innerhalb der Phantastik schwer). Straub ist vornehmlich jemand, der hohe Literatur schreibt, ohne jemals die dunklen Impulse und Ängste hinter sich zu lassen, die sein Werk so mächtig machen, konstatierte ihm ein anderer Gigant – John Crowley. Und überhaupt ist Peter Straub in literarischen Kreisen ein angesehener Autor, auch Carlos Fuentes bewunderte ihn und hat ihm mit „Die schlafende Schöne“ aus seinem Band „Unheimliche Gesellschaft“ eine Geschichte zugeeignet. Dass es so still um diesen Meister geworden ist, liegt nicht an ihm selbst. Der Boom der 80er Jahre, wo man ihn aufgrund seiner Freundschaft mit Stephen King auch in dessen Reichweite verpflanzte, ist

Mummenschanz: Stück für Stück: Mummenschanz in großen Hallen

Zu Beginn der Geschichte „Mummenschanz in großen Hallen“ stand ein Gedicht. Das ist bei mir nichts Ungewöhnliches. Für mich steht oft eine vage Atmosphäre im Vordergrund, die nicht anders auszudrücken ist als durch eine abstrakte Wortschöpfung. Das Gedicht selbst habe ich der Geschichte dann auch vorangestellt. Ich bin sehr argwöhnisch, wie man heute mit Worten umgeht, wie man sie zum Instrument einer beschreibbaren Welt macht. Der Preis ist der Verlust der Tiefe, die sich immer mehr aus der Welt zurückzieht und nur noch Sprachabfall hinterlässt. Die kostbarsten Gedichte sind ein unbestimmbarer Augenblick, ein nichträumlicher Punkt im Universum, dem man sich träumend nähert. Vielleicht macht sie das so schwer begreiflich. In dieser Geschichte, die als Gedicht „Mumpenzimmer“ hieß, sah ich ein mächtiges Gebirge vor mir aufragen, kupferfarben und golden dräute es vor einem unbestimmbaren Himmel und verströmte eine absolute Stille. Schnell

Wer sagt nun seinen Namen?

: und dann pfählen wirdie Nacht vielleichtihren Schmetterling. Lass es fahren, wir wissen es dochohnehin niemals genau! Kannstdu dich erinnern? Das Feuer sang, es sangatonale Giguenauf dem Rücken des Holzes,die Glut eine Stadt im Fluge. Je mand spielte die Grasflöte memorierend, tatKlänge hinein, einer Flüssigkeit entnommen,die durch Dachleisten nieselt. Sonderbare Keimlinge, nabelfrei, trugenSchlachtplatten durch einGewirr tiefer Stimmen, lose,majestätisch, kühn. Ach, der Luftzug einer Seele, einfünfter Wind im Würfel einer Kluft. DieAugenzahl wie die Tage unbekannt.

Wayward

Der Instinktlose blieb stehen in einem Feld aus Flecken. Die räuberische Kraft war geboren. So barst eine große Population aus den Maulwurfhügeln, in Eisen geklemmt wie Ritter nicht. Wahrhaftig seemännisch, wahrhaft sauertief. Ein Ringen begann. Es glaubt kein Fiebertross an einen Eunuchen. Ich befand mich außerhalb der Rufweite meiner behelmten Launen. Wayward. In einer Welt von außerordentlicher Länge käme ein Zerfall ganz recht. Bündig wie Gartenblumen schiene mir die Schneise geschlagen, um hinzugehen, zu verweilen und darüber hinaus nichts zu tun.

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