Der grüne Mann

Der grüne Mann

Der Grüne Mann ist ein Waldgeist, der seit Hunderten, vielleicht sogar Tausenden von Jahren in der Folklore verankert ist. Die Legende vom Grünen Mann stammt angeblich aus Europa, doch es gibt Geschichten und Belege dafür auf der ganzen Welt. Googelt man nach diesem Wesen, findet man eine Fülle von Informationen über seine Motive und Skulpturen, die in Kirchen in ganz Europa zu sehen sind. Doch hinter der Legende des Grünen Mannes steckt mehr.

Während der Grüne Mann in der heutigen Zeit als Gartenkunstwerk betrachtet wird, war er für unsere heidnischen Vorfahren einst ein Waldgott und der ultimative Wächter des Waldes.

Grüner Mann, Kathedrale Chartres

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Der Fluch von Pendle Hill / Oscar de Muriel

Der Fluch von Pendle Hill
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen
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Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 104: Der Fluch von Pendle Hill / Oscar de Muriel
byMEP

Oscar de Muriel führt sein Ermittlerduo Frey & McGray im zweiten Fall noch tiefer in die Grauzonen zwischen Rationalität und Aberglauben. „Der Fluch von Pendle Hill“ ist zugleich viktorianischer Polizeithriller, Folk-Horror und Milieustudie über Medizin, Macht und Mythen – temporeich erzählt, atmosphärisch dicht und mit spürbarer Lust am Schauerroman, aus dem sich der Kriminalroman ja dann auch herausschälte.

Oscar de Muriel führt sein Ermittlerduo Frey & McGray im zweiten Fall noch tiefer in die Grauzonen zwischen Rationalität und Aberglauben. „Der Fluch von Pendle Hill“ ist zugleich viktorianischer Polizeithriller, Folk-Horror und Milieustudie über Medizin, Macht und Mythen – temporeich erzählt, atmosphärisch dicht und mit spürbarer Lust am Schauerroman, aus dem sich der Kriminalroman ja dann auch herausschälte.

Neujahr 1889: In der Irrenanstalt von Edinburgh gelingt einem Patienten die Flucht, eine Krankenschwester stirbt – und die sture, scharfzüngige Lokallegende „Nine-Nails“ McGray sowie der nüchterne Londoner Exilant Ian Frey nehmen die Verfolgung auf. Der Fall ist von Anfang an von Gerüchten über Okkultes umflort; die Spur führt schließlich über verschneite Landstriche hinweg in den Schatten von Pendle Hill, dem sagenumwobenen Schauplatz der Lancashire-Witchcraft-Prozesse.

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Die Schatten von Edinburgh / Oscar de Muriel

Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen
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Episode 82: Die Schatten von Edinburgh / Oscar de Muriel
byMEP

Der viktorianische Krimi, oder die Gothic Mystery, hat mittlerweile eine Vielzahl an Ablegern, so dass man sich wundert, wenn ein neuer Autor für sich beschließt, seine Geschichte ebenfalls in dieser Zeit anzusiedeln. Man fragt sich, ob dieses ganz spezielle historische Setting nicht schon längst überlaufen ist. Meine Antwort darauf ist ein klares Nein, denn auch, wenn es viele Reihen und Romane gibt, die das 19te Jahrhundert aufsuchen, sind wenige davon wirklich herausragend. Es wird wohl kaum möglich sein, die DeQuincey-Trilogie von David Morrell vom Thron zu stoßen, aber auch darunter ist noch eine Menge Platz… für Frey und MacGray.

Der viktorianische Krimi, oder die Gothic Mystery, hat mittlerweile eine Vielzahl an Ablegern, so dass man sich wundert, wenn ein neuer Autor für sich beschließt, seine Geschichte ebenfalls in dieser Zeit anzusiedeln. Man fragt sich, ob dieses ganz spezielle historische Setting nicht schon längst überlaufen ist. Meine Antwort darauf ist ein klares Nein, denn auch, wenn es viele Reihen und Romane gibt, die das 19te Jahrhundert aufsuchen, sind wenige davon wirklich herausragend. Es wird wohl kaum möglich sein, die De Quincey-Trilogie von David Morrell vom Thron zu stoßen, aber auch darunter ist noch eine Menge Platz… für Frey und MacGray.

Das Interessante an Oscar de Muriel, dem Autor der ausgezeichneten Frey und McGray – Reihe, ist, dass er in Mexico City geboren wurde, also in einem Land, das nicht gerade für sein nebelverhangenes Gaslicht bekannt ist. Er kam ins Vereinigte Königreich, um seinen Doktortitel in Chemie zu machen und arbeitete als Übersetzer, um sich in dieser Zeit über Wasser zu halten. Wer jemals in Großbritannien war, der weiß, wie einfach es ist, dort die Idee für einen unheimlichen Krimi zu bekommen. Während London mittlerweile literarisch überlaufen ist, drängen immer mehr Autoren ins schottische Edinburgh. De Muriel hat dann auch nicht gezögert, einen Schotten und einen Engländer als Ermittler einzusetzen, deren Gegensätze von Beginn an das raffinierte Hintergrundrauschen bilden, denn es dürfte allgemein bekannt sein, dass hier nicht gerade wenig Konfliktpotenzial vorhanden ist. Sicher kann man behaupten, dass DeMuriel als Ausländer auf Stereotype und Facetten zurückgreift, die Gemeinplätzen ziemlich nahe kommen, aber so einfach sollte man es sich nicht machen, denn man merkt zu keiner Zeit, dass der Autor kein Brite ist. Das allerdings sage ich natürlich selbst als Nicht-Brite.

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Burke & Hare – Die Leichenräuber

Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen
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Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 63: Die Leichenräuber Burke & Hare
byMEP

Frische Leichen waren im Schottland des 19. Jahrhunderts eine begehrte Ware. Mit den Fortschritten in der modernen Medizin stieg auch die Nachfrage nach Leichen für die Forschung und den Anatomieunterricht, vor allem in Edinburgh, wo mehrere Pioniere der Anatomie ansässig waren. Allerdings sah sich die Ärzteschaft mit einem Kadavermangel konfrontiert – die einzigen Leichen, die legal seziert werden durften, waren die von Kriminellen, Selbstmordopfern und nicht abgeholten Waisenkindern.

#leichenräuber #mörder #schottland

Frische Leichen waren im Schottland des 19. Jahrhunderts eine begehrte Ware. Mit den Fortschritten in der modernen Medizin stieg auch die Nachfrage nach Leichen für die Forschung und den Anatomieunterricht, vor allem in Edinburgh, wo mehrere Pioniere der Anatomie ansässig waren. Allerdings sah sich die Ärzteschaft mit einem Kadavermangel konfrontiert – die einzigen Leichen, die legal seziert werden durften, waren die von Kriminellen, Selbstmordopfern und nicht abgeholten Waisenkindern.

Was sollte ein Anatom tun, wenn das legale Angebot an Leichen in Schottland versiegte? Nun, einige besorgten sich ihre Leichen von Grabräubern. Andere wendeten sich einer noch einfallsreicheren Lösung zu: Mord. Hier kamen die berüchtigten Mörder Burke und Hare ins Spiel, die sich gerne zur Verfügung stellten.

Damals wurden die Leichendiebe, die frisch begrabene oder noch nicht begrabene Leichen von den örtlichen Friedhöfen stahlen und an Anatomieschulen verkauften, als Auferstehungsmänner bezeichnet. Obwohl die Auferstehungshelfer eine kurze Blütezeit erlebten, wurde die Öffentlichkeit bald auf sie aufmerksam. Um zu verhindern, dass der Leichnam eines geliebten Menschen gestört wurde, ergriffen die Familien eine Reihe von Maßnahmen: Sie stellten Wachen ein, die auf den Friedhöfen patrouillierten, errichteten Wachtürme und bauten Mortsafes, also eiserne Käfige, die die Grabstätten abdeckten.

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Die Augen der Heather Grace / David Pirie

Wir sind nie in den Genuss der bemerkenswerten Krimis gekommen, die David Pirie anfangs der 2000 für die BBC produzierte. Die zweiteilige Geschichte „Murder Rooms: The Dark Beginnings of Sherlock Holmes“ wird auf der Insel zu den besten Präsentationen gezählt, die das Fernsehen auf diesem Sektor je geschaffen hat. Allerdings muss man dazusagen, dass es … Weiterlesen

Wolfgang Hohlbein: Als der Meister starb

In diesem Buch finden sich die ersten drei ersten Bände um Robert Craven, die zuerst im Gespenster-Krimi erschienen sind (Band 567, 571, 575). Wer dieses Buch gleich nach dem ersten liest, bemerkt hier die stilistischen Unterschiede, die nicht nur darin bestehen, dass Hohlbein Robert Craven in der ersten Person erzählen lässt. Hier ist noch eine Kraft am Wirken, die inspiriert wirkt, während Die Spur des Hexers doch etwas müde wirkt. Trotzdem war es natürlich interessant, die Themen, die in diesem ersten Hexer-GK angesprochen werden, noch einmal ausgearbeitet zu sehen. Und so verbinden sich diese beiden Teile dann doch mehr oder weniger nahtlos, wie es ja auch beabsichtigt war.

Den Prolog haben wir hinter uns, stürzen wir uns also in den Beginn des eigentlichen Abenteuers.

Im Juli 1883 reist der 25-jährige Robert Craven mit seinem Mentor Randolph Montague von New York nach London. Wir erfahren, dass Maude Craven, die Robert für seine Tante hält, starb, als er 16 Jahre alt war, und dass Robert sich seitdem mit kleinen Gaunereien über Wasser hielt. Hier klafft natürlich eine erzählerische Lücke, denn Band 1 endet damit, dass H.P. und Roderick den kleinen Robert abholen. Warum (das ist eine berechtigte Frage, die Hohlbein nicht auflöst) kam es dann zu einem erneuten Abschied? Immerhin hatte er, kurz nachdem er den dreijährigen Robert in Mauds Hände gegeben hatte, dies schon wieder bereut, wollte ihn holen und musste feststellen, dass er und Maude entführt worden waren. Wenn Hohlbein schon das Gefühl hatte, den Anfang nachträglich beschreiben zu müssen, dann sollte er ihm wenigstens ein paar Sätze wert sein.

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Das Ungeheuer von Loch Ness

Nessie
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen
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Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 24: Das Ungeheuer von Loch Ness
byMEP

Am 22. Juli 1933 fuhr das Ehepaar Spicer aus London die Loch Ness Lakeshore Road entlang, als sie gerade von einem Urlaub in Nordschottland zurückkehrten. Aufgehalten wurden sie von einer riesigen, schwarzen, langhalsigen Kreatur. Das „prähistorische Tier“, wie Georg Spicer es beschreibt, schlängelte sich durch das Unterholz und verschwand im trüben Wasser des Sees. Hatten die Spicers eine seltene Landbegegnung mit dem Monster von Loch Ness erlebt?

Schottlands Loch Ness ist annähernd 1000 Meter tief und 35 Kilometer lang. Von vielen wird der See als Heimat eines unbekannten Lebewesens angesehen, das man weltweit unter dem Namen „Nessie“ kennt. Die Öffentlichkeit wurde 1933 auf das Monster aufmerksam, seitdem ist das Phänomen zu einem regelmäßigen Medienereignis avanciert, zu einem regelrechten Wahrzeichen Schottlands geworden. Dutzende von Spielfilmen, Bücher, Zeitungsartikel und Dokumentationen haben Nessie zum Thema, so dass sich leicht behaupten lässt: sie ist die bekannteste kryptozoologische Kreatur der Welt.

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Der letzte Sündenesser

Wenn Teile der Kulturgeschichte über die Zeit hinweg von Generation zu Generation geflüstert werden, verändern sich die Einzelheiten der Erzählung jedes Mal ein wenig – die Bedeutung verschiebt sich, wird manchmal verschleiert oder geht ganz verloren – bis die Geschichte ein köstliches Gewirr aus Tatsache, Erfindung und Magie ist.

Die Folklore der Sündenesser ist die geflüsterte Variation eines Spiels, das wir als „Stille Post“ kennen, und irgendwie trifft das auf alles zu, was früher einmal geschehen sein soll. Wir kennen es nur aus Erzählungen und unserer Imagination, die uns dabei hilft, die Dinge in unterschiedlichen Variationen ständig neu zu gestalten. So auch hier.

Schottisches Begräbnis im 19. Jahrhundert: The Print Collector/Print Collector/Getty Images

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