• Patrick Modiano
    Die unendliche Bibliothek

    Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend

    In Modianos Roman von 2007 schwebt eine rätselhafte junge Frau namens Jaqueline, die von den meiste aber “Louki” genannt wird, im Text umher. Als wir ihr zum ersten Mal begegnen, wird uns gesagt, dass an ihr nichts Gewöhnliches ist. Tatsächlich spukt sie in der Erzählung herum wie ein Geist oder eine schlecht geformte Präsenz, die darauf wartet, in die Handlung einzugreifen, aber aus welchem Grund auch immer nicht in der Lage ist, die anderen Figuren voll in die Handlung einzubinden. “Sie kam nie zu einer bestimmten Zeit. Man konnte sie früh am Morgen hier antreffen. Oder sie tauchte gegen Mitternacht auf und blieb bis zur Sperrstunde.” Aber das zentrale Thema…

  • Patrick Modiano - Die Gasser der dunklen Läden
    Die unendliche Bibliothek

    Patrick Modiano: Die Gasse der dunklen Läden

    In Patrick Modianos Erzählungen dreht sich fast alles um die Erinnerung, dieser schwer fassbaren Eigenschaft. “Ich bin nichts” lautet dann auch der erste Satz in “Die Gasse der dunklen Läden” von 1978. In Modianos Welt bestehen wir aus unseren Erinnerungen, unserer Geschichte, den Geschichten, die wir über unser Leben konstruieren. Wenn wir uns nicht daran erinnern, wer wir sind, sind wir dann überhaupt? Der Protagonist Guy Rolland verlor vor 15 Jahren bei einem mysteriösen Unfall sein Gedächtnis, bis ihn der Privatdetektiv Hutte bei sich eine Anstellung verschaffte. Als Hutte sich zur Ruhe setzt und nach Nizza zieht, übernimmt Guy die Aufgabe, herauszufinden, wer er wirklich ist, denn sein augenblicklicher Name…

  • Texte

    Vom Lesen eines Franzosen und der Ähnlichkeit mit nichts

    Es findet sich selten etwas Notables in den Tagen, die herumschwappen, einer geschüttelten Melasse gleich, Tag und Nacht, hell und dunkel, hin und her zuletzt. Was man schreiben müsste, schreibt sich nicht, bevor man es nicht entdeckt hat; doch wo entdecken gehen? Gegenwärtig arbeite ich an einer – mehr oder weniger – Auftragsarbeit über ein maritimes Thema. Stets und immer wieder hatte ich meine Blogs vollgemacht mit Eigenansichten und Selbstbeschreibungen, ein leicht psychologisch zu durchschauendes Unterfangen, denn: sitze ich nicht seit fünfzehn Jahren auf einem Lebensstuhl, einem Möbel, das meinen Arsch nährt und nur einen kleinen X-Faktor entfernt von einer Liegemöglichkeit? Körperlich bin ich sehr unbewegt, eine Geisterreise entspricht mir…

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