Schlagwort: Montagsfrage

Montagsfrage: Welchen Einfluss haben Jahreszeiten auf dein Leseverhalten?

Montagsfrage

Die heutige Montagsfrage auf Lauter & Leise stammt von Büchernarr, und sie verleitet mich eigentlich gleich dazu, abzuschweifen, weil unter dem Begriff Leseverhalten selbst ziemlich viel kumuliert. Ich versuche mich dennoch kurz zu fassen, weil es hier nicht um Studien geht, sondern um eine persönliche Antwort.

Sieht man sich etwas unter Buchbloggern um, könnte man durchaus der Meinung sein, dass es arttypisch ist, seine Lesegepflogenheiten den Jahreszeiten anzupassen. Allerdings ist das ein Umstand, der bei mir nie verfangen hat; ganz im Gegenteil löst das bei mir eine große Verwunderung aus. Erklärbar wird dieses Verhalten allerdings durch die Marketingkampagnen der Verlage, ausgelöst durch die Tatsache, dass zum Beispiel zur Weihnachtszeit Jahr für Jahr bestimmte Filme im TV laufen und das auch vom Publikum angenommen und gewünscht wird. Das ließe sich doch auch auf den Buchsektor transferieren und erweitern.

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Montagsfrage: Wie nützlich findet ihr die Buchpreisbindung?

Montagsfrage

Heute geht es bei Lauter & Leise um ein leidiges Thema und es sieht so aus, als seien die Fronten verhärtet. Meiner Ansicht nach gibt es kein Argument für das Beibehalten der Buchpreisbindung, das nicht leicht zu widerlegen wäre. Wie es oft bei uns so üblich ist, geht es mehr um Leidenschaft als um Fakten.

Über den Sinn und Unsinn der Buchpreisbindung kann man sich lange und herzhaft streiten, vor allem deshalb, weil die Idee aus einem Jahrhundert stammt, in dem das Buch tatsächlich noch ein Kulturgut war, das es zu schützen galt. Die Zeiten (und vor allem die Kultur – ein heute schwammiger Begriff) haben sich selbstredend geändert. Im Grunde soll diese Preisbindung die Vielfalt und Qualität stärken; ob sie das wirklich tut, ist wieder einmal Ansichtssache. Man darf dabei nämlich nicht vergessen, dass ein Verlag die Preisbindung ohnehin schon nach achtzehn Monaten aufheben darf. Eine weitere Ausnahme betrifft das Mängelexemplar, und man erkennt leicht – und weiß als Buchkäufer sogar – dass hier der Hase im Pfeffer liegt. Ich habe zum Beispiel völlig einwandfreie Exemplare in meiner Bibliothek, die künstlich remittiert wurden. Das bedeutet, sie tragen den allseits bekannten Stempel am Buchblock. Wen das nicht stört, der kann tatsächlich nagelneue Bücher zu einem günstigeren Preis finden. Das ist zwar illegal, aber seien wir ehrlich: wer kann das je prüfen? Man könnte jetzt so tun, als wären das Ausnahmen, aber das sind sie nicht.

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Montagsfrage: Kann ein Autor ein guter Rezensent sein?

Montagsfrage

Die Frage, die heute auf Lauter & Leise erscheint, erschien mir offensichtlich zu stellen, und Antonia hat darauf reagiert, indem sie die Frage annahm. Tatsächlich betrifft sie mich auch ein Stückweit selbst.

Seit Ende der 80er Jahre bin ich zwar eindeutig auf der Seite der kreativen Autoren zu verorten und es war für mich überhaupt nicht vorstellbar, eines Tages einen Buch-Blog zu führen. Meine Lesehaltung war auch immer die eines Komparatisten. Unterschiedliche Strömungen und Stile prägten sich für mein eigenes Schreiben heraus, bis ich mich eines Tages davon lösen konnte und meine ureigene Literatur etablierte, die allerdings nichts mit dem zu tun hat, was heute vielversprechend verlegt werden kann. Dazu bin ich einerseits zu spät dran, habe nie der richtigen Seilschaft angehört und bin, lässt man das alles außer Acht, wohl auch in der falschen Sprachfamilie unterwegs. Ich muss hinzufügen, dass für mich Deutschland nie das Land der Dichter und Denker war. Aber ich schweife schon wieder regelrecht ab.

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Montagsfrage: Welches (Cover-)Design eines Buches hat euch in letzter Zeit besonders gefallen?

Montagsfrage

Heute stellt sich die Montagsfrage von Lauter & Leise für mich etwas schwierig dar. Nicht, weil ich kein visueller Mensch wäre, sondern weil ich da in manchen Punkten doch eher ziemlich harsch bin.

Zu sagen, dass Buchcover in den heutigen Zeiten eine einzige Katastrophe darstellen, wäre richtig und falsch zugleich. Im Allgemeinen wird da kein großer Aufwand betrieben, längst ist man vom individuellen Cover zum Genre-Cover übergewechselt, wo meistens der vermeintliche Marktführer visuell den Ton angibt und das Design das immer gleiche darstellt, in kleinen Variationen, versteht sich. Im Grunde ist das nichts anderes als gar kein Cover zu haben, sondern nur eine Farbe, den Titel und den Autor (wogegen ich gar nichts habe). Aber es ist eben nicht ganz das gleiche, weil manche Cover so schrecklich sind, dass man sie am liebsten wegreißen oder überkleben würde, obwohl der Inhalt gut ist, wie ich immer wieder herausfinde. Und während ich das schreibe und anprangere, weiß ich, dass ich gleichzeitig all das, was mir ein großer Kritikpunkt ist, in gewisser Weise sogar gut heiße. Da wären die sogenannten Live-Action-Szenen, die auf einem Buch eigentlich gar nichts zu suchen haben, aber benutzt werden, um sie mit der eventuell existierenden Verfilmung zu verquicken oder um das Buch zumindest visuell in die Nähe eines Films zu rücken, obwohl Filme für mich gegenüber der Literatur nach wie vor ein untergeordnetes Medium sind. Das trifft nicht auf alle Filme zu und auch nicht auf alle Ver=filmungen, aber auf die meisten. Dann aber sind es genau diese Live-Action-Szenen, die auch mich ansprechen, nämlich immer dann, wenn eine gut gewählte und historische Fotografie die Atmosphäre des Inhalts wiederzugeben versucht. Da ist natürlich viel Psychologie im Spiel. Sehe ich mir die Gereon-Rath-Reihe oder die August-Emmerich-Reihe an, dann interessieren mich die Romane bereits aufgrund des Covers; ich weiß, was ich bekomme. Im Umkehrschluss heißt das natürlich, dass es nicht nur mir so geht und nur, weil ich eine Covergestaltung nicht mag, bedeutet das nicht, dass sie nicht grundsätzlich auch auf mich eine Wirkung hat. Aber das beantwortet die Eingangs gestellte Frage kein bisschen.

Auch hier machen kleinere Verlage vieles besser, vor allem auch deshalb, weil sie sich um ihr Produkt grundsätzlich mehr bemühen als die großen Platzhirsche, denen es nur um die größtmögliche Gewinnspanne geht (und auch hier möchte ich nicht behaupten, dass es dort keine Menschen gibt, die Literatur und Bücher lieben). Oft gestalten tatsächlich Künstler das Cover und wirken so an einem Produkt mit, das in seiner Gänze besticht. Und jetzt sind wir beim eigentlichen Design. Wie lässt sich der Inhalt so transportieren, dass er auch als das wahrgenommen wird, was er ist, und nicht nur die Klischees eines Genres transportiert, sondern tatsächlich den Autor mit seinem Inhalt? Aber diese Art der Gestaltung richtet sich dann auch mehr an den Sammler (der nicht mit dem Bibliophilen verglichen werden darf, denn der interessiert sich ganz und gar nicht für irgendein Buch, das nach 1950 herausgekommen ist). Viele Jahrzehnte lang interessierte ich mich tatsächlich auch bei der Covergestaltung für Sammlerobjekte, doch das hat aufgehört. Das Buch als reines Objekt interessiert mich nicht mehr, aber auch das tut hier nichts zur Sache. Ich laviere nur aus einem bestimmten Grund so unspezifisch herum: Mir hat in letzter Zeit kein einziges Coverdesign wirklich so gefallen, das ich es besonders erwähnen müsste, auch wenn ich mich an die moderne Optik von Büchern mittlerweile gewöhnt habe.

Montagsfrage: Welche kleinen Verlage kennt ihr eigentlich und mögt ihr gern?

Montagsfrage

Auf “Lauter & Leise” gibt es heute die Frage nach kleinen Verlagen. Wenn man ehrlich ist, sind gerade sie das Salz in der Suppe, denn für meine Begriffe gleichen große Verlagshäuser eher Industrieunternehmen, bei denen das Produkt, das sie verkaufen, austauschbar ist.  Als Autor sieht man die Dinge noch einmal etwas anders wie als Leser, aber die Erfahrungswerte dürften sich in vielen Punkten gleichen, und ich sehe und erkenne auch, wie kleine Verlage für ihre Leidenschaft kämpfen. Tatsächlich sähe ohne sie unsere Verlagslandschaft erbärmlich aus, man kann es nicht anders benennen. Aufgrund meiner Tätigkeit kenne ich einige davon persönlich, andere nur aus reinem Leseinteresse heraus.

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