
Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.
Im Jahre 2006 war Diane Setterfield eine der meistdiskutierten Autorinnen der Welt, da war ihr Debütroman noch nicht einmal erschienen.

Natürlich war das für Setterfield, Lehrerin für französische Literatur und Sprache ein enormer Erfolg, denn bis dahin hatte sie nur einige Artikel zur Literaturtheorie in Magazinen veröffentlicht. Allerdings wurde es schnell auch wieder still um die Autorin, die erst sieben Jahre später dem an Poe angelehnten Roman “Aufstieg und Fall des William Bellman” von sich hören ließ. Am 1. Oktober (2020) erscheint mit deutlicher Verzögerung nun ihr dritter Roman von 2018 auch in deutscher Sprache – woran sich das verhaltene Interesse durchaus messen lässt. Das aber liegt nicht an Setterfield sondern an der schnelllebigen Zeit, in der so viel Müll alle Kanäle verstopft und immer schneller dem Neuen nachgejagt wird, das in den meisten Fällen ohnehin von minderer Qualität ist. So viele großartige Veröffentlichungen wie man vielleicht glauben mag, wenn man die Veröffentlichungsfluten sieht, gibt es nämlich gar nicht. Ganz im Gegenteil nimmt die Masse zwar beständig zu, die Qualität aber seit Jahrzehnten beständig ab. Und die meisten Leser sind schlechte Leser – und werden immer schlechter.