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Suspiria-Remake

Wenn es um italienische Horrorfilme geht, gibt es nur wenige Regisseure, die mehr Gewicht haben als Dario Argento. Während es schwer zu entscheiden ist, welcher der Filme von Argento nun wirklich der größte ist, einigt man sich oft auf den grotesk-schönen Suspiria von 1977. Furchterregend wie ein Fiebertraum ist Suspiria ein Meisterwerk des Staunens und des Schreckens, das eine der farbenprächtigsten und brutalsten Szenen enthält, die je für einen Film verwendet wurden. Die einzigartige Atmosphäre wird von der italienischen Prog-Rock-Band Goblin perfekt mittransportiert, die hier ihre beste Arbeit abgeliefert hat.

Horrorfans mögen die Idee von Remakes überhaupt nicht, besonders wenn jemand die Dreistigkeit besitzt, einen zertifizierten Klassiker wie Suspiria neu zu erfinden. So sind viele bereits skeptisch gegenüber dem kommenden Suspiria-Remake von Regisseur Luca Guadagnino, zu dessen Besetzung Dakota Johnson, Tilda Swinton und Jessica Harper gehören. Während eines Interviews mit Allocine schien Guadagnino versucht zu haben, die Ängste der Fans zu beruhigen, und argumentierte sogar, dass es falsch sei, seinen Film als Remake zu bezeichnen. Hier ist sein vollständiges Zitat:

“Der Film ist von der gleichen Geschichte inspiriert, aber er geht in eine andere Richtung, er erforscht andere Gründe. Natürlich bleibt da die Bedeutung, aber ich denke, die Leute müssen wirklich verstehen, dass dies kein Remake ist, weil das Wort “Remake” den Eindruck erweckt, dass wir das Original vergessen machen wollen, dabei ist es unser Versuch genau das Gegenteil zu erreichen.”

So sehr Guadagnino das Etikett „Remake“ auch ablehnt, scheint es dennoch, als liefe es im Wesentlichen genau auf das hinaus, zumindest wenn es um die Handlung geht. Bis jetzt hatte keine Information, die über den Film veröffentlicht wurde, irgendwelche bedeutenden Abweichungen von Argentos Suspiria offenbart.

Wie auch immer man es nennen mag, Guadagninos Suspiria-Beitrag hat noch immer kein Veröffentlichungsdatum. Der Film wird jedoch von den Amazon Studios vertrieben und finanziert, es dürfte also nach Ende des Kinostarts nicht lange auf sich warten lassen, bis der Streifen bei Amazon Prime auftaucht, um uns alle zu beruhigen oder aufzuregen.

Michael Perkampus

1969 im Fichtelgebirge geboren, Schriftstseller und Übersetzer, Studium der Psychologie in München. Im Dezember 2014 erste Übersetzung eines Interviews mit Ligotti, was zur Gründung des Phantastikon führte (seit Januar 2015 auf einer eigenen Plattform). Besondere Vorlieben: das Unheimliche im Sinne des Surrealen, Verdrehten: der philosophische Horror.

Stories im IF #666: “Dorothea”, Stories im Phantastikon: “Der Tod des Sardanapal”, “Der surreale Jahrmarkt”, “Das blaue Kleid”, “Die Gasse der sprechenden Häuser”, “Die Straße Malheur“, “Der Elvegust”.
Projekt Hypnos: Der Bienenstock

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