News Ticker

Sex, Tod und Erotik

Luftschiff, von Michael Hutter

Der Wäger von Kopf und Herz

Die phantasievollen Gemälde des deutschen Künstlers Michael Hutter erinnern deutlich an Hieronymus Bosch. In seinem faszinierenden Werk wimmelt es vor okkulten und dämonischen Remineszenzen. Das Fegefeuer ist stets der alles entscheidende Ort des Geschehens, vielleicht sogar der einzige Platz, den es im ganzen Universum gibt.

Sex, Tod, Erotik und Science-Fiction-Szenarien spielen in Hutters Werk eine große Rolle, das nach Aussage des Künstlers von der ‚Logik der Träume‘ inspiriert ist. Inspiriert wurde er auch von der fiktiven Stadt ‚Carcosa‘, die sich Ambrose Bierce in seiner Kurzgeschichte ‚Ein Bewohner von Carcosa‘ 1886 ausgedacht hatte. Im Jahr 1895 veröffentlichte der Autor Robert W. Chambers ein Buch voller artifizieller Horror-Kurzgeschichten mit dem Titel Der König in Gelb, das sich auf Carcosa und andere Aspekte aus Bierces Werk bezog. Später hatte auch H. P. Lovecraft in seinen verschiedenen Geschichten, die zum Cthulhu-Mythos gezählt werden, Carcosa einbezogen. Sogar George R. R. Martin hat sich auf den übernatürlichen Spaß eingelassen, als er in seiner Buchreihe Ein Lied von Eis und Feuer eine Stadt (notiert auf einer Karte) Carcosa nannte. Die Grundlage der surrealen, oft sexuell aufgeladenen Kunstwerke Hutters findet sich in folgender Aussage:

Ich setze mich meinen Begierden, Ängsten, Obsessionen aus, wobei die Schwerpunkte dessen, was mich fasziniert im Bereich des Kuriosen und Abseitigen, insbesondere von Kunst, Religion und Erotik, liegen. Ich mache mich sehr offen für die Welt und für mich selbst, sauge alles, was mir dabei begegnet, tief in mein Inneres, wo es im Unterbewussten, der Logik von Träumen und Alpträumen folgend, vermengt wird. Schließlich forme ich das, was aus diesen Tiefen wieder aufsteigt auf der Ebene des Bewusstseins zu Bildern und Geschichten, die ich dann noch malen, zeichnen oder aufschreiben muss. (Interview mit ‚Independentsounds‘)

Alien Sex

Der Tod belauscht ein Liebespaar

Aufbruch zum Markt

Der Hahnrei

Alien-Amme

Michael Perkampus

1969 im Fichtelgebirge geboren, Schriftstseller, Musiker und Übersetzer, Studium der (Experimental)Psychologie in München. 2005-2010 Moderator der Literatursendung „Seitenwind“ (Winterthur, CH). Im Dezember 2014 erste Übersetzung eines Interviews mit Ligotti, was zur Gründung des Phantastikon führte (seit Januar 2015 auf einer eigenen Plattform). Besondere Vorlieben: das Unheimliche im Sinne des Surrealen, Verdrehten: der philosophische Horror.

Veröffentlichungen in mehreren Zeitschriften. VÖ als Morpheus Eisenstein: „Equipe Propheta“ (1991), Das Symbolon (1995); VÖ als Michael Perkampus: „Die Geschichte des Uhrenträgers“ (2007), „Guckkasten“ (2011), „Entropia“ (2014); Story im IF #666: „Dorothea“. 2018 Herausgeber der „Miskatonic Avenue“, mit der Story „Der Gehenkte“ vertreten.

3 Kommentare zu Sex, Tod und Erotik

  1. immer eine Augenweide. Ich würde hier gerne öfter über Maler und Zeichner des Phantastischen lesen!

    • Wir sehen mal, was wir machen können. Im Augenblick haben wir ja alle Hände voll zu tun mit unseren laufenden Rubriken, aber zwischendurch wird garantiert hier und da ein Zeichner/Maler platziert werden können.

  2. Geht mir auch so.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*