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Scream Queens (Die Serie)

[stextbox id=“info“]Dies ist der zweite Artikel zum Thema „Scream Queens“, einem essentiellen Phänomen des Horrorfilms. Hier geht’s zu Teil 1[/stextbox]

Kreischende Frauen sind zweckgebundene Stimmwunder. Ohne sie wären die meisten Horrorfilme deutlich leiser. Optisch auch unschöner, das nebenbei. Schreiende Frauen wie die in der US-Serie Scream Queens sind oft ausgesprochen überirdisch attraktiv. Denen steht das gut zu Gesicht, wie man so sagt, wenn sie die Augen (visuell wichtig) und dann den Mund aufreißen, um akustisch loszulegen. Das mag im Alltag nicht immer so sein, wir sehen dabei vielleicht verstrubbelter aus oder sind unpassend angezogen, aber wir gehen schließlich auch nicht zuerst in Garderobe und Maske, bevor wir uns genötigt sehen, hysterisch zu werden.

Tief Luft holen. Schreien. Emma Roberts.

Behauptung jetzt mal: Wer am lautesten schreit, hat die größte Angst. Klingt nachvollziehbar? Stimmt aber so nicht. Wer erstarrt und nur noch heiser krächzt oder völlig verstummt, ist im Regelfall nicht nur gefühlsmäßig schlimmer dran. Meine Schwester spricht oft und ungern von diesem einen Alptraum, der sie in düstere Katakomben entführt, sie finsteren Kreaturen begegnen läßt und ihr nicht erlaubt, sich bewegen, geschweige denn wegrennen, noch, – ganz furchtbar -, schreien zu können. Das macht ihr zu schaffen, das sollte man nicht belächeln.

Schreien ist ergo zweifellos besser. Weil jemand hellhörig werden und zu Hilfe eilen könnte. Vorausgesetzt natürlich, man schreit nicht prophylaktisch und macht die Gefahrenquelle, – bissiger Hund, Boogeyman, Kerl mit Kettensäge – , erst recht auf einen aufmerksam. So also nicht. Ansonsten aber ist Schreien wichtig. Immer. Weil man es hören kann. Das klingt jetzt arg lahm, weil das nun mit Sicherheit keine besondere Erkenntnis ist, aber für Theater, Kino und TV ist das im Regelbereich grundsätzlich das Hauptargument.

Den legendären „Scream Queens“ des Films wie Fay Wray (King Kong), Naomi Watts (The Ring), Neve Campbell (Scream) oder, – Tusch – , Jamie Lee Curtis (Halloween) hatten wir vor einiger Zeit im Phantastikon einen langen Artikel gewidmet. Heute dürfen Emma Roberts, Skyler Samuels, Lea Michele, Abigail Breslin … posieren, stilecht schrill, schön und herrlich laut von Ryan Murphy, Brad Falchuk, Dante di Loreto und Ian Brennan in Szene gesetzt.

Für die Macher von American Horror Story war / ist die Serie Scream Queens eine mit üblich phantastisch trainiertem Perfektionismus ausgeführte Auftragsarbeit des großen Amerikaners 20th Century Fox, der etwas Schräges, Abgefahrenes mit hübschen Ladies, bösen Jungs (und umgekehrt), Blut, Witz, Schauder und Wahnsinn haben wollte.

Genial gut: Jamie Lee Curtis (als Dekanin Cathy Munch)

Bekam er. Die erste Staffel rund um die durchgeknallt-versnobte Studentenverbindung „Kappa Kappa Tau“ der fiktiven Wallace-University mit skurriller Dekanin (genial: Jamie Lee Curtis als Cathy Munch) und „Chanel“-Leichen landete bereits in Deutschland und wird zur Zeit auf SIXX, Donnerstags, 22.05 Uhr, gezeigt. Der Campus ist Schauplatz eines brutal mordenden „Teufels“, die Ausgangs-Story erzählt von einem zwanzig Jahre zurückliegenden Todesfall: Eine junge Studentin entbindet in einer Badewanne, während unten im Haus eine Schicki-Micki-Fete stattfindet. Ihre Freundinnen lassen sie verbluten, weil sie lieber weiter Party machen wollen. Was mit dem Baby geschieht, bleibt (noch) unklar.

Die zweite Staffel spielt in einem Krankenhaus, Chefin ist erneut Jamie Lee Curtis, die Mädchen sind Medizinstudentinnen. Mit dabei sind diesmal Kirstie Alley und John Stamos, ergo: bekannte Gesichter, auf die schon in AHS erfolgreich gesetzt wurde und wird.

Das Konzept dieser recht überzogenen, – aber nicht nervig albernen wie Scary Movie -, Slasher-Satire ist klar: Geplant ist, mit Scream Queens eine Anthologie-Serie mit jeweils anderem Setting und einer Stamm-Schauspieler-Crew, – die ergänzt, ausgetauscht werden kann – , zu liefern, die Schreck-Hungrige mit Mitternachts-Häppchen sättigen soll, die es auch komisch lieben. Horror-Comedy eben. Scream auf witzig. Irgendwie. Wobei, so Ryan Murphy, versprochen wird: Mindestens einer pro Folge stirbt auf jeden Fall. Und das hübsch unappetitlich. Bitte.

Eins noch: Die erste Folge stieß bei mir auf eine gewisse Skepsis. Wollte, musste ich das nun wirklich sehen? Oder irgendwann launig wieder abgeschnallt ausmachen wie bei iZombie? Ich hab‘ weitergeguckt. Ob’s packt? Nun denn … macht einfach Spaß. Höllischen. Mehr verlangt man ja nicht.

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