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Robert E. Howard – Teil 6

1931 war auch das Jahr, in dem Robert E. Howard seine ersten Horror-Erzählungen veröffentlichte.

So gab es u. a. einen losen Story-Zyklus um Kirowan und Conrad, reine Horror- Geschichten oder Erzählungen, die vom Chthulhu-Mythus H. P. Lovecrafts beeinflusst waren.

„I’m going to ask Lovecraft if I can use his mythology in my own junk – allusions, you understand.“ (Robert E. Howard)

Illustration von Greg Staple

Illustration von Greg Staple

In der April/Mai-Ausgabe von WEIRD TALES erschien mit THE CHILDREN OF THE NIGHT die erste Horror-Geschichte mit KIROWAN und CONRAD.

„I recently sold Weird Tales a short story, THE CHILDREN OF THE NIGHT, in which I deal with Mongoloid – aborigine legendry, touch cryptically on the Bran cult, and Tsathoggua and the Necronomicon; as well as quoting lines from Flecker’s Gates of Damascus and lending them a cryptic meaning which I’m sure would have astounding the poet remarkably.” (Robert E. Howard)

H. P. Lovecraft mochte diese Erzählung sehr und schrieb dies auch in einen seiner vielen Briefe an Robert E. Howard, was Howard wiederum in einer seiner vielen Antwortschreiben an Lovecraft erwähnte.

„I’m glad you liked CHILDREN OF THE NIGHT. Some remarks of yours in your letters regarding the Mongoloid aborigines gave me may of the ideas.” (Robert E. Howard)

Nur eine weitere Geschichten mit Kirowan, THE HAUNTER OF THE RING (Der Dämon des Ringes, Terra Fantay # 84, Pabel Verlag) , erschien im Juni 1934 in WEIRD TALES noch zu Lebzeiten Howards.

Eine weitere DIG ME NO GRAVE (Der Tag der Abrechnung) wurde in WEIRD TALES erst über ein halbes Jahr nach Howards Tod veröffentlicht, und zwar im Februar 1937.

Eine CONRAD-Geschichte THE DWELLERS UNDER THE TOMB (Die unter den Gräbern hausen, Terra Fantasy # 84, Pabel Verlag) in LOST FANTASY # 44, Januar 1976, sowie DAGON MANOR in SHUDDER STORIES # 4, März 1986, erschienen erst Jahrzehnte nach Robert E. Howards Ableben.

Robert E. Howard erste Story, die sich mit Lovecraft Cthulhu- Mythos beschäftigte, war die im November 1931 in WEIRD TALES erschienene Erzählung THE BLACK STONE (Der schwarze Stein)

Der Schwarze Stein, gezeichnet von Gene Day

Der Schwarze Stein, gezeichnet von Gene Day

Sie ist wohl eine von seinen besten Horror-Geschichten, bzw. seine beste Horror – Story, die an Lovecraft Cthulhu-Mythos angelehnt war, in ihr baut er auch zum ersten Mal den verrückten Poeten Justin Geoffrey sowie das erfundene Buch “Die unaussprechlichen Kulte” von Friedrich von Junzt ein. Justin Geoffrey findet weitere Erwähnung in Howards THE THING ON THE ROOF sowie in dem Story-Fragment the HOUSE IN THE OAKS.

1932 folgten im Juni die Horror-Geschichten PEOPLE OF THE DARK in STRANGE TALES sowie im Februar 1932 THE THING ONTHE ROOF in WEIRD TALES.

“The Thing on the Roof ….is not only the best story by far that I ever wrote, but …. is in my honest opinion really a first-class weird story judged by any standards” (Robert E. Howard)

Die Geschichte THE CHALLENGE FROM BEYOND, veröffentlicht im FANTASY MAGAZINE, September 1935, gehört ebenfalls dem Cthulhu-Mythos an.
Deren letzte war THE FIRE OF ASSHURBANIPAL, die erst nach Robert E. Howards Tod, im Dezember 1936 in WEIRD TALES veröffentlicht wurde.
Eine weitere THE HOOFED THING, erschien 1970 unter dem Titel USURP THE NIGHT in WEIRDBOOK # 3.

Neben diesen Geschichten hinterließ Robert E. Howard noch einige Story- Fragmente, die Jahrzehnte später von anderen Autoren fertiggestellt wurden:

1) THE HOUSE IN THE OAKS (Das Haus unter den Eichen, Terra Fantasy # 84, Pabel Verlag ), von August Derleth, erschienen in “DARK THINGS”, 1971
2) THE ABBEY”, von C. J. Henderson, erschienen FANTASY CROSSWINDS # 3-4, 1975
3) THE DOOR TO THE WORLD / THE DOOR TO THE GARDEN von Joseph F. Pulver, erschienen in FANTASY CROSSWINDS # 2, 1977
4) und „BLACK EONS, von Robert M. Price, erschienen in Fantasy Book, Juni 1985

Kirowan

Kirowan

Neben seinen KIROWAN und CONRAD-Geschichten sowie seinen CTHULHU- Stories, schrieb Robert E. Howard auch reine Horror-Geschichten, von denen aber nur sehr wenige zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurden

So erschienen mit THE DREAM SNAKE, im Februar 1928, und THE HYENA, im März 1929, seine ersten beiden Horror-Geschichten im Pulp-Magazin WEIRD TALES.
Hinzu kamen die beiden Horror-Erzählungen THE FEARSOME TOUCH OF DEATH im Feburar 1930 in WEIRD TALES und THE CAIRN ON THE HEADLAND” im Januar 1933 in STRANGE TALES.

Die Erzählung BLACK CANAAN” (Das Ungeheuer aus dem Sumpf, Terra Fantasy # 84, Pabel Verlag) erschien im Monat seines Todes und A THUNDER OF TRUMPETS, September 1938, ebenfalls in WEIRD TALES, über zwei Jahre nach seinem Tod.

Seine übrigen, etwa ein Dutzend Horror-Geschichten wurden erst Jahrzehnte nach Howard Tod in seinem Nachlass entdeckt und danach in diversen Magazinen und Anthologien veröffentlicht.

1929 hatte Robert E. Howard mit der Novelle SKULL FACE, die von Oktober bis Dezember in drei Teilen im Pulp-Magazin WEIRD TALES veröffentlicht wurde, eine unheimlichen Erzählung verfasst und damit bereits einen kleinen Abstecher in Lovecrafts Cthulhu – Mythos getätigt.

“A writer in ‘The Eyrie’, a Mr. O’Neail, I believe, wondered if I did not use some myth regarding this Cthulhu in ‘Skull Face’.
The name Kathulos might suggest that, but in reality I merely manufactured the name at random, not being aware at the time of any legendary character named Cthulhu – if indeed ther is.” (Robert E. Howard)

Andere wiederum betrachten SKULL FACE” als eine Parallele zu Sax Rohmers Bösewicht Dr. Fu Man Chu.

„Skull Face is Dr. Fu just as clearly as he can be, portrayed as well as Rohmer ever portrayed him. Howard’s hero, the American Stephen Costigan, is far superior in conception and presentation to any of the men Rohmer ever put up against Fu.” (Richard A. Lupoff)

Im Oktober 1931 vollendete Robert E. Howard die erste Fassung von PEOPLE OF THE DARK (Das Volk der Finsternis), die er bei STRANGE TALES OF MYSTERY AND TERROR einreichte, einer mit dem Pulp-Magazin WEIRD TALES konkurrierenden Zeitschrift, die bei Clayton Publications erschien.

peopleDer Herausgeber Harry Bates mochte die Story, bat aber Howard darum, die Geschichte teilweise umzuschreiben.
Howard fügte sich und ein paar Wochen später akzeptierte Bates die geänderte Version von PEOPLE OF THE DARK sowie die Erzählung THE CAIRN ON THE HEADLAND, die Howard ihm zusätzlich geschickt hatte, und die im Juni 1932 und im Januar 1933 in STRANGE TALES erschienen.

In PEOPLE OF THE DARK (Das Volk der Finsternis, Terra Fantasy # 50, Pabel Verlag) geht es um Erinnerung und Reinkarnation.
Der Protagonist, der Ich – Erzählung, berichtet über eine Episode aus dem Leben einer früheren Inkarnation, eines gewissen Conan, von den Plünderern, eines schwarzhaarigen Kelten.

„Ich hatte es endlich geschafft, bei Clayton etwas unterzubringen. Ich habe ihnen ein paar Stories verkauft und musste eine Weile aufs Geld warten, aber wenn sie zahlen, dann zahlen sie gut – 134 Dollar für eine und 144 Dollar für die zweite Geschichte.
Es waren ja wirklich nur Kurzgeschichten. Ich hoffe bei Gott, dass ihn ihnen mal eine längere Novelle verkaufen kann.“ (Robert E. Howard)

Urlaub in Texas: Robert E. Howard

Urlaub in Texas: Robert E. Howard

Durch den Verkauf beider Erzählungen hatte Howard einen neuen Abnehmer gefunden, der im Gegensatz zu WEIRD TALES sofort zahlte, sobald eine Story akzeptiert war.
So war Robert E. Howard durch den Verkauf der beiden Geschichten um 278 Dollar reicher und er entschied sich, im Süden von Texas Urlaub zu machen.

„Ich bin ein paar Wochen durch den Süden des Staates gestreift, vor allem an der Grenze entlang, und habe in dieser Zeit nicht viel gearbeitet. Meine wichtigste Beschäftigung war der Verzehr von Tortillas, Enchiladas und spanischem Wein.“ (Robert E. Howard)

Während dieser Zeit schrieb Howard aber zumindest ein Gedicht: CIMMERIA.

„Verfasst in Mission, Texas, im Februar 1932; inspiriert von der Erinnerung an das Hügelland oberhalb von Fredericksburg, in dunstigem Winterregen betrachtet.“ (Robert E. Howard)

Erst im Februar 1934 folgten weitere Reinkarnations-Geschichten. Die erste von ihnen war THE VALLEY OF THE WORM“ (Das Tal des Höllenwurmes, Terra Fantasy # 55, Pabel Verlag), die im Februar 1934 in WEIRD TALES erschien.
DAS TAL DES HÖLLENWURMS war die erste Erzählung um JAMES ALLISON, einen dahinsiechenden und hilflosen Krüppel des 20. Jahrhunderts, der sich an seine vergangenen Inkarnationen und heldenhaften Abenteuer erinnert.

„Ich habe mir nun eine mystische prähistorische Epoche vorgenommen, in der das heutige Texas eine große Hochebene war, die sich von den Rocky Mountains bis zum Meer erstreckte, bevor das Land südlich des Caprock absank und die hügeligen Steppen bildeten, aus denen jetzt diese Region besteht“ (Robert E. Howard)

Zu diesem Zyklus zählen auch die beiden Erzählungen MARCHERS OF VALHALLA (Der große Treck, Terra Fantasy # 55, Pabel Verlag) sowie THE GARDEN OF EVIL (Garten des Grauens, Terra Fantasy # 55, Pabel Verlag).
Diese Geschichten erschienen neben THE THUNDER-RIDER (Der Donner-Reiter), eine weitere Inkarnations-Erzählung, erst 1972 zusammen in Buchform.

1936, wenige Monate vor seinem Tod, schrieb Robert E. Howard mit THE THUNDER RIDER (Der Donner-Reiter, Terra Fantasy # 55, Pabel Verlag) seine letzte Fantasy-Story, eine Reinkarnations-Erzählung im Stile der JAMES ALLISON -Geschichten.

Robert E . Howards Horror – Stories in deutscher Übersetzung (Pabel Verlag)

Vampir Taschenbuch # 52 – Das Haus des Grauens

Terra Fantasy # 84 – Das Ungeheuer aus dem Sumpf
Das Ungeheuer aus dem Sumpf (Black Canaan)
Delenda est (Delenda Est)
Der Dämon des Ringes (The Haunter of the Ring)
Das Haus unter den Eichen (The House in the Oaks)
Der Todestraum (The Cobra and the Dream)
Demods Fluch (Dermod’s Bane)
An der Schwarzen Küste (People of the Black Coast)
Die unter den Gräbern hausen (The Dwellers under the Tombs)

JAMES ALLISON in deutscher Übersetzung (Pabel Verlag)
Terra Fantasy # 50
Garten des Grauens (The Garden of Fear)

Terra Fantasy # 55
Der große Treck (The Marchers of Valhalla)
Das Tal des Höllenwurms (The Valley of the Worm)

Weitere Reinkarnations – Erzählungen in deutscher Übersetzung (Pabel Verlag)
Terra Fantasy # 55
Das Volk der Finsternis (The People of the Dark)
Der Donner-Reiter (The Thunder Rider)

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

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