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Robert E. Howard – Teil 5

Im Jahre 1930 stand Robert E. Howard bereits fest im schriftstellerischen Sattel. Seine Erzählungen erschienen regelmäßig in WEIRD TALES und eine Serie von Boxer-Geschichten wurden in FIGHT STORIES veröffentlicht.

Im Juni 1930 schrieb Robert E. Howard einen Brief an Farnsworth Wright, dem Herausgeber von WEIRD TALES, der nicht nur sein, sondern auch das Leben eines anderen Schriftstellers verändern und prägen sollte.

„I have long looked forward to reading Mr. Lovecraft’s THE RATS IN THE WALS and it certainly comes up to all expectations. I was amazed by the sweep of his imagination – not so much because of the extent of his reachings into the realms of imagination, which though cosmic enough in this story, he has exceeded in other tales, to my mind, but because of the strange and unthinkable by-path into which he has wandered in this tale ….
The climax of the story alone puts Mr. Lovecraft in a class by himselt; undoubtfully, he must have the most unusual and wonderfully constructed brain of any man in the world …” (Robert E. Howard)

Farnsworth leitete Robert E. Howards Brief an H P. Lovecraft weiter und dieser antwortete Howard nach kurzer Zeit. Der Rest ist Geschichte.

Mit Lovecraft verband Howard eine langjährige Brieffreundschaft

Mit Lovecraft verband Howard eine langjährige Brieffreundschaft

Aus dem regen Schriftverkehr entwickelte sich zwischen den beiden Autoren eine langjährige, intensive, und doch ungewöhnliche Brieffreundschaft, denn Howard und Lovecraft lernten sich persönlich nie kennen.
Robert E. Howard mochte H. P. Lovecraft auf anhieb. In einem Brief an seinen Freund Clyde Smith im September 1930 schrieb er Lovecraft:

„I got a long letter from Lovecraft. That boy is plenty smart. And well read too. He starts out by saying that most of my arguments seem logical enough and that he is about on the point of accepting my views – and than follows with about three or four closely written pages with which he rips practically all my theories to shreds …”

Auch bei Lovecraft, der Robert E. Howard scherzhaft TWO-GUN BOB nannte, schien die Chemie von Anfang an gestimmt zu haben. Beide Autoren verband eine Art Seelenverwandtschaft, die schwer zu beschreiben ist.
Durch H. P. Lovecraft kam Robert E. Howard auch mit Clark Ashton Smith, August Derleth und vielen anderen aus Lovecrafts Zirkel in Kontakt.

1931 begann Robert E. Howard auch mit dem Schreiben einer Reihe von Abenteuergeschichten ohne Fantasy-Elemente.

In den kurzlebigen Magazinen ORIENTAL STORIES, THE MAGIC CARPET MAGAZINE und THE GOLDEN FLEECE, hatte Howard Raum für diese rein historischen Abenteuer-Geschichten, die vorwiegend zur Zeit der Kreuzzüge spielten.

Die erste von diesen Erzählungen erschien unter dem Titel HAWKS OF OUTREMER im April bis Juni 1931 in ORIENTAL STORIES. In ihr spielt der halbirische Ritter CORMAC FITZGEOFFREY die Hauptrolle, der ausreitet um den Tod an seinen Kameraden zu rächen.
Im Herbst 1931 folgte mit THE BLOOD OF BELSHEZZAR die zweite Geschichte mit Cormac Fitzgeoffrey.

Wow! What a story that THE BLOOD OF BELSHAZZAR by Robert E. Howard in the Autumn issue of Oriental Stories. If I am any judge of good fiction, this is one of the best stories pringed this year in any magazine. It is what we readers want. Let us have more of Howard’s stuff.” (Leserbrief, Cross Plains Review)

Die dritte Kurzgeschichte mit Fitzgeoffrey als Protagonisten, das Story Fragment THE SLAVE PRINCESS, erschien nicht mehr zu Howards Lebzeiten, sondern wurde von Richard L. Tierney zu Ende geschrieben und erst im Januar 1979 in der Buchausgabe HAWKS OF OUTREMER veröffentlicht.

oriental2Von 1931 bis 1932 erschienen im Pulp-Magazin ORIENTAL STORIES weitere historische Kurzgeschichten Howards ohne wiederkehrenden Charaktere. so in der Februar/März-Ausgabe die Story RED BLADES OF BLACK CATHAY, die er zusammen mit seinem Freund Tevis Clyde Smith geschrieben hatte sowie im Frühling 1931 LORD OF SAMARCAND (Herr von Samarkand, Terra Fantasy # 50, Pabel Verlag) und im Winter 1932 THE SOWERS OF THE THUNDER (Die den Wind säen, Terra Fantasy, # 42, Pabel Verlag), die eine begeisterte Leserschaft fanden.

“Howard begeisterte sich für Geschichtswissenschaft und die Erzählungen, die er an ‚Oriental Stories’ verkauften, gehören zu seinen besten.” (Patrice Louinet)

Im Juli 1933 erschien im THE MAGIC CARPET MAGAZINE die Story THE LION OF TIBERIAS“ (Der Löwe von Tiberias, Terra Fantasy # 43, Pabel Verlag).
Erst nach Howards Tod wurde 1939 in GOLDEN FLEECE seine Kurzgeschichten GATES OF EMPIRE veröffentlicht.

Auch TWO AGAINST TYRE (Zwei gegen Tyrus, Terra Fantasy # 55, Pabel Verlag) ist eine von Howards historischen Abenteuergeschichten, die ohne Fanasy- Elemente auskam.
Die fragmentarisch wirkende Fassung der Story lässt darauf schließen, das Howard weitere Abenteuer mit Eithriall plante, jedoch durch seinen Tod nicht mehr dazu kam.
TWO AGAINST TYRE (Zwei gegen Tyrus) erschein erstmals 1975 in einer halbprofessionellen Liebhaberausgabe, in THE HOWARD COLLECTOR.

Die meisten von Howards historischen Abenteuer-Geschichten , die zur Zeit der Kreuzzüge spielen, erschienen erst Jahrzehnte nach seinem Tod in der Buchausgabe THE LORD OF SAMARCAND AND OTHER STORIES.

Howards historische Abenteuergeschichten in deutscher Übersetzung (Pabel Verlag)

Terra Fantasy # 42
Der Löwe von Tiberias (The Lion of Tiberias)
Die den Wind säen (The Sowers of the Thunder)

Terra Fantasy # 50
Herr von Samarkand (Lord of Samarkand)

Terra Fantasy # 55
Zwei gegen Tyrus (Two Against Tyre)

Terra Fantasy # 93
Die Straße Azraels (The Road of Azrael)

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

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