News Ticker

Robert Bloch (1917-1994)

Titelbild aus: Fanscient No.8, Sommer 1949

robert-bloch-3

Robert Bloch (from Buzzquotes)

Robert Bloch wurde am 5. April 1917 in Chicago geboren. Während seiner Kinderjahre las er mit großer Vorliebe “Weird Tales” und andere Pulp-Magazine. Dabei fanden die Geschichten von H. P. Lovecraft seine besondere Aufmerksamkeit.

Während der Großen Depression zog die Familie Bloch nach Milwaukee. Von dort aus begann der junge Bloch 1933 mit H. P. Lovecraft zu korrespondieren, der ihn ermunterte, selbst zu schreiben und ihm dazu vielerlei Ratschläge gab.
Bloch wurde ein Freund Lovecrafts, mit dem er bis zu dessen Tod im Jahre 1937 mittels Briefen korrespondierte.

1934 erschien mit “Lilies” seine erste Kurzgeschichte im Pulp-Magazin “Marvel Tales”. Im Januar 1935 veröffentlichte Bloch mit “The Feast in the Abbey” seine erste Story in “Weird Tales”. Insgesamt erschienen zwischen 1935 und 1951 über 70 weitere Stories von ihm im Pulp-Magazin.

Neben seinem Geschichten verfasste Bloch auch politische Reden, schrieb Sketche und erfand eine Radioshow namens “Stay Tuned for Terror”.

1945 veröffentlichte Bloch mit “Sea Kissed” und “The Opener of the Way” seine ersten beiden Kurzgeschichten-Sammlungen. Zwei Jahre später folgte mit “The Scarf”, die Geschichte eines Psychopathen, sein Romandebüt.

1953 verschlechterte sich der Gesundheitszustand seiner Frau Marion, sodass Bloch mit seiner Familie nach Weyauwega, Wisconsin zog. Dort schrieb er eine Anzahl von Kurzgeschichten sowie die vier Romane “Spiderweb (1954), “The Kidnapper” (1954), “The Will to Kill” (1954) und “Shooting Star” (1958).

Doch erst 1959 gelang Robert Bloch mit dem Roman “Psycho”, die Geschichte eines gehemmten jungen Manns, den eine zu enge Mutterbindung zum irren Killer werden lässt, sein schriftstellerischer Durchbruch.

Das Buch wurde ein Bestseller, so dass auch Hollywood auf ihn aufmerksam wurde. Für schlappe 9.500 US-Dollar gingen die Filmrechte an Alfred Hitchcock, der 1960 den gleichnamigen Film drehte.
“Psycho” wurde nicht nur ein Kassenerfolg in den Kinos, sondern ein Kultfilm, stilbildend für das Thrillergenre und ein zeitloses Meisterwerk, das selbst heute noch zu faszinieren versteht.

Bloch zog nach Kalifornien und schrieb eine Anzahl von Drehbüchern für die TV-Serie “Alfred Hitchcock zeigt”.

1960 erschien sein neuer Roman “Dead Beat” und seine Anthologie “Pleasant Dreams”. Jedes dieser Bücher trug zum Verfassernamen den Vermerk “Autor von Psycho”, was sich sehr positiv auf die Verkaufszahlen der Romane auswirkte.
Zwei Jahre später verfasste er Drehbücher für die Kinofilme “Immer Punkt 7” und für “Das Kabinett des Dr. Caligari”, ein Remake des deutschen Stummfilm-Klassikers. Doch beide Streifen waren aufgrund des geringen Budgets nicht sehr erfolgreich.

1963 ließ sich Bloch von seiner Frau Marion scheiden. Ein Jahr später heiratete er erneut. Mit seiner Frau Eleanor Alexander blieb er bis zu seinem Tod zusammen.
Im selben Jahr schrieb er die Drehbücher für die William Castle-Filme “Zwangsjacke” und “Er kam nur Nachts” mit Robert Taylor und Barbara Stanwyck in den Hauptrollen.

1965 wurde Blochs Kurzgeschichte “The Skull of Marquis de Sade” mit Peter Cushing unter dem Titel “Der Schädel des Marquis de Sade” verfilmt. Ein Jahr später folgten zwei weitere Drehbücher für die Filme “Der Puppenmacher” und “Die tödlichen Bienen”. Zudem lieferte er drei Scripts für die Star Trek-Serie ab.

Auch in den 1970er Jahre blieb Bloch weiterhin sehr produktiv. Unter seinen Werken sticht ein historischer Thriller “American Gothic” (1974), um den historischen Serienmörder H. W. Mudgett alias H. H. Holmes (1861-1896) aus Chicago, besonders hervor.

Vier Jahre später setzte der Autor mit “Cthulhus Rückkehr” seinem alten Mentor H. P. Lovecraft ein würdiges literarisches Denkmal.

1981 ließ sich Bloch überreden, eine Fortsetzung zu “Psycho” zu schreiben. Er bot “Psycho II” dem Universal-Studio an, wo man die Geschichte jedoch ablehnte, die Idee zu einer Fortsetzung jedoch aufgriff und eine völlig eigenständigen Fortsetzung drehen ließ.

Kurioserweise erschien Blochs Version trotzdem als Buch, das sich sehr gut verkaufte. Bloch, der auch mit den weiteren “Psycho”-Produktionen nichts zu tun hatte, verfasste 1990 mit “Psycho House” eine weitere Fortsetzung seines “Psycho”-Romans.

Zu Blochs letzten großen Arbeiten gehörten “Der Ripper” (1984), Blochs literarische Auflösung des ewigen Rätsels um die Identität Jack the Rippers, “Lori” (1989), die Geschichte einer psychisch verwirrten Frau, und sein letzter Roman “Dr. Jeckylls Erbe”, eine Fortsetzung der klassischen Novelle “The Strange Case of Dr. Jekyll und Mr. Hyde” von Robert Louis Stevenson, die er gemeinsam mit Andre Norton verfasste.

Zu diesem Zeitpunkt war Bloch bereits seit Jahren krebskrank. Sein Vermächtnis wurde seine Autobiographie “Once Around the Block”, die 1993 erschien und in der er in gewohnt glänzender Unterhaltsamkeit sein Leben, seine Karriere und sein Werk beschrieb.

Am 23. September 1994 verstarb Robert Bloch im Alter von 77 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung.

Bibliographie

Psycho-Trilogie
(1959) Psycho
(1982) Psycho II
1993 /Psycho-Haus (Psycho House)

Sonstige Romane
(1947) Der seidene Schal/Der Schal (The Scarf/The Scarf of Passion)
(1954) The Kidnapper
(1954) The Will to Kill
(1968) Kein Platz auf der Erde (This Crowded Earth)
(1960) Die Saat des Bösen (The Dead Beat)
(1961) Mit Feuer spielt man nicht / Feuerengel (Firebug)
(1962) Die Couch (The Couch)
(1962) Amok (Terror/Kill for Kali)
(1968) The Star Stalker
(1968) Ladies’ Day
(1969) The Todd Dossier (als Collier Young)
(1971) Das Regime der Psychos (Sneak Preview)
(1971) The Big Binge/It’s All in Your Mind
(1972) Wahnsinn mit Methode/Nacht im Kopf (Night-World)
(1974) Das Haus der Toten (American Gothic)
(1978) Cthulhus Rückkehr (Strange Eons)
(1979) There Is a Serpent in Eden
(1981) The Cunning (There Is a Serpent in Eden)
(1983) Unheimliche Schattenlichter(Twilight Zone: The Movie)
(1984) Der Ripper (The Night of the Ripper)
(1989) Lori
(1993) Dr. Jekylls Erbe (The Jekyll Legacy mit Andre Norton)

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

1 Kommentar zu Robert Bloch (1917-1994)

  1. Ein großartiger Autor, bis auf den letzten Roman von ihm kenne ich allerdings nur seine Kurzgeschichten. Die sind aber wirklich überragend.

Kommentar verfassen