Robert Arthur – Alfred Hitchcock und Fledermäuse

Robert Arthur am Radio. Foto aus dem Archiv von Elizabeth Arthur.
Robert Arthur am Radio. Foto aus dem Archiv von Elizabeth Arthur.

Es gibt wohl kaum einen Hörer oder Leser, der Die drei ??? nicht kennt. Vor allem die heute schon etwas älteren „Kassettenkinder“ sind den berühmten Hörspielen von Europa, die seit 1979 ausgestrahlt werden, sehr treu. Natürlich ist es nicht so, dass die Serie nur bei uns bekannt wäre, aber irgendwie scheint es, dass Robert Arthur sie vor allem für uns erfunden hat, aber das wusste er natürlich nicht; und er hätte es auch nie erfahren, denn er starb 1969. Zu diesem Zeitpunkt hatte er zehn Bücher der Serie geschrieben und Dennis Lynds, der unter dem Pseudonym William Arden insgesamt 14 Bände beisteuerte, zwei weitere.

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Tarzan – Der Affenmensch

Wir sind alle nur Tiere

Tarzan of the Apes

In den folgenden Jahren forderten die Leser etwa fünfundzwanzig Fortsetzungen von Burroughs. Die Statistiken sind erstaunlich: Bis 1970 gab es zum Beispiel mehr als sechsunddreißig Millionen Tarzan-Bücher in einunddreißig Sprachen; außerdem gab es mehr als fünfzig Tarzan-Filme (von den unzähligen Samstagsmatineen, in denen Johnny Weissmuller seinen berühmten Tarzan-Schrei ausgab, bis hin zu den jüngsten Inkarnationen wie “Greystoke” und “Legend of Tarzan”). Der Gelehrte Russel Nye hörte sich in der gesamten amerikanischen Kultur um und kam zu dem Schluss: “Tarzan bleibt die größte populäre Schöpfung aller Zeiten.” Die Strahlkraft mag in Europa nicht ganz so bedeutend sein (man träumt auf dem alten Kontinent anders), und dennoch bleibt Tarzan auch hier ein Phänomen.

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Film noir: Knarre, Kippe, Whisky und ein Mordsweib

Merke: Fang nie was mit einer Klientin an. Zudem sei unbestechlich, nett und fair und unbewaffnet, träum‘ was Schönes und merk‘ dir das genaue Gegenteil. Denn so soll es natürlich (nicht!) sein im Film Noir. Dort liebt man die Straßen der Nacht, wedelt mit dreckigen Geldscheinen, die man sich nicht sauber denken muss und will, traut nichts und niemandem und liebt, wenn überhaupt, in erster Linie sich selbst. Seine Knarre, seine Kippe, seinen Whisky, seine Wut. Aber dann…

Sie war eine Blondine von der Art, die einen Bischof dazu bringen kann, mit einem Ball ein Loch in ein Kirchenfenster zu schießen.“ (Raymond Chandler )

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Erst krieg ich dich, dann fress ich dich

Diese Erinnerung an meinen Großvater ist nicht meine liebste. Ich fürchtete mich, wenn er das sagte und lachte und nach mir griff. »Erst krieg ich dich, dann fress ich dich.«

Meist entkam ich. Er war uralt und müde. Das war mein Glück.

Ich hatte schon als Kind immer Angst davor, nicht schnell genug zu sein. Zu langsam für den schwarzen Mann. Den Bi-ba-butzemann. Den Bullemann. Buhmann. Kornmann. Wassermann. Ich hatte auch Angst davor, auf der Aschenbahn überholt zu werden. Dass ich beim Völkerball auf dem Feld erstarren und tödlich getroffen würde. Als Letzte eine Treppe hinauf zu steigen. Zu stolpern, wenn andere schreiend fliehen.

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Dämonische Besessenheit

Solange es Gottheiten gibt, gibt es auch Teufel, die sich im ewigen Kampf um menschliche Seelen befinden. Von den Sumerern bis zu heutigen Sekten enthält jede Religion dualistische Elemente, Licht und Dunkel, Gut und Böse, Engel und Teufel, binäre Gegensätze, die die Gläubigen ängstlich und brav halten sollen. Teufel befeuern dabei die dunkle Seite dieser Gleichung. Sie symbolisieren das, was uns passiert, wenn wir die Regeln nicht befolgen. Sie lauern auf unvorsichtige Sünder, verspotten, verführen und nehmen schließlich Besitz von unserem Verstand und Fleisch und verurteilen uns zu körperlicher Zerstörung und geistiger Verdammnis.

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Pfeif nur, und ich komm‘ zu dir!

Seine Geistergeschichten veränderten das Genre wie ein galvanischer Schock. In seinem Universum – das ihn als erstklassigen Autor von Geistergeschichten berühmt gemacht hat – gibt es keine klaren Grenzen zwischen Gut und Böse, sondern einen Ort, in dem beide ineinander übergehen und sich vermischen, sich überschneiden und sich gegenseitig beeinflussen. Montague Rhodes James war zutiefst besorgt über die menschliche Korruption – sowohl in der Gesellschaft im Allgemeinen als auch in der Seele des Einzelnen – und dies kommt in seinen besten Geschichten auf erschreckende Weise zum Ausdruck. Die Besessenheit treibt seine Opfer dazu, sich von der Gesellschaft der Menschen zu entfernen und sich einem untoten, antiken Relikt oder Wissen zuzuwenden – einem Artefakt, das an einem windgepeitschten Strand gefunden wurde, einem Schatz, der in einem Klosterbrunnen versteckt ist, einem Buch mit einem geheimen Code, einem überwucherten Heckenlabyrinth mit einer düsteren Vergangenheit oder sogar einem gotischen Puppenhaus.

Credit: James McBryde
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Ash forever: Teufelskerl mit Kettensäge

Ashley J. Williams ist dieser Kerl, der 1987 seine Freundin Linda köpft und sich mit der Kettensäge die Hand abtrennt. Kein Irrer. Kein Killer. Ein Held. Unser ganz spezieller seit dem legendären „Evil Dead“, in dem Regisseur Sam Raimi zum Tanz in der Hütte bittet. Prinzipiell eine alte Geschichte. Wird aber immer wieder gern erzählt. Trotzdem natürlich lange her. Sebastian Vettel, Lionel Messi und Amy McDonald werden 1987 geboren. Berlin feiert 750. Geburtstag, „Dirty Dancing“ kommt in die Kinos, Mathias Rust landet auf dem Roten Platz, Bon Jovi singt „Livin‘ on a Prayer“, Ashley J. Williams wirbelt wirren Blickes durch die genannte Waldhütte, rangelt im Kellerloch mit einer hässlichen Furie und blättert zum zweiten Mal im Necronomicon Exmortis, dem Buch des Todes, mit Blut geschrieben, in Menschenhaut gebunden. Alles in Ordnung soweit, es geht voran.

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Scream Queens: Eins, zwei, Schrei!

Kreischende Frauen sind zweckgebundene Stimmwunder. Ohne sie wären die meisten Horrorfilme deutlich leiser. Optisch auch unschöner, das nebenbei. Schreiende Frauen sind oft überirdisch attraktiv. Denen steht es gut zu Gesicht, wenn sie die Augen (visuell wichtig) und dann den Mund aufreißen, um akustisch loszulegen. Im Alltag ist das nicht so, aber wir begeben uns auch nicht zuerst in Garderobe und Maske, bevor wir uns genötigt sehen, laut, sehr laut zu werden. Schreien ist ausgesprochen effektiv. Immer. Weil man es HÖREN kann.

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Ebenezer Scrooge (Die Geister der Weihnacht)

Weihnachten: Seit Charles Dickens 1843 „Eine Weihnachtsgeschichte“ veröffentlicht hatte, ist der Name Scrooge zu einem Synonym für einen gemeinen, geizigen Menschen geworden. Ebenezer Scrooge ist Dickens‘ berühmteste Figur und eine der berühmtesten Charaktere der so reichen englischen Literatur. Bei der Erschaffung von Schurken hat sich Dickens von jeher mehr ins Zeug gelegt und mehr Energien auf sie verwendet als bei seinen gutherzigen Figuren. In unseren Breitengraden ist Scrooge zwar bekannt, nimmt aber keineswegs die Popularität ein wie in englischsprachigen Ländern. Selbst der bekannteste (und vielleicht beliebteste) Ableger in Form der Ente Scrooge McDuck heißt bei uns „nur“ Dagobert.

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Geschichten aus dem viktorianischen Leben

Das viktorianische Zeitalter umfasste die 63 Jahre von 1837 bis 1901, in denen Königin Victoria über Großbritannien und Irland herrschte. Es war eine Zeit großer Macht und des großen Reichtums für Großbritannien, das sein Reich zu dieser Zeit über den ganzen Globus ausdehnte. Es war auch eine Zeit des raschen Fortschritts in Wissenschaft, Industrie und Kunst sowie vieler politischer und sozialer Reformen. Viele dieser Entwicklungen haben die Welt so geprägt, wie wir sie heute kennen.

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