Der Macbeth-Fluch, dem kein Theater entkommt

Macbeth

Macbeth, eines der populärsten Stücke Shakespeares, weist eine bizarre und gefährliche Vergangenheit auf, die bis zu seiner Uraufführung Anfang des 16. Jahrhunderts zurückreicht. Die Behauptung, dass es einen Macbeth-Fluch gebe, ist eine auffallende Anomalie. In dem Stück wird Macbeth von Schlaflosigkeit geplagt, und seine Frau, Lady Macbeth, neigt zum Schlafwandeln. Im Verlauf des Stücks manifestiert … Weiterlesen

Die grünen Kinder von Woolpit

Die Geschichte der Woolpit-Kinder ist vielen Menschen bekannt. Unzählige Artikel wurden geschrieben und viele Theorien wurden von verschiedenen Leuten aufgestellt, um zu erklären, was passiert ist. Es gibt so viele Ideen und Interpretationen, dass ich nur kurz auf einige eingehen werde, aber in der Bibliographie am Ende des Artikels habe ich eine Reihe von Quellen aufgelistet, die das Thema viel ausführlicher behandeln.

Die Chronisten

Es gibt zwei beinahe zeitgenössische Quellen, die über die Ereignisse in Woolpit und das Erscheinen der grünen Kinder berichten, der eine ist Ralph of Coggeshall, der andere William of Newburgh.

Mittelalterlicher Schreiber  c1490_1500. Harley MS4425

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Der grüne Mann

Der grüne Mann

Der Grüne Mann ist ein Waldgeist, der seit Hunderten, vielleicht sogar Tausenden von Jahren in der Folklore verankert ist. Die Legende vom Grünen Mann stammt angeblich aus Europa, doch es gibt Geschichten und Belege dafür auf der ganzen Welt. Googelt man nach diesem Wesen, findet man eine Fülle von Informationen über seine Motive und Skulpturen, die in Kirchen in ganz Europa zu sehen sind. Doch hinter der Legende des Grünen Mannes steckt mehr.

Während der Grüne Mann in der heutigen Zeit als Gartenkunstwerk betrachtet wird, war er für unsere heidnischen Vorfahren einst ein Waldgott und der ultimative Wächter des Waldes.

Grüner Mann, Kathedrale Chartres

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Eine Geschichte über die Anderen

The Others
© Senator Filmverleih GmbH

Nur mal angenommen, wir lernen Menschen kennen, die uns normalerweise erschauern lassen würden. Weil sie gar nicht mehr da sein dürften. Es sind nette, ein bisschen seltsame, durchweg aber freundliche, aufmerksame, hilfsbereite Menschen. Gut so weit. Und dann finden wir Fotos von ihnen. Alte Post-mortem-Bilder. Echte Bilder, die unmittelbar nach ihrem Tod gemacht wurden. Eben Bilder von just Verstorbenen, die man im 19. und frühen 20. Jahrhundert zur Erinnerung an geliebte Familienmitglieder und innig geschätzte Freunde noch eilends anfertigen ließ und in Ehren hielt. Diese Bilder waren die oft einzigen Aufnahmen von ihnen, – die Fotografie, noch in den Kinderschuhen, war halt eine sehr kostspielige Angelegenheit – , und sie zeigten deren Leichen. Das war, salopp formuliert, ja auch besser als nichts.

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Laughing Jack

Miskatonic Avenue

„Du hättest dir sicher was Besseres aussuchen können“, schnauzt sie. „Wie soll das die Leute hierher locken?“ „Jill, vertrau mir.“ Ich zwinkere ihr zu, während ich die letzten Styroporteile von der Figur wegblase. „Laughing Jack, wird sie schon zu uns reinlocken. Denk mal drüber nach. Das ist ein nettes nautisches Thema. Plastikkrabben und Hummer, Fischernetze … Weiterlesen

Bramshott – Die Hauptstadt der Geister

Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen

Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 112: Die Hauptstadt der Geister
byMEP

Bramshott ist eine Gemeinde mit mittelalterlichen Ursprüngen im Bezirk East Hampshire in England. Das Dorf liegt nördlich von Liphook, fast auf halber Strecke an einer alten Postkutschenstraße, die von London nach Portsmouth führt. Das ehemalige Herrenhaus Chiltlee Manor, sowie zwei weitere Herrenhäuser sind seit dem Jahre 1086 verzeichnet und befanden sich im Besitzt von Wilhelm dem Eroberer. Die viel befahrene Straße von London nach Portsmouth machte Bramshott zu einem idealen Haltepunkt für die Wagen und Reiter, die die lange Reise antraten. Die Reisenden wurden an Ständen versorgt, die später durch Fachwerkläden und ein Gasthaus ersetzt wurden, das rund um den Platz entstand. Bis zum 14. Jahrhundert wuchs das Dorf aufgrund seiner Lage und seiner Verbindung zur Krone schnell, wurde dann aber durch den Schwarzen Tod verwüstet. Die Pest und die anschließende Erhöhung der Steuern führten dazu, dass die wenigen verbliebenen Einwohner in das nahe gelegene Dorf Liphook zogen.

Bramshott ist eine Gemeinde mit mittelalterlichen Ursprüngen im Bezirk East Hampshire in England. Das Dorf liegt nördlich von Liphook, fast auf halber Strecke an einer alten Postkutschenstraße, die von London nach Portsmouth führt. Das ehemalige Herrenhaus Chiltlee Manor, sowie zwei weitere Herrenhäuser sind seit dem Jahre 1086 verzeichnet und befanden sich im Besitzt von Wilhelm dem Eroberer. Die viel befahrene Straße von London nach Portsmouth machte Bramshott zu einem idealen Haltepunkt für die Wagen und Reiter, die die lange Reise antraten. Die Reisenden wurden an Ständen versorgt, die später durch Fachwerkläden und ein Gasthaus ersetzt wurden, das rund um den Platz entstand. Bis zum 14. Jahrhundert wuchs das Dorf aufgrund seiner Lage und seiner Verbindung zur Krone schnell, wurde dann aber durch den Schwarzen Tod verwüstet. Die Pest und die anschließende Erhöhung der Steuern führten dazu, dass die wenigen verbliebenen Einwohner in das nahe gelegene Dorf Liphook zogen.

Spaniard; (c) Martyn Pattison

Die „große Eiche“ bei der Kirche von Bramshott, die mitten auf der Straße stand, wurde nach der Pest im 14. Jahrhundert für Hinrichtungen genutzt. Das Bevölkerungswachstum in Bramshott nahm wieder zu, als die alten Fuhrwerke durch Postkutschen ersetzt wurden, die die Strecke von London nach Portsmouth befuhren. Bramshott als Postkutschenstation war um 1660 fest etabliert. Die Beliebtheit der Postkutschenhaltestelle zog bald einige der berüchtigtsten Wegelagerer Englands an.

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Der Narr im Mittelalter

Der Narr

Skurrile Kostüme, spitze Hüte, Jonglierkunst und derbe Scherze – all das sind Merkmale, die wir unweigerlich mit dem Bild eines mittelalterlichen Narren verbinden. Doch obwohl diese Elemente bei besonderen Anlässen durchaus zutrafen, zeigen sie nur einen kleinen Ausschnitt aus dem vielschichtigen Leben dieser historischen Figuren. Die Wirklichkeit war weitaus komplexer: Narren hatten zahlreiche Aufgaben und Rollen, die über das reine Belustigen hinausgingen – und nicht selten begaben sie sich dabei in gefährliche Situationen.

Obwohl der Beruf des Narren heute weitgehend verschwunden ist, lässt sich doch sagen, dass moderne Entertainer in gewisser Weise seine Nachfolger sind.

Interessanterweise wurde der Begriff „Narr“ erst im 16. Jahrhundert geprägt. Davor nannte man diese Unterhalter „Minnesänger“ – eine Bezeichnung, die wörtlich übersetzt „kleine Diener“ bedeutet. Bereits im 12. Jahrhundert jedoch setzte sich die spezielle Rolle des Narren durch, auch wenn die Tätigkeiten sehr unterschiedlich ausfielen: Sie reichten von Gesang und Musik über Akrobatik bis hin zur Gaukelei. Unser heutiges Bild des Narren ist meist der des Hofnarren, der zur Erheiterung von König und Königin auftritt – und obwohl dies tatsächlich vorkam, war das nur eine von vielen möglichen Rollen. Je vielseitiger ein Narr war, desto höher wurde er geschätzt. Im gesamten Mittelalter und während der Tudorzeit war ein Narr oft nicht nur Künstler, sondern auch ein vielseitiger Hausangestellter.

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Salz

Miskatonic Avenue

Mein Mann schreibt die Namen seiner neun Dämonen auf Post-it-Zettel und verbrennt sie in der Küchenspüle. Er isst nur Äpfel.

Ein Apfel pro Tag wird sie fernhalten.

Da spricht der Arzt, erinnere ich ihn.

Es ist alles das Gleiche.

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Daniel Weber: Die zweifelhafte Erbschaft

Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen

Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 124 Daniel Webers surrealer Wiener Abgrund
byMEP

Es gibt Städte, die größer sind als ihre Landkarte. Wien ist eine davon. Unter den barocken Fassaden, den akkurat nummerierten Bezirken, den Grüften und Kaffeehäusern, rumort seit Jahrhunderten ein anderes Wien: ein Wien der Widergänger, der toten Engel, der verdrängten Träume. Daniel Weber hat diesem unsichtbaren Wien einen Namen gegeben: Phillipsdorf, den „verbotenen 24. Bezirk“.

Über Daniel Webers surrealen Wiener Abgrund

Erschienen als Grusel-Thriller Nr. 10 im Blitz-Verlag

Es gibt Städte, die größer sind als ihre Landkarte. Wien ist eine davon. Unter den barocken Fassaden, den akkurat nummerierten Bezirken, den Grüften und Kaffeehäusern, rumort seit Jahrhunderten ein anderes Wien: ein Wien der Widergänger, der toten Engel, der verdrängten Träume. Daniel Weber hat diesem unsichtbaren Wien einen Namen gegeben: Phillipsdorf, den „verbotenen 24. Bezirk“.

Was Weber hier entwirft, ist kein Schauplatz im herkömmlichen Sinn, sondern ein lebender Organismus. Phillipsdorf ist das Übermaß der Stadt, das, was sie nicht aushält. Ein Bezirk, der nur existieren kann, weil er offiziell nicht existiert. Schon in dieser paradoxen Logik liegt sein phantastisches Prinzip: ein Ort zwischen Realismus und Wahn, zwischen Topographie und Mythos. Wo die Gothic Novel noch das Grauen in alten Mauern suchte und die Weird Fiction das Fremde als kosmischen Einbruch verstand, kommt bei Weber das Unheimliche aus der Ordnung selbst – aus Wien, das sich im eigenen Spiegel nicht mehr erkennt.

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Die sieben Tore zur Hölle

“Die Tore der Hölle” von Auguste Rodin
“Die Tore der Hölle” von Auguste Rodin

Habt ihr euch jemals gefragt, ob der Eingang zur Hölle auf der Erde existieren könnte? Und wenn ja, wo wäre er, und wie würde er aussehen? Heute führe ich euch durch die Sieben Pforten der Hölle…

Es gibt eine ganze Reihe von angeblichen Portalen zur Unterwelt; man erzählt sich Geschichten über geheimnisvolle Treppen, Höhlen und Vulkane, aber mein Favorit sind die Sieben Tore der Hölle.

Es gibt mehrere verschiedene Legenden, aber die bekannteste spielt in Hellam Township, Pennsylvania. Es heißt, dass tief im Wald, angeblich an der Toad Road oder in manchen Fällen an der Trout Run Road, eine Anstalt versteckt war, die im 19. Jahrhundert niederbrannte. Wegen der Abgeschiedenheit der Anstalt konnte die Feuerwehr erst zum Brandherd vordringen, als es bereits zu spät war. Viele Patienten verbrannten, während die übrigen in die umliegenden Wälder flüchteten, wo sie von den bösartigen Suchtrupps gefangen und geschlagen wurden. Angeblich wurden sieben Barrieren errichtet, die zum Gelände der alten Anstalt führten und seitdem als die Sieben Tore der Hölle bekannt sind.

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Sondersendung: Schreiben als Lebenselixier (feat. Daniel Weber) – Ein Halloween-Special

Daniel Weber
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen

Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 124 Daniel Webers surrealer Wiener Abgrund
byMEP

Es gibt Städte, die größer sind als ihre Landkarte. Wien ist eine davon. Unter den barocken Fassaden, den akkurat nummerierten Bezirken, den Grüften und Kaffeehäusern, rumort seit Jahrhunderten ein anderes Wien: ein Wien der Widergänger, der toten Engel, der verdrängten Träume. Daniel Weber hat diesem unsichtbaren Wien einen Namen gegeben: Phillipsdorf, den „verbotenen 24. Bezirk“.

Red.: Dieser Podcast wurde von Flo für den Youtube-Kanal „Mountains of Metal“ für Halloween produziert, ein Musikkanal, der sich hauptsächlich mit schwerer Musik auseinandersetzt. Flo ist der Initiator des dortigen „Heavy Metal Bookclub“, wo er unter anderem Literatur mit Bezug zum Metal-Genre vorstellt. Diesmal aber hat er den österreichischen Autor Daniel Weber als Gast – und da eine unsichtbare Connection zwischen dem Phantastikon und den Mountains of Metal besteht, liegt es nahe, dass wir dieses ausführliche Gespräch auch im Phantastikon-Podcast anbieten wollen. Gleichzeitig ist das auch die erste Interview-Sendung im Podcast.


In dieser Folge des Heavy Metal Bookclubs treffen zwei Welten aufeinander: Musik und Literatur. Gemeinsam mit Horror-Autor Daniel Weber spreche ich über die Leidenschaft zum Schreiben und wie sich diese mit der Leidenschaft für Musik vergleichen lässt. Wir tauchen ein in die Ästhetik des Dunklen und Bösen, sprechen über Inspiration, Kreativität und den eigenen Schaffensdrang. Natürlich bleiben auch in diesem Talk diverse Abschweifungen nicht aus – von musikalischer Frühentwicklung bis hin zu spontanen Gedankensprüngen ist alles dabei.

HAPPY HALLOWEEN, MEINE LIEBEN!

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Die ultimative Halloween-Horrorgeschichte

Halloween

Es gibt Geschichten, die sind erzählt, und gut ist. Man klappt das Buch zu, verlässt das Kino, schaltet den Fernseher aus und denkt: Feierabend. So war’s. Das war’s.

Bei Halloween, erstmalig vor legendärer Urzeit geguckt, hätte ich von der Grundstory her gewettet, dass die Killer-Karriere von Michael Myers prinzipiell ein einziger, zweifellos richtig bös‘ sauberer Mega-Abwasch sein müsste: Ein gefährlicher Psychopath, der schon als Kind unbekümmert stumpfsinnig Leute abgeschlachtet hat, flieht aus der Anstalt aus und kehrt in seine Heimatstadt zurück, um erstaunlich sinnlos Leute abzuschlachten. Punkt. Am Ende wird er geschnappt und natürlich getötet, damit so was derb Fieses nicht noch mal passiert. Richtig? Nein, völlig falsch.

© Warner-Columbia: Halloween – Die Nacht des Schreckens

Die Geschichte wird erneut erzählt, dann noch einmal und noch einmal, und anstatt verstohlen gähnend zu erwähnen, dass man den komischen Kerl mit der wächsernen Gesichtsmaske und dieser unorthodoxen Art, harmlose Mitmenschen zuerst gewaltig zu erschrecken und dann niederzumetzeln, ja nun schon reichlichst kenne, wird jeder frische Aufguss gierig in die alte Kanne gekippt und mit schauderhaftem Wonnegenuß komplett vertilgt.

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Die echten Feen entführten Kinder und tranken menschliches Blut

Vergessen Sie Tinkerbell – die Feen der Folklore vergangener Jahrhunderte waren nicht mit denen in den heutigen Geschichten zu vergleichen.

Wenn die meisten Menschen an Feen denken, stellen sie sich vielleicht die glitzernde Tinkerbell aus Peter Pan oder die anderen herzerwärmenden und niedlichen Feen und Feengottmütter vor, die in vielen Disney-Filmen und Zeichentrickfilmen für Kinder vorkommen. Doch diese Kreaturen haben einen viel dunkleren Ursprung – und glichen früher eher untoten, blutsaugenden Vampiren.

In „The Secret Commonwealth of Elves, Fauns and Fairies“ (1682) vertrat der Volkskundler Robert Kirk die Ansicht, Feen seien „die Toten“ oder „eine Zwischennatur zwischen Mensch und Engel“. Diese Assoziation ist in keltischen Überlieferungen besonders ausgeprägt. Lady Jane Wilde verbreitete 1887 folgenden irischen Glauben:

„Feen sind die gefallenen Engel, die von Gott, dem Herrn, wegen ihres sündigen Stolzes aus dem Himmel geworfen wurden … und der Teufel gibt ihnen Wissen und Macht und schickt sie auf die Erde, wo sie viel Böses tun.“

Lady Jane Wilde

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Die Legende von Sleepy Hollow

Der kopflose Reiter

Wenn ich heute von der Legende von Sleepy Hollow spreche, dann dreht es sich explizit um die Geschichte von Washington Irving, die ja bereits mehrere Male verfilmt und die direkt von der Sage beeinflusst wurde. Einen Artikel (und Podcast über den kopflosen Reiter gibt es bereits im Phantastikon). Die Unterschiede liegen auf der Hand. Hier wurde ein Stoff fiktionalisiert, der schon lange im Umlauf war.

Die Legende ist sowohl eine charmant-kuriose Geschichte über die Versuche eines unbeholfenen Lehrers, die Tochter eines reichen Gutsbesitzers zu umwerben, als auch eine Charakterisierung des gotischen Schreckens, wie er in Geschichten wie Das Schloss von Otranto, Der Käfer oder Dracula vorkommt.

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Phileas Fogg (In 80 Tagen um die Welt)

Phileas Fogg
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen
Phantastikon – Magazin der Tausend Fiktionen

Der Phantastikon-Podcast ist ein literarisch-philosophisches Format über das Fantastische in all seinen Formen – von klassischer Phantastik und Horror über Mythos und Symbolismus bis hin zu modernen Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit erzählerischer Atmosphäre und richtet sich an Hörer, die das Denken und Träumen gleichermaßen ernst nehmen.

Episode 110: In 80 Tagen um die Welt
byMEP

Phileas Fogg ist die Hauptfigur des 1873 erschienenen Romans „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne, ein reicher britischer Gentleman, der sich kaum in der Öffentlichkeit zeigt. Trotz seines Reichtums führt Fogg ein bescheidenes Leben mit Gewohnheiten, die er mit mathematischer Präzision ausführt. Über sein gesellschaftliches Leben lässt sich nur wenig sagen, außer dass er Mitglied des Reformclubs ist. Nachdem er seinen früheren Kammerdiener James Forster entlassen hat, weil er ihm Rasierwasser mit einer Temperatur von 29 °C (84 °F) statt 30 °C (86 °F) gebracht hat, stellt Fogg den Franzosen Jean Passepartout als Ersatz ein.

Musik: Unity – Kevin MacLeod

Phileas Fogg ist die Hauptfigur des 1873 erschienenen Romans „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne, ein reicher britischer Gentleman, der sich kaum in der Öffentlichkeit zeigt. Trotz seines Reichtums führt Fogg ein bescheidenes Leben mit Gewohnheiten, die er mit mathematischer Präzision ausführt. Über sein gesellschaftliches Leben lässt sich nur wenig sagen, außer dass er Mitglied des Reformclubs ist. Nachdem er seinen früheren Kammerdiener James Forster entlassen hat, weil er ihm Rasierwasser mit einer Temperatur von 29 °C (84 °F) statt 30 °C (86 °F) gebracht hat, stellt Fogg den Franzosen Jean Passepartout als Ersatz ein.

Frontispiece: Phileas Fogg. „Around the World in Eighty Days“ by Jules Verne (Osgood, 1873). 1st US ed.

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Der „Jersey Devil“

Jersey Devil

Die Pine Barrens sind eine Million Hektar dichter Wälder, die sich über sieben Bezirke von New Jersey erstrecken. Das Gebiet steht unter staatlichem Schutz, und es wird sehr darauf geachtet, dass die Region so natürlich und ungestört wie möglich bleibt. Fast die Hälfte davon ist öffentliches Eigentum und ist in verschiedene Parks unterteilt, in denen man wandern und campen kann. Es gibt jedoch etwas, vor dem der Besucher gewarnt werden sollten, bevor er sich entschließt, die Nacht unter dem Blätterdach der Kiefern zu verbringen…

Die Legende des furchterregenden Kryptoiden, der als Jersey Devil bekannt ist, geht etwa 300 Jahre zurück; der indianische Stamm der Delawaren gehörte zu den ersten, die diese Legende erzählten. An einem Ort, der heute als „Leeds Point“ bekannt ist, lebte eine Frau namens Deborah Leeds, auch bekannt als Mutter Leeds. Mutter Leeds war eine arme Frau, die zwölf Kinder hatte; man hielt sie auch für eine Hexe, und so war es keine allzu große Überraschung, als sie auf unerklärliche Weise mit ihrem dreizehnten Kind schwanger wurde. Sie behauptete, dass das Unglückskind der Teufel persönlich sein würde, und als sie 1735 das Kind zur Welt brachte, war es eine schreckliche Kreatur. Das Monster, das die Hebamme tötete, bevor es durch den Schornstein entkam, hatte einen gehörnten Ziegenkopf, einen känguruähnlichen Körper, einen gegabelten, schlangenartigen Schwanz, gespaltene Hufe und ledrige Flügel.

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Phantasmagorie – Die Horrorshow des achtzehnten Jahrhunderts

Phantasmagorie
Künstler: Govard Bidloo.

In der Vergangenheit waren wir nicht so sehr vor dem Tod geschützt wie heute.  Der Tod war nicht in klinischen Umgebungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen sicher verstaut. Oh nein – er verfolgte uns auf der Straße, er war in unserem Haus, in unserem Bett und stand in unserem Gesicht.  Vielleicht haben die Menschen deshalb schon immer nach Antworten auf die Frage gesucht, was uns erwartet, wenn wir endlich unsere sterbliche Hülle ablegen.  Und während Theologen und Denker Trost spendeten und versuchten, Antworten in Form von Religion oder Philosophie zu geben, hatten die einfachen Leute Lust am Volksmärchen und Aberglauben, um das Unerklärliche zu erklären.  Und das Nebenprodukt davon war die Freude an einem guten Schreck!

Als aus schön schrecklich schrecklich schön wurde

Im 18. Jahrhundert kam das Genre des Horrors in Form von Geistergeschichten und der Gothic Novel auf: Das Schloss von Otranto von Horace Walpole 1765, Vathek von William Beckford 1786 und Die Geheimnisse Udolpho von Anne Radcliffe 1794, um nur einige zu nennen. Das 18. Jahrhundert bot nicht nur die Möglichkeit, sich mit der Lektüre von Büchern über übernatürliche Ereignisse zu vergnügen, sondern auch ein interaktives Erlebnis in Form der seit den 1760er Jahren sehr beliebten phantastischen Laterna magica.

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Komische Clowns

Clowns

Wir kennen King’s Clown Pennywise. Sein verschlagenes Grinsen, die bösen Augen, die spitzen Zähne. Wir wissen vom Joker, Gegenspieler des großen Batman. Permanent grotesk belustigt. Ein ewig grinsender Oberschurke, genial, verrückt und de facto ein übler Kerl, faszinierend durchaus und gerade deswegen so herrlich böse abgefahren.

Wir haben vom Serienkiller John Wayne Gacy gehört, der als Clown Pogo in seiner Heimatstadt den allseits beliebten Spaßmacher spielte und Jungs für seine Lust ermordete, wenn die Maske fiel.

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