Mummenschanz: Stück für Stück: Die Straße ‚Malheur‘

Meine Arbeiten entstehen oft in Wellen und ich versuche dann, eine spezifische Atmosphäre oder eine philosophische Frage zu erfassen. Oft reicht hierzu eine einzige Geschichte nicht aus. Ich baue die Frage, die sich vor mir auftürmt, nach und nach ab. Damit endet dann besagte Welle, die in dieser Sammlung aus Der Gehenkte, Die Schwärme unmöglicher Vögel und Die Straße ‚Malheur‘ besteht. Die Geschichten haben weder etwas miteinander zu tun, noch bauen sie aufeinander auf, ihre Gemeinsamkeit liegt in einer spezifischen Dichte, die durchaus lyrisch zu nennen ist. Vor allem ging es mir darum, einer bizarren Aufhebung von Raum und Zeit zu folgen. Der Erzähler dieses Stück könnte einen Rausch erleben, eine Vision, er könnte wahnsinnig sein oder sich an etwas erinnern, dass er gar nicht erlebt haben kann. Doch bevor ich damit beginne, mich selbst zu analysieren, möchte ich empfehlen, allein der Sprache zu vertrauen und nicht mir, dem Verfasser. Ich gehe davon aus, dass der Leser immer mehr weiß als der Autor.

Veröffentlicht von

Der Bouquinist

Der Bouquinist

Dichter, Übersetzer, Herausgeber