Poetik

Mummenschanz: Stück für Stück: Die Schwärme unmöglicher Vögel

Wie bereits der Widmung zu entnehmen ist, schrieb ich diese Geschichte als Hommage an Thomas Ligotti, insbesondere aber für die Nachtschatten-Ausgabe des Nighttrain. Ich kann es nicht verleugnen: Neben Matt Cardin, Jon Padgett, D. P. Watt und Eddie M. Angerhuber fühle ich mich äußerst wohl. Zu Thomas Ligotti selbst hatte ich sporadisch Kontakt, denn schließlich kann man zu ihm, wenn überhaupt, nur sporadisch Kontakt haben. Oft ist es ihm gar nicht möglich, zu antworten, denn er leidet unter einer – nennen wir es Störung – die mich selbst in den Krallen hat. Und so kam ich überhaupt zu seinem Werk. Ein Interview von Matt Cardin, das ich in einer Serie meiner finstersten Tage übersetzte, brachte mir die Erkenntnis: Es gab verblüffende Parallelen. Dass ich Ligotti für einen Literaten von Weltrang halte, kann gar nicht anders sein. Dem deutschen Publikum sagt er leider nicht in dem Maße zu, wie es für eine angeblich literarische Nation der Fall sein sollte. Das verwundert mich zwar nicht – denn ich halte uns nicht für besonders literarisch – diese Ignoranz ist aber in ihrem Ausmaß dann doch beispiellos.

Hier war es gar nicht meine Absicht, wie Ligotti selbst zu klingen, falls das jemand denken sollte. Meiner an sich surrealistischen Haltung hingegen konnte ich einen Drift verpassen, auf den ich leider viel zu oft verzichte, weil ich zu sehr mit der Sprache selbst beschäftigt bin. Das Ausgangsmaterial ist das Konzept eines Traumes, oder besser: die Frage, wie ein Traum – ein Alptraum in diesem Fall – funktioniert. Was mich am Surrealismus interessiert, ist das Subtile, das Unbekannte, das Unbenennbare. Für mich ist das der Gipfel des Unheimlichen.

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