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Michael Moorcock

Michael Moorcock wurde am 18. Dezember 1939 in Mitcham, Surrey, in der Nähe von London geboren. Einer seiner frühesten Kindheitserinnerungen ist und bleibt das ausgebombte London des Zweiten Weltkrieges, das in der einen oder anderen Form immer wieder in seinen Werken auftauchte.

Tarzans Vater: Edgar Rice Burroughs

Tarzans Vater: Edgar Rice Burroughs

Seit seinem dritten Lebensjahr war Moorcock eine Leseratte. Zu seinem Lieblingsautoren zählten u. a. Henry Rider Haggard, George Bernard Shaw, H. G. Wells oder Charles Dickens.
Michael Moorcocks absoluter Favorit unter den Autoren war jedoch Edgar Rice Burroughs.
Als Kind erfand er Geschichten, in denen er John Carter war, und fing noch während seiner Schulzeit mit der Herausgabe eines Edgar Rice Burroughs-Magazins an, das “Burroughsania” hieß.

Während er älter wurde, wuchs auch seine Begeisterung für populäre Fantasy. Die ernsteren Werke der Science Fiction gefielen ihm dagegen ganz und gar nicht, nichtsdestotrotz war Moorcock eine Zeitlang ein leidenschaftlicher Sammler der Pulp-Magazine “Planet Stories” und “Startling Stories”, aber gleichermaßen hingerissen von Conan.
Parallel zu seiner Conan-Begeisterung entwickelte sich seine anhaltende Liebe zur Mythologie, insbesondere der skandinavischen und keltischen Myhologie.

1957 verkaufte Moorcock im Alter von achtzehn Jahren mit „Sojan the Swordsman”
seine erste Kurzgeschichte. 1958 folgten die SOJAN-Kurzgeschichten

Sojan and the Hunters of Norj (1958)
Sojan and the Plain of Mystery (1958)
Sojan and the Sons of the Snake-God (1958)
Sojan at Sea (1958)

Von 1957 bis 1959 war er Redakteur des Magazins „Tarzan Adventures”. Nachdem er das Magazin verlassen hatte, wurde Moorcock Redakteur bei der „Sexton Blake Library“
Während Moorcock noch für dieses Magazin arbeitete und Science Fiction für das Magazin „Suspense“ lektorierte, traf er im Herbst 1960 den Herausgeber Ted Carnell, der auf der Suche nach Conan-ähnlichem Material für das Magazin “Science Fantasy” war.
Carnell gefiel Moorcocks Art zu schreiben, und so erschienen im Juni 1961 mit „The Dreaming City” die erste ELRIC –Novelle im Magazin “Science Fantasy”. Im Oktober 1961 und im Februar 1962 folgten mit „While the Gods Laughs” und “The Stealer of Souls” weitere Abenteuer mit Elric.

Elric

Elric

Mit dem Erscheinen der ELRIC-Novellen war die damalige Welt der Fantasy völlig auf dem Kopf gestellt, denn zum ersten Mal seit Robert E. Howard schrieb ein Autor Geschichten um eine andere Figur als um einen muskelbepackten und schwertschwingenden Barbaren.
Mit dieser seiner Schöpfung kehrte Moorcock praktisch alle Klischees um, die zu diesem Zeitpunkt existierten, und stellte eine vollkommen neue Art der Fantasy dar.
Statt eines mächtigen Muskelmannes ist Elric ein Schwächling, der auf Drogen und sein seelentrinkendes Schwert Sturmbringer angewiesen ist, um sich überhaupt bewegen zu können. Schließlich tat Moorcock dann noch etwas Unverzeihliches, er brachte seinen Helden um.

Nach dem Erscheinen von „Stormbringer”, dem ersten ELRIC-Buch, folgte 1965 unter dem Pseudonym E. P. Bradbury mit „Warriors of the Mars”, “Blades of Mars” und “Barbarians of Mars”“ Moorcocks Mars-Trilogie, die in den 1970er Jahren unter den Titeln “Die Stadt des Ungeheuers (City of the Beast”, “Der Herr der Spinnen” (Lord of the Spiders) und “Herrscher der Tiefe” (Masters of the Pit” in einer überarbeiteten Fassung erschienen.

1964 wurde Moorcock Herausgeber von “New Words”, das er bis 1971 zum Sprachrohr für die New Wave, die Neue Welle in der SF, machte. Das Magazin gab dem SF-Genre weitgehend neue Aspekte und wies ihm neue Wege, was darin gipfelte das “New Words” 1967 mit einem Literaturpreis ausgezeichnet wurde.
Zu diesem Zeitpunkt war Moorcock bereits mit Hilary Baily, einer Schriftstellerin, verheiratet.

Drei Jahre später erhielt der Autor den “Nebula Award” für seine Novelle I.N.R.I. (Behold the Man).
1967 erschien mit “Ritter des schwarzen Juwels” (Jewl in the Skull) auch der erste Band des RUNENSTAB-Zyklus. Nach den Rundenstab-Romanen “Der Feind des dunklen Imperiums” (Scorcerer’s Amulet) sowie “Legion der Morgenröte” (The Sword of the Dawn”, schloss Moorcock den Fantasy-Zyklus 1969 mit dem Roman “Diener des Rundenstabes” (The Runestaff) vorerst ab, in denen der Herzog von Köln für den Runenstab und gegen die Mächte des Chaos kämpfte.

Nachdem 1968 mit dem SF-Roman “Miss Brunners letztes Programm” (The Final Programme) der erste Band seines JERRY CORNELIUS-Zyklus erschienen war, erblickte drei Jahre später Moorcocks Fantasy-Held CORUM mit „Der scharlachrote Prinz” (The Knight of the Swords) das Licht der Romanwelt, der 1972 als „Bester Roman“ mit dem „August Derleth Fantasy Award” ausgezeichnet wurde.
Mit “Die Königin des Chaos” (The Queen of the Swords, 1971), “Das Ende der Götter” (The King of the Swords, 1972) – der 1973 ebenfalls als „Bester Roman“ mit dem „August Derleth Fantasy Award” ausgezeichnet wurde – “Das kalte Reich” (The Bull and the Spear, 1973) sowie “Der gefangene König” (The Oak and the Ram, 1973) folgten weitere Abenteuer mit dem Prinzen, bis der Corum-Zyklus 1974 mit dem Roman “Das gelbe Streitross” (The Sword and the Stallion) abgeschlossen wurde, der 1975 mit dem „August Derleth Fantasy Award” als „Bester Roman“ ausgezeichnet wurde.

Durch die ansteigende Fangemeinde um ELRIC kehrte Moorcock in den 1970er Jahren zu seinem Helden zurück. So erschien u. a. im Februar 1972 die neue Elric-Novelle „The Sleeping Sorceress” im Magazin „Fantastic“.
Moorcock erweiterte und überarbeitete daraufhin die ELRIC-Saga bis sie 1977 mit den Romanen

wiederelric1. Elric of Melniboné (Elric von Melniboné)
2. The Sailor on the Seas of Fate (Die See des Schicksals)
3. The Weird of the White Wolf (Der Zauber des weißen Wolfes)
4. The Vanishing Tower (Der verzauberte Turm)
5. The Bane of the Black Sword (Im Banne des schwarzen Schwertes)
6. Stormbringer (Sturmbringer)

ihre bis dahin bekannte Länge erreichte.

1973 kehrte auch DORIAN HAWKMOON mit den Romanen “Rächer des dunklen Imperiums” (Count Brass) und “Der Held von Garathorn” (The Champion of Garathorn” zurück. Die dreibändige Fortsetzung wurde 1975 mit dem Roman “Der ewige Held” (The Quest of Tanelorn) abgeschlossen.

Ein Jahr zuvor hatte Moorcock mit dem Roman “Ein unbekanntes Feuer” (An Alien Heart) seinen Am Ende der Zeit-Zyklus gestartet, dessen zweiter Roman “Das Tiefenland” (The Hollow Lands) 1976 als „Bester Roman” ebenfalls mit dem „August Derleth Fantasy Award” ausgezeichnet wurde.

1977 schloss Moorcock auch erst einmal seinen Jerry-Cornelius-Zyklus mit dem Roman “Das Lächeln des Harlekin” (The Condition of Muzak” ab. Doch weitere Cornelius-Romane folgten in den 1980er Jahren.

Einen weiteren Erfolg konnte der Autor mit seinem Roman „Gloriana“ einheimsen, der 1978 mit dem „John W. Campbell Memorial Award” und 1979 mit dem “World Fantasy Award” als “Bester Roman” ausgezeichnet wurde.

Aber auch das Kapitel ELRIC war noch lange nicht abgeschlossen. Denn 1989 und 1991 erschienen die beiden ELRIC-Romane “Die Festung der Perle” (The Fortress of the Pearl) und “Die Rache der Rose” (The Revenge of the Rose). Zehn Jahre später wurde mit “Tochter des Traumdiebes” (The Dreamthief’s Daughter) das vorerst letzte ELRIC-Abenteuer aus der Feder von Michael Moorcock veröffentlicht.

2000 wurde Michael Moorcock mit dem “World Fantasy Award” für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Vier Jahre später erhielt er den “Prix Utopiales” und den „Bram Stoker Award“, ebenfalls für sein Lebenswerk.

Zehn Jahre danach erschien mit dem Doctor-Who-Roman “The Coming of the Terraphiles” Moorcocks vorerst letzter Roman, gefolgt von der Jerry-Cornelius-Novelle “Modem Times 2.0” (2011).

mimhallowBibliographie

1962
The Eternal Champion (Die ewige Schlacht) DER EWIGE HELD
Breakfast in the Ruins

1964
Stormbringer (Sturmbringer) ELRIC

1965
Warriors of Mars MICHAEL KANE
Blades of Mars MICHAEL KANE
Barbarians of Mars MICHAEL KANE
The Fireclown
The Sundered Worlds

1966
The Deep Fix JAMES COLVIN
Printer’s Devil
Somewhere in the Night
The Twilight Man
The Shores of Death (Die Küsten des Todes)

1967
The Jewel in the Skull (Ritter des schwarzen Juwels) RUNENSTAB
The Stealer of Souls Elric
The Wrecks of Time

1968
Sorcerer’s Amulet (Der Feind des dunklen Imperiums) RUNENSTAB
The Sword of the Dawn (Legion der Morgenröte) RUNENSTAB
The Final Programme (Miss Brunners letzter Programm) JERRY CORNELIUS

1969
The Runestaff ( Diener des Runenstabes) RUNENSTAB
Behold the Man (I.N.R.I.)
The Black Corridor
The Ice Schooner (Eiszeit 4000)
The Time Dweller

1970
Phoenix in Obsidian (Der Phönix in Obsidian) DER EWIGE HELD
The Singing Citadel ELRIC
The Vanishing Tower (Der verzauberte Turm) ELRIC

1971
The Warlord of the Air (Herr der Lüfte) OSWALD BASTABLE
A Cure for Cancer (Das Cornelius-Rezept ) JERRY CORNELIUS
The Knight of the Swords (Der scharlachrote Prinz) CORUM
The Queen of the Swords (Die Köngin des Chaos) CORUM
The King of the Swords (Das Ende der Götter) CORUM

1972
Elric of Melniboné (Elric von Melniboné) ELRIC
The English Assassin (Mord für England) JERRY CORNELIUS
A n Alien Heart (Ein unbekanntes Feuer) AM ENDE DER ZEIT

1973
The Jade Man’s Eyes ELRIC
Return to Melniboné ELRIC
The Bull and the Speer (Das kalte Reich) CORUM
The Oak and the Ram (Der gefangene König) CORUM
The Champion of Garathorm (Der Held von Garathorm) RUNENSTAB
Count Brass (Rächer des Dunklen Imperiums) RUNENSTAB

1974
The Land Leviathan (Der Landleviathan) OSWALD BASTABLE
The Sword and the Stallion (Das gelbe Streitross) CORUM

1975
The Quest for Tanelorn (Der ewige Held) RUNENSTAB
The Hollow Lands (Das Tiefenland) AM ENDE DER ZEIT

1976
The Sailor on the Seas of Fate (Die See des Schicksals) ELRIC
The Adventures of Una JERRY CORNELIUS
The Lives and Times of Jerry Cornelius JERRY CORNELIUS
Persson and Catherine JERRY CORNELIUS
The End of all Songs (Wo die Gesänge enden) Am Ende der Zeit
Legends from the End of Time Am Ende der Zeit)
Dying for Tomorrow
The Time of the Hawklords

1977
The Weird of the White Wolf (Der Zauber des weißen Wolfes) ELRIC
The Bane of the Black Sword (Im Banne des schwarzen Schwertes) ELRIC
Stormbringer (Sturmbringer) ELRIC
The Condition of Muzak (Das Lächeln des Harlekin) JERRY CORNELIUS
The Transformation of Miss Mavis Ming AM ENDE DER ZEIT
City of the Beast (Die Stadt des Ungeheuers) MICHAEL KANE
The Golden Barge (Die goldene Barke)

1978
The Swords of Heaven, the Flowers of Hell
A Messiah at the End of Time AM ENDE DER ZEIT
Gloriana (Gloriana)
The Last Enchantment (Die letzte Verzauberung, Kurzgeschichte)

1979
Earl Aubec
The Real Live of Mr. Newman

1980
The Great Rock and Roll Swindle
My Experiences in the Third World War JERRY CORNELIUS

1981
The Steel Tsar (Der Stahlzar) OSWALD BASTABLE
The Entropy Tange (Entropie-Tango) JERRY CORNELIUS
Byzantium Endures COLONEL PYAT
The Warhound and the World’s Pain (Die Kriegsmeute) VON BEK – FAMILIE

1982
The Brothel in Rosenstrasse VON BEK – FAMILIE

1984
The Opium General (Der Opium-General) JERRY CORNELIUS

Elric at the End of Time AM ENDE DER ZEIT
The Laughter of Carthage COLONEL PYAT

1986
The Dragon in the Sword (Das ewige Schwert) DER EWIGE HELD
The City in the Autumn Stars VON BEK – FAMILIE
The Russian Intelligence

1988
Mother London

1989
The Fortress of the Pearl (Die Festung der Perle) ELRIC

1991
The Revenge of the Rose (Die Rache der Rose) ELRIC

1992
Jerusalem Commands COLONEL PYAT

1993
Sailing to Utopia

1994
Lunching with the Antichrist VON BEK – FAMILIE
Blood Second Ether

1995
Fabulous Harbours Second Ether

1996
The War Amongst the Angels Second Ether

1997
Tales from the Texas Woods

2000
King of the City
Silverheart

2001
The Dreamthief’s Daughter (Tochter der Traumdiebe) ELRIC

2002
Firing the Cathedral

2003
The Skrayling Tree DER EWIGE HELD
Cities (Moloch)

2005
The White Wolf’s Son

2006
The Vengeance of Rome COLONEL PRYAT

2009
Duke Elric ELRIC
Elric in the Dream Realms ELRIC

2010
The Coming of the Terraphiles (2010) DOCTOR WHO

2011
Modem Times 2.0 (Novelle) JERRY CORNELIUS

Ingo Löchel

Ingo Löchel wurde 1968 in Köln geboren. Im Alter von 10 Jahren begann er Fantasy- und Horror-Romane sowie Heftromanserien wie „Mythor“, „John Sinclair“ und „Tony Ballard“ zu lesen.
Seit dieser Zeit zählen u. a. Autoren wie Robert E. Howard, H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith, Michael Moorcock, Karl Edward Wagner und Dean R. Koontz zu seinen Lieblingsautoren.
Etwas später kam er durch Mickey Spilane, Colin Forbes, Jack Higgins und Robert Ludlum auch mit dem Krimi- und Thriller-Genre in Berührung.

2001 erschienen die beiden Anthologien „Tod eines Satanisten – Dunkle Stunden“ (VirPriV Verlag) und „Jenseits des Happy Ends” (Go–BeJot Verlag), in denen zum ersten Mal Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht wurden.

Danach folgten weitere Veröffentlichungen u. a. im Abendstern Verlag, im Adina-Online Verlag und im Wortwelten Verlag sowie die Veröffentlichung seiner ersten beiden Romane im Adina-Online Verlag.

Neben seinen Kurzgeschichten und Romanen schrieb er auch Artikel und Essays für das Magazin „Omicron“ sowie für die Literaturzeitschrift „Wortwelten“. Seit 2007 ist er Redakteur des Online-Magazins „Zauberspiegel“.

2012 schuf Ingo Löchel nach der Fantasy-Serie “Der letzte König von Atlantis“, den Horror-Serien „Frank Bauer“, „Frederik Darkstone“ und „Erben des Blutes“, die Horror-Western-Serie „Dead City“, die seit Juli 2015 im Elvea Verlag erscheint.

Im Juli 2015 startete zudem seine Horror-Serie “Frederik Darkstone” im Verlag Beyond Affinity.

Im Oktober 2015 folgt die Horror-Serie “Erben des Blutes”, die ebenfalls im Verlag Beyond Affinity veröffentlicht wird.

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